Montag, 13. Januar 2014

[Buch] Zweimal Ursula Poznanski

Ursula Poznanski gehört seit einem guten Jahr zu meinen Lieblingsautorinnen. Sie kann praktisch nichts falsch machen, Buch für Buch ist für sich fesselnd, der Alltag bleibt links liegen, weil ich unbedingt wissen muss, wie es weitergeht.

Im Dezember konnte ich gleich zwei neue Bücher von ihr auf einen Streich lesen. Beide sind Teile von Serien, das heißt das Lesefutter wird vorerst nicht ausgehen. Wenn nur die Warterei auf den nächsten Teil nicht wäre....


Die Verschworenen (Die Verratenen, #2)
Die Verschworenen by Ursula Poznanski
My rating: 5 of 5 stars

Band 2 der dystopischen Trilogie von Ursula Poznanski (s. Rezension "Die Verratenen") nimmt den Leser sofort wieder mitten hinein in das Geschehen um die fünf Sphärenflüchtlinge Ria, Aureljo, Tycho, Tomma und Danturian, die, im Einverständnis mit den Anführern des Clans Schwarzdorns, Zuflucht in der Stadt unter der Stadt gefunden haben. Vor den anderen Clanmitgliedern versteckt stehen sie unter Quirins Schutz, dem geheimnisvollen Bewahrer, der unter anderem versucht, eine riesige längst vergessene Bibliothek zu ordnen und nach hilfreichen Schriften zu durchforsten. Dort verbringt Ria den Großteil ihrer Zeit, denn sie hofft, "Jordans Chronik" und darin Hinweise zu finden, warum sie und ihre Begleiter von den Sphären getötet werden sollten. Aureljo hingegen plant eine Inkognito-Rückkehr in eine nahe gelegene Sphäre, um dort hinter das Geheimnis  zudes Verrats kommen. Vergeblich versucht er, Ria davon zu überzeugen mit ihm zu kommen, denn sie sieht ihre Zukunft mit dem Clan und insgeheim auch mit Sandor, dem Nachfolger des Clanführers, dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch die ungelösten Fragen nagen an ihr und als Sandorn unerwartet Anführer wird, ist plötzlich alles ganz anders.

Auch diesen zweiten Teil der Serie habe ich verschlungen. Poznanskis Schreibstil liegt mir einfach sehr und sie versteht es, interessante und vielschichtige Charaktere zu erschaffen. Dass wir es bei den fünf Flüchtlingen mit einer Art optimierten Supermenschen zu tun haben, merkt man ihnen an, ebenso wie das innere Gefühls- und Gewissenschaos, die der Aufenthalt außerhalb der Sphären und die Infragestellung ihrer gesamten Weltanschauung in ihnen auslösen. Dabei bleiben sie gleichzeitig alle so sympathisch, dass man genau wissen möchte, wie die Geschichte für jeden einzelnen weitergeht. Außerdem gibt es einige interessante Nebenfiguren, von denen ich unbedingt in Band 3 noch mehr lesen will.

Sehr befriedigend fand ich an diesem, in Trilogien ja oft etwas undankbarem, Mittelteil, dass das große Geheimnis um den Verrat bereits logisch aufgelöst wird. So bleibt der Leser "nur" darüber im Ungewissen, wohin in Teil 3 die bereits in Gang gesetzten Ereignisse führen werden.

Ich kann es kaum erwarten.

***

Blinde Vögel (Beatrice Kaspary, #2)
Blinde Vögel by Ursula Poznanski
My rating: 4 of 5 stars

Bea Kaspary und Florin Wenninger sind wieder da! Bereits den Auftakt dieser neuen Thrillerserie um ein Salzburger Ermittlerteam "Fünf" konnte ich praktisch nicht aus der Hand legen. Ähnlich ging es mir mit "Blinde Vögel".

Zur Handlung: Auf einem Campingplatz werden die Leichen von einem Mann und einer Frau gefunden. Alles deutet auf ein Tötungsdelikt mit Selbstmord hin, doch Bea ist skeptisch. Wie sich herausstellt ist die einzige Verbindung zwischen den Opfern nämlich die Mitgliedschaft in einer Facebookgruppe. Und dort gibt es schon bald ein neues Opfer.

Das Beste an Poznanskis Thrillern sind die Ermittler. Bea und Florin geben ein eingespieltes Team, das sich gegenseitig unterstützt und - wo nötig - den Rücken freihält. Dass es zwischen den beiden auch noch knistert, schafft zusätzlich Atmosphäre, die aber nie platt oder kitschig wirkt. Bea, aus deren Sicht der Leser das Geschehen verfolgt, kämpft nach wie vor mit den Nachwehen ihrer Scheidung, insbesondere der Umgangsregelung, und hat es nicht leicht, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Florin bemüht sich seinerseits um seine Fernbeziehung, was ebenfalls alles andere als einfach scheint. Sie werden als ganz normale Menschen dargestellt, das war mir schon in "Fünf" sehr sympatisch. Trotz ihrer privaten Probleme schaffen sie es (natürlich), auch diesen undurchsichtigen Fall zu lösen, wobei ich die Auflösung für mich nicht ganz zufriedenstellend fand. Wirkte ein winziges bisschen zu konstruiert das Ganze. Dennoch sehr lesenswert.

Fazit: Frau Poznanski darf bitte noch lange weiter an dieser Serie schreiben.


Weitere Rezensionen:

Ursula Poznanski: Erebos (Mini-Rezension)
Ursula Poznanski: Fünf 
Ursula Poznanski: Die Verratenen



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