Montag, 30. September 2013

Lieblingsbücher-Challenge

Ich konnte mal wieder nicht widerstehen....

Die Bücherphilosophin veranstaltet ab morgen und bis zum 30.9.2014 eine Lieblingsbücher-Challenge. Dabei gilt es, innerhalb eines Jahres jeden Monat ein Lieblingsbuch zu lesen.

Die Idee finde ich richtig klasse, denn bei all den Neuerscheinungen und Kindle-Schnäppchen bleibt mir oft kaum noch Zeit, mal wieder ein All-Time-Favourite oder eines meiner Seelenstreichlerschätzchen zur Hand zu nehmen. Zudem habe ich die allermeisten dieser Lieblingsbücher noch gar nie auf diesem Blog erwähnt (oder allenthalben ganz kurz, >>> hier hatte ich schon mal einige Lieblingsbücher erwähnt)

Da das Konzept ein Buch pro Monat auch noch schön überschaubar ist, mache ich bei dieser Challenge also mit. Ganz festlegen mag ich mich noch nicht auf 12, aber ich werde sie wohl auf jeden Fall aus dieser Auswahl treffen:





Die Fortschritte werde ich auf meiner Challenge-Seite dokumentieren.

Mein Oktoberbuch weiß ich auch schon, es wird "The Horse and His Boy" von C.S. Lewis sein.

Meine anderen Challenges laufen derweil wie geplant weiter bis zum Jahresende. Hier die Zwischenstände zum 30. September:

30 Bücher gelesen, davon 25 rezensiert 

16/20 Vorgaben erfüllt

Punktestand Ende Juli = 265 Punkte  

76 von 77 Büchern gelesen




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Donnerstag, 26. September 2013

Wüstenerlebnis - Bilderflut

Wie viele Facetten Israel zu bieten hat, durften wir diese Woche mal wieder aufs Neue erleben. Auf Anregung einer befreundeten Familie entschlossen wir uns recht spontan zu einer Übernachtung in der Wüste. Ein ganz besonderes Erlebnis war das.

Beerotayim liegt südlich von Beersheva, etwa einen Kilometer von der ägyptischen Grenze entfernt, mitten im Negev. Dort haben einige Israelis ein sehr ursprüngliches Feriendorf errichtet - Khan Beerotayim. Übernachtet wird in Lehmhütten auf einfachen Matratzen - Steckdosen gibt es dort nicht (Handyakku aufladen Fehlanzeige), lediglich eine Energiesparlampe, denn der Strom des Dorfes wird aus Sonnenenergie gewonnen. Blitzsaubere Toiletten, Duschen und Waschbecken stehen in einem separaten Gemeinschaftsgebäude bereit.

Ein gemütliches Lagerfeuer brennt fast rund um die Uhr und hält eiserne Kannen mit Tee und Kaffee (schwarz und süß, wie es sich gehört) warm, aus denen man sich jederzeit bedienen darf. Kühles, süßes Trinkwasser wird in hohen tönernen Krügen aufbewahrt, aus denen man sich mit der Schöpfkelle bedient.

Das Abendessen besteht aus gewürztem Fleisch, Reis, verschiedenen Salaten, Humus, Tehina und frischem Fladenbrot, zum Nachtisch Baklava, was braucht man mehr?

Abends kann man Tee schlürfend in der frischen Wüstenkühle am Feuer liegen und in den klaren Sternenhimmel schauen, bevor man sich in die Hütte zurückzieht, gemütlicher geht eigentlich nicht. Und wenn man nicht gerade Mitbewohner hat, die um Mitternacht lautstark in einen Geburtstag hineinfeiern oder ähnliches, kann die Nachtruhe in Khan Beerotayim wahrscheinlich kein Lärm stören.

Am nächsten Morgen wartet ein großes israelisches Frühstücksbüffet auf die Gäste. An verschiedenen Käsen wie Feta, Labane, Mozarella, Oliven, Salat, Gemüse, Tehina, verschiedene Brote, aber auch Müsli, Cornflakes und Marmelade kann man sich gleich schon wieder sattessen. Danach vielleicht eine Radtour oder ein Kamelritt? Wir haben uns für letzeres entschieden, was für uns ganz neu und sehr, sehr spannend war. Ganz anders als erwartet, aber ziemlich cool.

Weitere Highlights: Brieftauben freilassen und Drachen steigen lassen. Außerdem ein super-freundliches tiefenentspanntes Team, ganz klasse.

Jetzt aber Fotos, nein, die Farben sind nicht nachbearbeitet. Wir hatten wirklich so einen strahlend blauen Himmel mit Wolken. Das ist in Israel in der Wüste recht selten.


Durchhängen

Hauskamele

Abendessen

Frühe Morgenstimmung

Kamele hautnah

Selbstbedienung


Terrasse

Waschraum

Duschbereich

Wer stört denn da?

Karawane

Drachenläufer

Sonntag, 22. September 2013

[Buch] Trailer für "Die Verschworenen" von Ursula Poznanski

Am 16. Oktober erscheint im Loewe-Verlag ein Jugendbuch, auf das ich mich schon seit Monaten freue: Ursula Poznanskis "Die Verschworenen" ist der zweite Teil einer packenden Dystopie (Teil 1 -"Die Verratenen" - habe ich hier rezensiert), die irgendwo in der Zukunft in einem von Umweltkatastrophen und Klimawandel gebeutelten Europa spielt.


Inhaltsangabe des Verlags:
In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann. 

Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet.Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.

Trailer:




Alle Neuigkeiten zum Buch und Informationen zu Ursula Poznanskis weiteren Jugendbüchern finden sich auch auf ihrer Verlagswebsite: www.ursula-poznanski.de


Auf meinem Blog sind bisher Rezensionen zu Erebos , Fünf und Die Verratenen erschienen.



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Samstag, 21. September 2013

Der erste Regen

Der erste Herbstregen ist in Israel ein sehr willkommenes, ja ersehntes Ereignis.

Nach Monaten staubtrockener bis tropisch-feuchter Sommertage ohne den kleinsten Regenschauer ist der erste Guss eine Erlösung. Einen Namen hat der erste Regen sogar auch, man nennt ihn "Yoreh" (von "Lirot"="schießen").

Bei uns war es heute soweit. Mit starkem Wind und ein paar bedrohlich wirkenden grauen Wolken in einem ansonsten strahlend blauen Himmel fing es an, dann fielen die ersten zaghaften Tropfen, kaum wahrnehmbar hätten wir sie fast verpasst, und dann passierte länger nichts bis es gegen Abend doch noch einen richtigen Regenschauer gab. Kurz aber heftig.

Die israelische Seele atmet auf, der Gatte, der die letzten Tage über die Hitze gejammert hat wie den ganzen Sommer über nicht,  kommt aus dem aufgeregten Staunen über diese plötzlich viel schönere Welt und saubere Luft nicht heraus und ist gleich ein ganz anderer Mensch.

Hach.

Donnerstag, 19. September 2013

Was leckeres...

haben wir heute in Jerusalem gegessen.

Bei einem Ausflug in die immer wieder faszinierende Altstadt darf ein traditioneller Imbiss auf keinen Fall fehlen.

Auf Empfehlung einer lieben Freundin waren wir heute (nach unserem schon länger geplanten Mauermarsch) im "Nafoura", einem armenischen Restaurant an der Altstadtmauer. Der hausgemachte Humus und die Falafeln zergingen auf der Zunge - mehr braucht's an einem heißen Septembertag in Israel nicht. Das Personal war freundlich und zuvorkommend trotz akutem Mittagsstress mit einer großen Pilgergruppe am Buffet. Können wir empfehlen :)

Ebenfalls ans Herz legen kann ich euch die folgenden drei Food-Videos israelischer Köche. Jeder kocht und definiert "Israeli Food" ein bisschen anders. Da bekommt man gleich wieder Appetit....







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Freitag, 13. September 2013

12-von-12 September 2013

Wie jeden Monat war auch gestern wieder 12-von-12 bei Draußen nur Kännchen angesagt.

Mein Tag war hektisch und ausgefüllt, weswegen ich - wie immer - verpennt habe, die besten Motive festzuhalten.

Von meinem Tageshighlight etwa, der Lesung von Thomas Meyer (Autor von "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse) im Goethe Institut Tel Aviv, habe ich kein einziges brauchbares Foto, aber hey, so ist das Leben nun mal...

Zu allem Überfluss hat Google auch noch just die Editierfunktion in Picasa gründlich umgekrempelt, sodass ich die Fotos nicht mal vernünftig bearbeiten konnte.

Aber genug gejammert. Hier ist die Fotoausbeute meines gestrigen Tages:


Schulweg
Schulweg II - Schülerlotsinnen
Blumen fürs Wochenende
das obligatorische Wäschebild 
unsere neuen Balkonblumen
Kaffee I (ich hatte einen späten Start bei der Arbeit)
immer wieder die Brücke
Pflanzkübel in Tel Aviv - Oliven und Blumen
Tel Aviver Zentrum, die ewige Baustelle
Kaffee II - am Arbeitsplatz
gesundes Mitnahmebrunch
Zuhause: kreative Reste vom Vorabend


Und ihr so?

Chat vor Jom Kippur

Heute Abend beginnt in Israel Jom Kippur. Das ist der zentrale  Sühnetag im Judentum an dem nicht nur religiöse Juden fasten (auch Wasser darf  nicht getrunken werden), um für ihre großen und kleinen Sünden des vergangenen Jahres zu büßen. 

Es ist jedes Jahr aufs Neue interessant zu sehen, wie sich auch völlig säkulare Juden an Jom Kippur besinnen. Wer nicht fastet bemüht sich zumindest, nicht zu provozieren - grillen oder picknicken ist an Jom Kippur "out". Meistens ist es an Jom Kippur auch noch unerträglich heiß, was die Fasterei nicht einfacher macht.

Für die Kinder hingegen ist Jom Kippur ein fröhliches Straßenfest. Da der Auto-, wie auch der Schienen- und Flugverkehr an diesem Tag komplett ruhen, gehören die Straßen den Kindern und ihren Fahrzeugen - sogar Radtouren mitten auf der Autobahn sind gefahrlos möglich :-)

Einige Eltern aus der Schulklasse planen ein Radltreffen für die Kinder,  im Chat las sich das vorhin so:
X: Lasst uns doch morgen Abend treffen. Dann können die Kinder radfahren und wir Eltern gemeinsam über die Fasterei jammern.
Y: Tolle Idee! Soll ich Kaffee mitbringen? (<- Scherz)
X: Wer Kaffee mitbringt und sich damit als Nichtfaster outet, muss aus Solidarität alle Kinder der anderen Faster hüten! Bis zum bitteren Ende.
Y: Fair enough.
Also, wer hier fastet nicht? :-)


Quelle: Roy Boshi

Donnerstag, 12. September 2013

ÖV und andere Transportmittel

Wir haben es redlich versucht. Ein ganzes Jahr sind der Gatte und ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit gefahren. (Fallstudie hier und Lagebericht hier)

Während das in meinem Fall mit einer Tür-zu-Tür-Pendelzeit von einer Stunde absolut noch im Rahmen ist, brachte er es mangels besserer Verbindungen auf über 4h täglich. Zusätzlich zu seiner Vollzeitstelle wurde sein Arbeitstag dadurch unerträglich lang, kostbare Zeit fehlte uns als Familie am Abend. Seit August fährt er daher wieder Auto, Umwelt- und Kostenfaktoren müssen - so schwer es auch fällt - hintenanstehen.

Für mich bedeutet das, dass ich unter der Woche kein Auto zur Verfügung habe und mit dem Rad zum Bahnhof fahren muss. Das geht aber spitzenmäßig (und wird noch besser gehen, wenn mein Hintern erst nicht mehr wehtut...) und wenn ich nachmittags das Mädchen abhole, dient uns das Rad als Packesel für ihren schweren Rucksack.

Einmal in der Woche, an meinem freien Tag, lässt der Gatte mir das Auto stehen und fährt mit dem Zug, damit ich flexibel bin und Besorgungen machen kann. Und den Wocheneinkauf. Den kann mein Packrad dann doch nicht tragen :-)

Sonntag, 8. September 2013

[Buch] Christopher Kloeble: Meistens alles sehr schnell (Buchthema Juli/August)

Das Buchthema der lesenden Minderheit für die Monate Juli/August 2013 lautete

Lies ein Buch, in dessen Geschichte es um eine Beziehung geht


Meistens alles sehr schnellMeistens alles sehr schnell by Christopher Kloeble
My rating: 3 of 5 stars

Von meinen in diesem Zeitraum gelesenen Büchern passt in diese Kategorie "Meistens alles sehr schnell" von Christopher Kloeble am besten. Denn in diesem ganz zauberhaft erzählten Roman, geht es im Grunde um nichts anderes als um Beziehungen. Dabei steht die Beziehung zwischen Albert und seinem Vater Fred im Mittelpunkt: Fred, der bereits im Rentenalter, aber geistig eigentlich nie über die Kindheit hinausgekommen ist, und der 19-jährige Albert, der seinem Vater so manches beibringen musste, das eigentlich Väter ihren Söhnen wie selbstverständlich beibringen - Fahrradfahren zum Beispiel -, und der verzweifelt auf der Suche nach seiner eigenen Identität ist. Seine Mutter soll ihm dabei helfen, nur weiß scheinbar keiner, erst recht nicht Fred, wer seine Mutter überhaupt ist, geschweige denn, wo man sie suchen soll. Anhand vager Anhaltspunkte beginnen Fred und Albert eine Odyssee, die sie in Rückblenden auch durch eine große Lebens- und Liebesgeschichte führt.

"Meistens alles sehr schnell" gehört für mich zu jenen literarisch anspruchsvollen Büchern, die ich sprachlich richtig auskosten kann, weil sie so gut und außergewöhnlich geschrieben sind. Die Handlung gerät für mich dabei fast zur Nebensache, sie sollte aber schon auch "stimmen", damit das Buch wirklich überzeugen kann. Den Erzählstrang, i.e. die Rahmenhandlung um Albert und Fred habe ich richtig gerne gelesen. Er ist einfühlsam, authentisch und humorvoll. Insbesondere Albert wirkt sehr glaubwürdig, wie er zwischen Verantwortungsbewusstein, Zuneigung, verzweifelter Resignation und tiefer Vaterliebe hin- und hergerissen wird, während seine Altersgenossen ein ganz "normales" Studentleben führen.

Der in Rückblenden erzählte Handlungsstrang um Freds und Alberts Herkunft, konnte mich allerdings nicht wirklich überzeugen. Zwar waren einige interessante Ansätze und Motive dabei, insgesamt fand ich die Zusammenhänge aber zu konstruiert, zu weit hergeholt und den ganzen Plot mit zu vielen Verwicklungen überladen. Stellenweise fand ich die Rückblenden daher sogar langatmig. Dazu kommt, dass ich ganz persönlich mit der Inzestthematik, die im Roman eine zentrale Rolle spielt, nicht wirklich viel anfangen kann.

"Meistens alles sehr schnell" lohnt sich trotzdem. Schon allein der reichen Sprache und der einfühlsamen Beleuchtung ganz besonderer Beziehungen wegen.



***

Das neue Buchthema für die Monate September/Oktober lautet

Lies ein Buch, welches von einem deutschen Krimiautor geschrieben wurde!

Da fallen mir spontan so einige ein, die noch auf meinem Kindle schlummern...  :-) 




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Freitag, 6. September 2013

Ödestes Neujahrsfest ever *Frust*

Das jüdische Neujahrsfest ist 2,5 Tage lang und ich mag es grundsätzlich sehr (eigentlich ist es sogar mein Lieblingsfest). Dieses Jahr wird es allerdings leider als das Neujahrsfest in unsere Familiengeschichte eingehen, an dem wir viel zu viele Dinge nicht gemacht haben.

Ich habe das traditionelle Abendessen nicht bei mir zuhause ausgerichtet, wie in manchen Jahren davor. Bei Schwiegermama war es zwar auch ok, aber ich konnte mich halt selber nicht so richtig kreativ in der Küche betätigen und zu jedem Gericht irgendwie Apfel, Honig oder Granatapfel hinzukombinieren. Seufz. Außerdem war der Abend insgesamt auch eher weniger entspannt, wie das manchmal bei solchen Familienfeiern halt so ist, und zum krönenden Abschluss hat sich mein Gatte des nachts auch noch fies erkältet, weil er mal wieder meinte, auf dem Balkon nächtigen zu müssen. Ohne Matratze und Decke natürlich.

Das heißt am ersten Feiertag (=gestern) war er zu nichts so richtig zu gebrauchen, einen richtigen Programmplan hatten wir fatalerweise sowieso nicht und so kam es etwa in der Tagesmitte zu einem sehr unerquicklichen Familienstreit. Der Haussegen konnte danach zwar wieder geklebt werden, ein blöder Nachgeschmack blieb an diesem Tag aber haften. Ein kurzer Besuch am Strand zum Sonnenuntergang sorgte wenigstens für einen positiven Abschluss, warf den Gatten erkältungstechnisch aber wieder zurück. Hmpf.

Aus diesem Grund fiel leider auch unser Plan für heute (den zweiten Feiertag), den Mauerspaziergang in Jerusalem mal wieder zu machen durch und so brachten wir es nur auf eine Stunde im Freibad und eine knappe Stunde im Park vor der Haustür. Aus Mangel an spannenden Alternativen (nicht mal Spielkameraden kann man am Hochfeiertag guten Gewissens rausklingeln) war ich kurz verzweifelt genug, das Kinoprogramm zu konsultieren, aber nicht mal darauf ist Verlass: Keine Kindervorstellung nach 15:00 in unserer Stadt heute.

Zum Glück ist der Tag jetzt erstmal rum. Morgen ist zwar immer noch Shabbat, aber abends machen wenigstens die Läden wieder auf. Für den nächsten Feiertag muss ich das Unterhaltungsprogramm unbedingt besser planen, sonst bekommt mein Kind noch ein Feiertagstrauma und DAS muss ja nun wirklich nicht sein.

Möge es trotz allem ein gutes Jahr werden!



(Obwohl das hier jetzt mehr als nur einen Tag umfasst, zähle ich es mal zum diesmonatigen Tagebuchblogging. Diese mehrtätigen Feste kommen mir ohnehin oft vor wie ein einziger, nicht enden wollender Tag...)



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Mittwoch, 4. September 2013

Shana Tova !

Schon wieder geht ein juedisches Jahr zuende, wir feiern Rosh HaShana.

Dieses Jahr im Familienkreis bei Schwiegers (nebenan tobt der Baer), weswegen ich ohne Umlaute und nur sehr kurz angebunden unterwegs bin.

Aber ein Video der Fountainheads habe ich fuer euch. Die kennt ihr schon von frueheren Festen und sie enttaeuschen auch mit ihrer neuesten Produktion nicht. Diesmal ist es komplett auf Hebraeisch, aber die Musik ist trotzdem wunderbar und die Bilder sprechen fuer sich :)

Meinen israelischen Freunden ein frohes Fest und euch allen einen suessen Gruss aus Israel :)



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Montag, 2. September 2013

Hurra ich hab ein Schulkind....

Jetzt habe ich also ein Schulkind. Am letzten Dienstag, als in Israel landesweit und für alle die Schule wieder begann, wurde unsere Tochter eingeschult.

Aufregend war das, vor allem weil der Informationsfluss seitens der Schule zum Schulbeginn sehr zäh war. Das fing schon damit an, dass ich im Juli verzweifelt versuchte, an eine Materialliste zu kommen und sich später herausstellte, dass der Name unsere Tochter zwar auf der Schülerliste stand, jedoch ohne Kontaktdaten, die wir aber natürlich bei Anmeldung angegeben hatte. Das Sekretariat der Schule hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst in die Ferien verabschiedet, und wenn mir nicht just die eine Mutter, die ich schon aus dem KiGa kannte, die Nummer der Elternbeirätin rausgerückt hätte (sie war kontaktiert worden), hätten wir wohl die Sammelbestellung der Bücher verpasst. Was besonders spaßig ist, weil es bedeutet, dass man dann in verschiedensten Läden die Liste zusammentragen muss, weil keiner alle Bücher auf Lager hat. Irgendwie hätte ich ja erwartet, dass die Erstklässler Materialliste und co. per Post bekommen, aber man darf nie vergessen, dass wir uns hier in Israel befinden.

Relativierend muss ich zwar einschieben, dass ein Großteil der Klasse schon gemeinsam in der Vorschule war und dort die Informationen erhalten hatte,  das heißt aber nicht, dass man die neuen Schüler einfach "vergessen" darf. Einen offiziellen Brief per Post erhielten wir etwa 1-2 Wochen vor Schuljahresbeginn. Wir waren gerade im Urlaub, daher kann ich es nicht beschwören. So oder so: Ich finde das spät.

Zwei Tage vor der Einschulung gab es für die Klasse in der Schule ein kleines Treffen mit der Lehrerin. Mir wurde zwar spontan schwindelig ob der Klassengröße - 34 sind es aktuell, bis 40 wäre laut Bildungsministerium noch rechtens - aber für mein Kind war dieses Treffen der richtige Eisbrecher. Sie stellte nämlich fest, dass sie doch schon einige Mitschüler kennt, teilweise sogar noch aus ihrer allerersten KiTa-Gruppe :-)

Der Einschulungstag selbst ging eher unspektakulär vonstatten. Die Kinder durften ein wenig malen, "Paten" aus der 6. Klasse führten sie durch die Schule und dann war der Vormittag auch schon wieder zuende. Ich hatte mir freigenommen und schickte meine Tochter an diesem ersten Tag nicht in den Hort. Was sich im Nachhinein als gute Entscheidung erweisen sollte, denn Raum und Team waren wohl so unorganisiert, dass viele Mütter sehr, sehr nervös wurden. Im Chat der klasseninternen WhatsApp-Gruppe (Telefonkette war gestern, die Mütter von heute sind bei WhatsApp....) ging es jedenfalls hoch her und ganz aus der Luft gegriffen scheint die Hysterie nicht, sodass auch wir noch überlegen, ob wir uns nicht nach einer Alternative in Sachen Hort umsehen sollten.

Viel Anlass für Verwirrung sorgt noch die Flut an Material, das wir Eltern anzuschaffen hatten. So standen 4 verschiedene Ivrithefte auf der Liste - ein schmal liniertes Standardheft, ein Erstklässlerheft mit gestrichelten Linien, eines mit einer eingedruckten Druckbuchstabenleiste auf jeder Seite und eines für Schreibschrift. Welches packt man dem Kind ein, wenn die Lehrerin um ein nicht näher spezifiziertes Ivritheft bittet?

Apropos Lehrerin: Sehr kompetent und pragmatisch wirkt die. Hat 16 Jahre Schuldienst auf dem Buckel und beginnt heuer zum 6. Mal an unserer Schule mit einer 1. Klasse, die sie bis zum Ende der 2. begleiten wird. Da es bisher keinen Stundenplan gibt (das dürfte es eigentlich gar nicht geben, denkt sich der deutsch-pedantisch geprägte Mensch, gell?), schreibt die Lehrerin jeden Tag eine Email an die Eltern, in der sie berichtet, was gelernt worden ist, was Hausaufgaben und welche Bücher und Hefte am nächsten Tag mitzubringen sind. Dumm läuft es dann, wenn man nicht auf dem Emailverteiler steht. So geschehen einer Mutter (nicht mir, nein!), die heute erfahren musste, dass sie deshalb nicht nur den Elternabend, sondern auch alle Hausaufgaben bisher verpasst hat. Tja.

Aber zurück zum Thema: Die Lehrerin macht einen guten Eindruck und auch die Lernmethoden wirken auf mich sinnig (Ivrit erinnert mich an meine erste Deutschfibel). Glücklicherweise wird es wohl nicht, wie von mir ob dieser Klassenstärke befürchtet, auf reinen Frontalunterricht herauslaufen, denn für 16 Wochenstunden wird eine Hilfslehrerin in der Klasse sein, was Übungen und Stillarbeit in kleineren Gruppen ermöglichen soll. Außerdem profitiert die Klasse von der Betreuerin eines Integrationskindes, die auch bei den anderen Kindern mithilft und einfach "da" ist. Es ist also nicht alles mies im Balagan-Land.

Und was ist mit einer Schultüte? Das wurde ich von Bekannten und auch meiner Tochter immer wieder gefragt. Tatsächlich wollte ich auf diesen sehr hübschen, typisch deutschen Brauch nicht ganz verzichten, konnte dem Mädchen aber schlecht zumuten, vor versammelter Klasse als einzige mit Schultüte zu erscheinen. Als Kompromiss gab es daher zum Abschied aus Deutschland am vorigen Wochenende eine richtig, echte Schultüte überreicht. Ich hatte sie aus einem Bastelbogen in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Oma gebastelt - das war vielleicht eine Fisselarbeit !



* Nachtrag *

Erinnert ihr euch noch an unseren Schultaschenkauf? Vor allem daran, dass ich entschieden davon abgeraten hatte, eine Tasche mit Rollen zu kaufen, weil sie den Rucksack schwer und unhandlich machen? Nun, ich bin froh, dass wir letztlich das Modell mit abnehmbaren Rollen und Stange gekauft haben, denn nach nur 5 Schultagen hat das Schulkinder erkannt, was ich schon immer gesagt habe. Dabei hatte ich gerade die Vorzüge des Trolleys zu schätzen gelernt. :-D