Montag, 5. Mai 2014

Tagebuchblogging - 5. Mai 2014


Der Tagebuchtag, den Frau Brüllen jeden Monat ausrichtet, fiel diesmal auf den nationalen Gedenktag für die gefallenen Soldaten und Terroropfer Israels. Für den israelischen Alltag bedeutet das, dass auf Halbmast geflaggt wird und landesweit Gedenkzeremonien auf Friedhöfen, in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen abgehalten werden. Zudem ertönt, wie auch beim Holocaustgedenktag letzte Woche, eine Sirene bei der das ganze Land für zwei Minuten zum Stillstand kommt. Am Abend geht der Gedenktag nahtlos in die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag über.

Logistisch ist dieser Tag für Eltern mit schulpflichtigen Kindern ziemlich ätzend. Mein Mann und ich mussten heute bis 13:00 arbeiten, während die Schule nur bis 11:45 ging. Bei erwarteten Temperaturen von gut über 30 Grad wollte ich ungern meine Schwiegermutter kommen lassen und so schleppte ich das Kind kurzerhand mit ins Büro. (Ohnehin hätten sie heute praktisch nichts gelernt und sich den halben Vormittag bei einer Zeremonie in der Hitze die Beine in den Bauch gestanden.)

Mit ein bisschen Hilfe von iPad, einigen freundlichen Kollegen, dem Versprechen auf ein Eis und manch anderen spannenden Dingen, die man im Büro so erleben kann, gingen die 5 Stunden dann auch erfreulich schnell rum und ich habe sogar einen Aktenschrank komplett umgeräumt.

Im Bus traf ich den ebenso sympathischen, wie redseligen Vater eines Schulkameraden, das Mädchen verschlief die Überlandfahrt.

Nachmittags war für mich ein Mittagsschlaf drin (seltener Luxus!), sonst kam ich zu nichts (ich schiebe es auf die Hitze) und an diesem Artikel schraube ich jetzt auch schon wieder viel zu lange. Akute Antriebslosigkeit nennt man das wohl. Zudem plagt mich und mein Kind eine ätzende Allergie, fühlt sich fast an wie Heuschnupfen und ich erwäge ernsthaft, ein Antihistamin einzuwerfen. 

Im Augenblick verfolge ich im Livestream die Zeremonie auf dem Herzlberg in Jerusalem. Für jeden der 12 Stämme wird von Vertretern des Volkes eine Fackel entzündet. Dieses Jahr ist die Zeremonie den israelischen Frauen gewidmet: Zum ersten Mal in der Geschichte des Unabhängigkeitstages werden alle 12 Fackeln von starken Israelinnen aus Wirtschaft, Sport, Kultur, Militär und Politik entzündet. Junge, alte, religöse, säkulare, jüdische und arabische - ein Lebenslauf ist faszinierender als der andere.

Vorhin habe ich noch schnell grüne Spieße für morgen vorbereitet. Am Unabhängigkeitstag grillt das israelische Volk, wir haben Freunde auf unseren Balkon eingeladen. 





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