Freitag, 10. Januar 2014

" Ima shel Shabbat "

Die israelische Gesellschaft hätschelt liebevoll verschiedenste jüdische Traditionen, die über die bekannten jüdischen Feste hinausgehen. Besonders deutlich wird das im öffentlichen Bildungssystem. Zwar ist der Bildungsweg in "staatlich" und "staatlich-religiös" unterteilt, dennoch werden die wichtigsten religiösen Traditionen auch in "staatlich-ohne-religiös"en Schulen erwähnt und begangen.

Eine dieser Traditionen ist die Shabbatfeier am Freitag. Gegen Ende des Vormittags werden Kerzen angezündet, die Gebete aufgesagt und Gebäck gegessen. Da diese Rituale zuhause traditionell von den Eltern ausgeführt werden, wird in der Schulklasse oder Kindergartengruppe jede Woche eine "Ima shel Shabbat" (= Shabbatmutter) und ein "Abba shel Shabbat" (=Shabbatvater) bestimmt, der diese Rolle für die Feier übernimmt. Für die Kinder ist diese Aufgabe (es geht reihum, je nach Klassengröße kommt jeder mindestens einmal im Jahr dran) mindestens genauso aufregend und wichtig wie die eigene Geburtstagsfeier.

Heute war meine Tochter "Ima shel Shabbat". Ich war angehalten, einen Kuchen (oder anderes Süßgebäck) und Servietten zu bringen. Mein Plan, einen Apfelkuchen zu backen ist daran gescheitert, dass die kleine Shabbatmama unbedingt den Kuchen mit Zuckerstreuseln verzieren wollte, außerdem sei Obst im Kuchen sowieso bäh. Naja. Einen guten Schokoladenkuchen fürs Blech (kleiner reicht bei 33 Schulkindern nicht) zu finden, ist aber gar nicht so einfach, wenn man nicht ein halbes Kilo Schokolade dafür verwenden will, sodass es letztlich ein Kompromiss wurde. Heller Rührteig mit gehackter Schokolade, Schokoladenüberzug und Zuckerstreuseln. Pappsüß, aber wohl genau richtig.

Die Idee mit den Fähnchen kam mir während des Backens. Hübsch, nicht?


Shabbat Shalom, 
gut Schabbes 
und ein schönes Wochenende!


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Kommentare:

  1. Der Kuchen sieht leckerst aus.....schön süß, genau mein Geschmack .
    Hab ein schönes Wochenende
    Lg Mickey

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  2. ich glaube, da wäre meine klasse sofort dabei!
    lg, sandra

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