Samstag, 29. Juni 2013

[Buch] Paolo Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen

Das Buchthema der lesenden Minderheit lautete im Mai-Juni


Lies eine Liebesgeschichte! 

Ich habe mich für den Überraschungserfolg des Italieners Paulo Giordana "Die Einsamkeit der Primzahlen" entschieden.



Die Einsamkeit der PrimzahlenDie Einsamkeit der Primzahlen by Paolo Giordano
My rating: 4 of 5 stars

Die Geschichte von Alice und Mattia ist eigentlich keine richtige Liebesgeschichte, denn die beiden sind sich zwar so seelenverwandt, dass man sie manchmal schütteln und mit Gewalt zusammenbringen möchte, selbst schaffen sie es aber über weite Teile des Romans nicht, sich wirklich nahe zu kommen.

Über ein Vierteljahrhundert hinweg lässt Giordana den Leser am Leben seiner Protagonisten abwechselnd teilhaben, d.h. Mattia-Kapitel und Alice-Kapitel wechseln sich immer wieder ab. Im Grundschulalter kennen sich die beiden noch nicht, und so erleben beide unabhängig voneinander ein schreckliches Kindheitstrauma, das fortan ihr ganzes Leben bestimmen wird. Es war für mich als Leserin sehr hart, diese Traumata mitverfolgen zu müssen bei denen überdeutlich wird, dass es die Eltern sind, die diese hauptsächlich zu verantworten haben, indem sie ihre sensiblen Kinder nicht so sehen und ernstnehmen konnten, wie sie das eigentlich gebraucht hätten. Die Folgen sind für Alice und Mattia schwere psychische Probleme und ein Unvermögen, unbeschwert in die Gesellschaft hineinzuwachsen. Immer wieder scheint es Hoffnung für die beiden zu geben, doch letztlich bleibt das Ende offen und trist.

Alles in allem überhaupt kein leichter Liebesroman also.


Zitate:
... ohne dass er die Worte seines Vaters recht verstand, sickerten sie doch osmotisch in ihm ein und lagerten sich tief unten in seinem Bauch ab. Er ließ es zu, dass sie dort mit der Zeit eine dicke klebrige Schicht bildeten, wie der Bodensatz zu lange gelagerter Weine. 
Kapitel 2

Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.
 Kapitel 21

Sie dachte an das so fragile Gleichgewicht ihrer Gestalt, an die schmalen Schattenstreifen, die ihre Rippen auf den Bauch warfen und die sie um jeden Preis verteidigen würde. 
Kapitel 32





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Donnerstag, 27. Juni 2013

Webfragmente #7

Kurz vor Monatsende mal wieder ein paar Fundstücke aus dem weltweiten Web :)


* ARD-Korrespondent Richard C. Schneider mit einer Reportage über die Jerusalemer Tram: Video WDR

* Die renommierte israelische Tageszeitung Haaretz hat in den Fotoarchiven gekramt und eine fotografische Zeitleiste zur Geschichte des Staates Israel zusammengestellt. Unbedingt durchklickenswert, allerdings wird man Pausen einlegen müssen, dieser Geschichtsexkurs hat es in sich:  Fotogalerie 65 Jahre Israel

Die ersten Knesset-Wahlen
* Eine Bloggerin zeigt uns mit einem Augenzwinkern Einsparungspotential durch Kinder: Was Sie (sich) mit Kindern sparen können

* Zu guter Letzt noch ein Reisetipp: Freunde von uns haben sich den Traum von einer ökologischen Lodge in Tansania erfüllt und bieten derzeit tolle Einführungsangebote an. Falls also jemand Lust auf Safariurlaub hat, hier wird euch geholfen: Tembo Kijani



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Dienstag, 25. Juni 2013

[Buch] Gesundlesen (5 Mini-Rezensionen)

Der einzige Vorteil am Kranksein ist, dass man dann einen offiziellen Grund hat, im Bett zu bleiben und zu lesen. Tatsächlich ging es mir seit letztem Mittwoch mit kurzen Pausen so mies, dass ich es nicht mal richtig an den Computer geschafft habe und das will was heißen. Wenn ich nicht im Halbschlaf vor mich hindämmerte, fraß ich aus Mangel an Alternativen so einige Leichtkostbücher (4 von 5 auf dem Kindle).


Agatha Raisin and the Murderous Marriage (Agatha Raisin, #5)Agatha Raisin and the Murderous Marriage by M.C. Beaton
My rating: 3 of 5 stars

Agatha scheint endlich am Ziel: Ihr gutaussehender Nachbar und - bis dato - überzeugter Junggeselle James will sie heiraten. Alles ist bereit, ihr Cottage so gut wie verkauft, nur das Jawort müssen sich die beiden noch geben. Da taucht allerdings plötzlich Agathas totgeglaubter Ehemann auf und macht ihre Pläne auf einen Schlag zunichte. Als wäre das noch nicht schlimm genug, wird ausgerechnet er kurz darauf ermordet aufgefunden und Agatha zur Hauptverdächtigen. Da bleibt ihr natürlich nichts anderes übrig, als selbst zu ermitteln.

Dieser fünfte Agatha Raisin-Krimi gefiel mir gut. Viele Leichen, eine gute Dosis englische Lebensart und der bereits bekannte bissige Humor schaffen ein spritziges Gesamtpaket.


Agatha Raisin and the Terrible Tourist (Agatha Raisin, #6)Agatha Raisin and the Terrible Tourist by M.C. Beaton
My rating: 2 of 5 stars

In Teil 6 der Agatha Raisin-Reihe setzt James sich nach Nordzypern ab, um Abstand zwischen sich und Agatha zu bringen, die ihm allerdings sofort nachreist. Dort angekommen findet sie James nicht sofort und freundet sich stattdessen mit einer Gruppe englischer Touristen an. Als eine der Damen ermordet wird, kommt Schwung ins Strandidyll.

Oder auch nicht.

Das war wohl der schwächste Agatha Raisin, den ich bisher gelesen habe. Obwohl mir Zypern als Kulisse an sich gut gefallen hat und Engländer da auch gut reinpassen, hatte ich absätzeweise den Eindruck, den Baedeker und keinen Krimi zu lesen. So ausgebreitet ergeht sich die Autorin über verschiedenste zypriotische Sehenswürdigkeiten, dass es den Lesefluss stört. Der Krimiplot ist nicht ausgereift und das Hin- und Her zwischen James und Agatha war für mich diesmal schon fast schmerzhaft mit anzusehen. Jetzt brauche ich erstmal Pause von Agatha.


Fang des TagesFang des Tages by Kristan Higgins
My rating: 3 of 5 stars

Maggie führt in einer kleinen Stadt in Maine ein beliebtes Diner, das sie von ihrem Großvater geerbt hat. Leider lebt Maggie allein mit ihrem treuen Labrador, denn auf der Suche nach dem Mann fürs Leben verliebt sie sich immer in die falschen, zuletzt in den neuen katholischen Priester ihrer Gemeinde. Als Mr. Right dann tatsächlich auftaucht, merkt sie es daher zuerst nicht und es gibt viele Irrungen und Wirrungen bis zum Happy End.

Diese liebenswerte Geschichte hat mich eher mit ihrem Witz und der schön ausgestalteten Kleinstadtwelt um die sympathische Heldin, als mit ihrem Romantikfaktor überzeugt. Wer schmachtende Liebesschwüre zum Leseglück braucht, sollte hier daher nicht zu viel erwarten.


Schutzpatron (Kommissar Kluftinger, #6)Schutzpatron by Volker Klüpfel
My rating: 3 of 5 stars

Ein altusrieder Kirchenschatz soll nach Jahrzehnten internationaler Ausstellungstournee zurück ins Ällgau und dort eine Museumssammlung schmücken. Doch ein Meisterdieb streckt bereits seine Finger danach aus. Außerdem hat das Kemptner Team den Mord an einer alten Frau aufzuklären, und Kluftingers geliebter Passat ist plötzlich verschwunden. Aus Scham meldet er den vermeintlichen Diebstahl jedoch nicht, sondern ermittelt auf eigene Faust. Da sind Chaos und Missverständnisse natürlich vorprogrammiert.

Kluftinger scheint mit den (Dienst-) Jahren immer schrulliger und - ich muss es schreiben - peinlicher zu werden. Mir persönlich ist das mittlerweile etwas zu viel des Guten, obwohl auch diesmal wieder einige gute Lacher dabei waren. Zu oft geraten die komischen Elemente aber fast zum Slapstick, das brauchts für mich nicht. Die Krimihandlung war mir auch etwas zu vorhersehbar und die Sache mit dem Auto sowieso. Wahrscheinlich kenne ich "Klufti" mittlerweile einfach schon zu gut.


Ewiglich die SehnsuchtEwiglich die Sehnsucht by Brodi Ashton
My rating: 3 of 5 stars

Nikki ist der Unterwelt entkommen. Nur ihre Liebe zu Jack hat sie während einer hundertjährigen Gefangenschaft vor dem Tod bewahrt. Nun ist sie wieder zurück in ihrer alten Umgebung, doch sie weiß, dass ihre Zeit begrenzt ist, denn die Schatten der Unterwelt haben sie noch nicht aufgegeben.

Brodi Ashtons Jugendroman um Nikki und Jack setzt die Orpheus und Eurydike-Sage in einen modernen Kontext. Dieser erste Teil einer Trilogie beginnt mit dem Ende - Nikkis Rückkehr - nur allmählich entsteht ein umfassendes Bild der Ereignisse bis zu ihrem Verschwinden und der mythologischen Zusammenhänge. Wer einen rasanten Spannungsaufbau mag, könnte das für langatmig halten. Allerdings braucht es dieses langsame Tempo, um die Gefühlsebene der Hauptpersonen adäquat darstellen und ausgestalten zu können. Ich selbst habe einige Kapitel gebraucht, mich in dieser Geschichte zurechtzufinden, danach konnte ich sie flüssig weglesen und genießen. Handlungsmäßig bin ich noch nicht sicher, ob mir das hier vorgelegt Material reicht, um wirklich neugierig auf die beiden Folgebände zu sein, ich werde in die Fortsetzung aber auf jeden Fall reinlesen.




Außerdem:


111 Orte in Berlin die man gesehen haben muss111 Orte in Berlin die man gesehen haben muss by Lucia Jay von Seldeneck
My rating: 4 of 5 stars

Diesen außergewöhnlichen Städteführer habe ich anlässlich einer anstehenden Berlinreise aus der Bibliothek ausgeliehen. Nach nur wenigen Seiten beschlich mich das dumpfe Gefühl, dass mich womöglich kein einziger der 111 vorgestellten Orte NICHT interessieren würde und ich daher besser 365 Tage statt 3 Tage Berlin hätte einplanen sollen. Dabei sind die Standardtouristenmagnete nicht mal vertreten!

Ziemlich vehement musste ich mich daher schnell von dem Gedanken verabschieden, hier nacheinander abhaken zu können, zu viele Ideen sind in diesem wertig aufgemachten Buch vertreten. Stattdessen habe ich mir einige Highlights herausgepickt, die ich mir ansehen will. Und man kann ja immer noch mal wiederkommen :-)




Freitag, 21. Juni 2013

Finale, Finale ! [U21]


Hier nun endlich mein kurzer Beitrag zu unserem Stadionbesuch am Dienstag. Früher ging leider nicht, weil mich zwischenzeitlich auch das Familienvirus erwischt hatte - nerv.

Aber auf Anfang: Wie in meinem letzten Beitrag angedeutet, war ich am Dienstag seit gefühlten 1000 Jahren mal wieder im Stadion. Ungefähr genauso lang habe ich nicht mal ein Fußballspiel im TV gesehen, was nur zeigt, wie wenig ausgeprägt die zuschauende Fußballkultur in diesem Land ist. Umso erstaunlicher, dass Israel dieses Jahr ausgewählt wurde, die Europameisterschaft der U21-Junioren auszurichten. Teils hochkarätig besetzte Teams aus 8 Ländern waren Anfang Juni angereist, um hier bei uns um den Pokal zu spielen. Durch glückliche Umstände konnte ich sehr günstig an Karten für das Finale im Jerusalemer Teddy Stadion kommen und so beschloss ich, dem Kind ein wenig grundlegende deutsche Sportkultur nahezubringen. Das war nämlich bislang der Meinung, Fußball sei nur für Jungs, Mädchen wären gerade gut genug für Ballett, und stand Fußball daher eher misstrauisch gegenüber.

Tatsächlich war ich nicht darauf vorbereitet, wie niedrig die Frauen- bzw. Mädchenquote im ausverkauften Stadium tatsächlich sein würde. Schon im Shuttlebus zum Stadium konnte man die weiblichen Wesen mehr oder weniger an einer Hand abzählen, ist das im Fußballland Deutschland auch so?

Dem Spaß am Spiel tat das aber keinen Abbruch. Die Atmosphäre war sehr familienfreundlich, unsere Plätze mit Blick auf das trefferstärkste Tor einfach nur ideal, und das Spiel mit 6 Toren, davon 2 Elfmetern und der Pokalverleihung mit viel goldenem Glitter und glücklichen spanischen Jungs überhaupt erste Sahne.

Über sportliche Einzelheiten will ich mich an dieser Stelle gar nicht aufhalten, dazu bin ich in der Materie einfach nicht mehr tief genug drin und war am Spieltag auch schon zu vergrippt, um wirklich viele Details mitzubekommen (leider). Für Interessierte hat die Bild einen kurzen Artikel mit Bildern und der Kicker wird richtig ausführlich.

Bilder?  

Aufgang zum Teddy-Stadium, Tor 18 (3 min. bis zum Anpfiff, ich war aber nicht schuld!)

1. Hälfte Blick auf das Tor der Italiener

2. Hälfte mit Flutlicht

Das Shuttlebus-Chaos nach dem Spiel erspare ich euch auch lieber. Wer Israel ein bisschen kennt wird mich verstehen wenn ich sage, dass mich die Organisation nicht wirklich überrascht hat... ;-) 




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Montag, 17. Juni 2013

Getestet: Tel-O-Fun

In Tel Aviv gibt es seit einiger Zeit die praktische Möglichkeit, Fahrräder zu mieten.

Das hat viele Vorteile: Man steht nicht im Stau, verfranst sich nicht in Sackgassen oder gar Einbahnstraßen, umgeht das berüchtigte  Parkplatzproblem (manche Tel Aviver kreiseln abends eeeewig, um wenigstens annähernd in Fußwegnähe zu ihrer Wohnung eine Lücke zu finden...) und Angst, dass das eigene Rad geklaut werden könnte, braucht man auch keine zu haben.

Heute bot sich mir endlich eine Gelegenheit, Tel-O-Fun mal zu testen. In der Mittagspause musste ich nämlich kurz nach Downtown TA, um meine Tickets fürs U21-Finale abzuholen (dazu morgen mehr). Zu Fuß bzw. mit dem Bus war mir das zu lästig und hätte sicher mindestens eine Stunde gedauert. Also mit dem Rad.

Auf der Tel-O-Fun-Website kann man anhand eines interaktiven Stadtplans nachsehen, wo sich die nächste Station befindet (gegenüber meiner Arbeitsstelle, wie praktisch) und sogar in Echtzeit prüfen, wie viele Fahrräder dort aktuell bereit stehen. Dort angekommen zieht man einfach seine Kreditkarte durch, wählt die gewünschte Mietdauer (ein Tagesticket ist mit rund € 3,50 kaum teurer als eine Bustageskarte) und schon kann man sich ein Fahrrad aussuchen. Der Entsperrmechanismus hakelte bei mir beim ersten Mal etwas, das System spuckte eine Meldung "Fahrrad defekt, bitte nochmals wählen" aus, um beim zweiten Mal anstandslos aufzugehen. Mitgeliefert wird ein Code für das praktische Zahlenschloss. So kann man das Fahrrad unterwegs einfach anschließen, wenn man es noch nicht zurückgeben kann oder will. Allzu lange sollte das Radl allerdings nicht "rumstehen", denn das System ist so getaktet, dass ab einer Nutzungsdauer von 30 Minuten Zuschläge auf die Grundgebühr fällig werden. So werden die Mieter ermutigt, ihre Räder nicht unnötig zu blockieren, sondern zeitnah zurück in die Station zu bringen. Je nach Bedarf kann nach einer kurzen Pause dann einfach wieder ein neues gemietet werden - beliebig oft innerhalb der gelösten Mietperiode.

Das Fahrgefühl ist klasse. Die Räder sind perfekt für den Stadtverkehr geeignet. Dicken Reifen gleichen die vielen Bodenunebenheiten aus, das Dreigangsystem ist genau richtig für diese weitgehend flache Stadt mit vereinzelten kurzen Buckeln, und auf einem praktischen Gepäckträger fixieren starke Gummigurte Handtasche oder Rucksack. Gefällt mir gut. Doch. 

Das automatische Mietsystem ist so easy und selbsterklärend, dass sogar Touristen damit keine großen Probleme haben sollten. Und wenn doch, gibt es überall hilfsbereite Israelis, die jederzeit gerne ihre Expertise anbringen ;-) 







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Samstag, 15. Juni 2013

Was ist schlimmer als ein krankes Kind zuhause?

 Richtig. Ein kranker Mann.


Nachdem ein mysteriöser Virus unsere Tochter letzte Woche geschlagene 3,5 Tage mit teils hohem Fieber flachgelegt hatte, hat es gestern den Papa erwischt. Er fühlt sich richtig dreckig, dabei wollten wir dieses Wochenende so viel erledigt haben. Ich hoffe sehr, dass es mich nicht auch noch heimsucht und schlucke brav Abwehrkräfte, denn bis zum Umzug gibt es noch so einiges zu tun.

Aktuelle Packstatistik:

Kistenausbeute heute: 9
Kistenbilanz insgesamt: 28
In Prozent (geschätzt): 50
Tage bis zum Umzug: 14

(Statistisch nicht erfasst ist unser Keller, ich darf gar nicht dran denken. Nächstes Wochenende müssen wir den unbedingt klarmachen, sonst wird's eng.)

Ihr seht schon, ich bin nicht schlecht ausgelastet dieser Tage, was nicht entschuldigen, aber erklären soll, dass es gerade weniger Fragmente zu lesen gibt. Das wird aber wieder besser, versprochen :-)



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Mittwoch, 12. Juni 2013

12 von 12 im Juni 2013


Heute war wieder "12 von 12", das heißt es galt 12 Alltagsfotos zu knipsen.

Leider vergesse ich tagsüber meistens, dass der 12. ist, sodass ich hauptsächlich Fotos von morgens und abends vorweisen kann, aber seht selbst:















Jetzt lässt es sich wirklich nicht mehr wegdiskutieren: Wir werden zum Ende des Monats umziehen, d.h. die nächsten 12 von 12 gibt es schon aus unserem neuen Leben, äh, unserer neuen Wohnung. Zum Glück ziehen wir ja nur die Straße runter. 

Alle Bilder werden wie immer auf Draußen nur Kännchen ausgestellt. Viel Spaß beim Rumkucken :)

Meine bisher angesammelten 12 von 12 gibt's unter dem gleichnamigen Label oder aufgelistet auf meiner Fotoseite



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Dienstag, 11. Juni 2013

[Buch] Drei israelische Kinderbücher

In Israel ist zur Zeit die Woche des hebräischen Buches. Landesweit finden zahlreiche Veranstaltungen in Schulen und öffentlichen Einrichtungen sowie Büchermärkte in jeder größeren Stadt statt. Zeitgleich übertreffen sich die beiden großen Buchhändler "Steimatzky" und "Tzomet Sfarim" mit attraktiven Sonderangeboten. "Steimatzky" etwa bietet "2 Bücher geschenkt beim Kauf eines Buches", "Tzomet Sfarim" hält mit "3 Bücher für 99,-" bzw. "3 Bilderbücher für 79,-" dagegen. Den Konsumer freut's, die Kehrseite der Medaille aus Verlegersicht beleuchtet ein aktueller Artikel auf Haaretz.com. Aktuell wird überlegt, eine Preisbindung zumindest für Neuerscheinungen einzuführen.

Mich betreffen diese Killerangebot nicht direkt als Leser, da ich zu selten hebräische Originale lese. Dafür verschenke ich zu Kindergeburtstagen (mein Reizthema...) bevorzugt Bücher und lege mir zu diesem Zweck bei solchen Aktionen gerne Geschenkevorräte an. Da ich nicht immer Zeit und Muße habe, im Laden die Bilderbücher zu lesen, und ich sie ohnehin mit Umtauschbon verschenke, wähle ich in der Regel nach Titel und Cover aus. Diesmal waren alle drei richtige Schätze, wie ich zuhause mit meiner kleinen - heute leider kranken - Testleserin feststellen durfte:




B'diuk kmo SheRaziti (Genau richtig) von Elinoar Keller und Naama Peleg-Segal

Wer kennt das nicht? Das Kind beginnt motiviert ein Bild zu malen und ist furchtbar frustriert, wenn ein Strich daneben geht. So frustriert, dass es das Bild am liebsten zerknüllen und wegwerfen will. Nicht in diesem aufwändig gestalteten Bilderbuch: Das Mädchen, das hier ein besonders schönes Bild malen will, entdeckt nämlich, dass "Fehler" oft neue Ideen inspirieren und am Ende wird das Bild zwar nicht so, wie sie es am Anfang geplant hatte, aber trotzdem genau richtig :)

Kinneret, Zmora-Bitan, Dvir - Publishing, Or Yehuda, 2013



HaHufsha  (Der Urlaub) von Gilad Soffer

Der Gänserich freut sich an seinem beschaulichen Urlaub, bis der Vorleser beginnt umzublättern und das auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht unterlässt. Seine Laune verschlechtert sich von Seite zu Seite ...

Geniale Idee, wahnsinnig witzig umgesetzt. Wir haben beide herzhaft gelacht und die Geschichte inzwischen mehrmals gelesen. Im Einband wimmelt es von bunten Ein- und Ausreisestempeln aus aller Herren Länder zum Erforschen und Fernweh entwickeln. 

Am Oved Publishers, Tel Aviv, 2013 




Savta Mina m'Binyamina (Oma Mina aus Binyamina) von Datia Ben-Dor

Mina ist eine israelische Oma aus Binyamina. Sie hat drei Söhne, eine Tochter und 13 Enkelkinder (und eins unterwegs) , die sie täglich mit dem Zug besucht. Oder auch nicht, denn auf dem Weg zum Zug verquatscht sie sich rettungslos ...  Typisch israelisch und herrlich komisch. Mitgeliefert wird die  Geschichte als Hörbuch-CD, gelesen von der Autorin höchstselbst.

Modan Publishing House, Moshav Ben-Shemen, 2009




Zumindest die beiden erstgenannten Bilderbücher würden sich meiner Meinung nach auch für den internationalen Markt eignen, also falls ein deutscher Verleger hier zufällig reinklickt....




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Sonntag, 9. Juni 2013

[Buch] Ein Bücherstöckchen

Diesmal von Bücherwahn, vielen Dank dafür!

Da ich dieses Stöckchen schon einmal bekommen habe, werde ich an dieser Stelle darauf verzichten es weiterzureichen. Aber beantworten will ich die Fragen gerne :)


1. Magst und machst du gerne Tags?
An sich ja, ich beantworte gerne Fragen und nehme auch in der Regel brav an Umfragen teil, bzw. fülle Formulare aus
2. Kannst du mir deine Bücher-Jahreshighlights der letzen drei Jahre (2010, 2011 und 2012) nennen?
2010: Twilight, Seelen und Hunger Games
2011: Gute Geister von Kathryn Stocket und Sturz der Titanen von Ken Follett
2012: Deine Juliet von Mary Ann Schaffer und Der Märchenerzähler von Antonia Michaelis

Ausführlicher habe ich u.a. darüber schon an anderer Stelle mal gebloggt: Lieblingsbuch oder Lieblingsgenre?
3. Wie bist du darauf gekommen zu bloggen?

Ich konnte mich schriftlich schon immer am besten mitteilen. Vor ein paar Jahren war ich ziemlich verärgert, weil die Ereignisse, mit denen wir uns hier in Israel Tag für Tag rumschlagen, im Ausland oft ganz anders interpretiert und kommentiert werden, als wir sie hier wahrnehmen. Also beschloss ich zu bloggen, um meine Gedanken zu sortieren und aus meinem Alltag zu berichten. Zum bunt zusammengewürfelten Buch-Lifestyle-Mama-Blog vor israelischer Kulisse wurde es aber erst Anfang 2012.

4. Rezensierst du jedes Buch, das du liest?

Ich versuche es. Allerdings erscheinen nicht alle auch als eigener Beitrag im Blog, das gäbe ein Ungleichgewicht den anderen Themen gegenüber. Die Faustregel lautet: Bücher, die mich besonders beeindruckt haben, bekommen einen eigenen Beitrag, andere werden als Mini-Rezensionen zusammengefasst und wieder andere rezensiere, bzw. kommentiere ich nur auf Goodreads.com oder Amazon. Alle Bücher zu denen ich jemals irgendwas geschrieben habe, liste ich aber in meiner Rezensionsliste auf.

5. Was hältst du von Bücherchallenges? 

Machen mir Spaß und mache ich auch gerne mit. Dieses Jahr bin ich bei insgesamt vier Challenges angemeldet. Ich versuche, mich nicht bei zu vielen anzumelden, damit es realistisch bleibt. Aussteigen oder es letztlich nicht schaffen ärgert mich nämlich immer. Ich bringe Dinge gerne zuende.
 
6. Machst du dir Notizen beim Lesen?

Selten. Wenn überhaupt nur bei Kindle-Büchern. Aber auch nur, wenn mir eine Passage besonders gefällt.

7. Was ist dein Lieblingsgenre und warum?

Außer Horror lese ich eigentlich alles gerne. Dystopien haben mich in den letzten 1-2 Jahren besonders fasziniert, das scheint aber gerade etwas abzuflachen.

8. Nenne mir deine fünf Lieblingsautoren! 

Spontan: Ken Follett, Stephenie Meyer, Noah Gordon, Victoria Hislop, Katharina Hagena

9. Schreibst du Verlage zwecks Leseexemplaren an und warum ja/nein? 

Nein, habe ich bisher nicht gemacht. Ich denke, da mein Blog kein reines Bücherpublikum anspricht, ist das für Verlage weniger interessant.

10. Welche Hobbys hast du neben dem Lesen und Bloggen noch?

Hobbies außer Lesen und Internet? Hm...  Filme und Serien sehe ich ab und an, und ich schwimme sehr gern. Außerdem habe ich eine Schwäche für Online-Spiele und Brettspiele.






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Freitag, 7. Juni 2013

Webfragmente #6


Lesenswerte Fremdfragmente und Schnipsel der letzten Tage:


Die Fußballeuropameisterschaft U21 wird dieser Tage in Israel ausgetragen. Ja, tatsächlich. Ein internationales nicht ganz unbedeutendes Fußballevent. Bild.de hat den amtierenden israelischen Botschafter Ya‘akov Hadas-Handelsman und den israelischen Hertha-Profi Ben Sahar zum Gespräch getroffen: Interview

Und die Spieler der deutschen Mannschaft haben sich gestern vor dem ersten Spiel mit diesen T-Shirts warmgelaufen. Es trägt den Aufdruck "Margishim b'Beit" - "Wir fühlen uns zu Hause". So eines hätte ich ja gern für mich ^^


Hannah Katsman, eine der einflussreichsten englischsprachigen Bloggerinnen in Israel schreibt über religiöse Toleranz:  My Lesson in Tolerance (Englisch)
 
(Hintergrund ihres Artikels sind die zunehmend agressiven Proteste an der Klagemauer gegen eine Gruppe von Frauen, die dort monatlich zum Gebet zusammen kommen und dabei Gebetsbräuche pflegen, die traditionell Männern vorbehalten sind. Das Thema wird seit Monaten in Israel kontrovers diskutiert. Mehr: Women of the Wall)


Clemens Wergin erklärt sehr fundiert den komplexen Syrienkonflikt auf seinem Blog Flatworld.de: Syrien oder die zerfallende Ordnung des nahen Ostens


Sehr gerührt hat mich ein Artikel über das finnische "Babypaket", das heuer seinen 75-jährigen Geburtstag feiert. Mir war es neu, dass in Finnland alle werdenden Mütter vom Staat eine Erstausstattung für ihr Baby bekommen. Pragmatischer Ansatz: Die Kiste mit integrierter Matratze kann sogar als erstes Bettchen genutzt werden (wenn man das will):
Aktueller Artikel (Englisch)
Allgemeine Informationen zum Babypaket


Und was zum Lachen für all die Bibliomanen da draußen: 25 Anzeichen dafür, dass du büchersüchtig bist - viele Bilder (Englisch)




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Mittwoch, 5. Juni 2013

5. Juni: Tagebuch


Mein Tag beginnt damit, dass ich zum dritten Mal in dieser Woche meinen Zug haarscharf verpasse. Eine Baustelle legt seit zwei Wochen eine Hauptkreuzung lahm, was vor allem morgens zur Rush Hour dazu führt, dass ich praktisch keine Chance habe, pünktlich am Bahnsteig zu stehen. Wo doch sowieso alles so eng getaktet ist bei uns. Mensch.

Zudem bin ich übermüdet weil ich mich gestern noch lange an einem Schmachtfetzen mit Pferden ("Wendy" für große Mädchen sozusagen) festgelesen habe, statt vernünftig schlafen zu gehen. Den kann ich jetzt immerhin schnell fertig lesen, wenn ich schon Wartezeit totschlagen muss. Seufz.

Im Büro ist heute ziemlich viel los, der Tag geht rum wie nix, und viel zu schnell sitze ich schon wieder im Zug nach Hause (und erinnere mich sogar daran, diesen Blogeintrag anzufangen).

Um 16:30 hole ich ein ausgepowertes, leicht quengeliges Kind im Hort ab. Die Nachricht, dass wir um 17:30 bei ihrer Nachbarsfreundin eingeladen sind, begeistert sie nicht wirklich. Lieber wäre sie zu einer anderen Freundin gegangen. Socializing im frühen Kindesalter ist schon anstrengend. Der Unmut ist aber schnell vergessen und nach einer kleinen Krise darüber, dass wir nicht schon um 17:15 dort aufschlagen können, einem auf dem Küchenboden zerschellten Ei und einem Snack, ist letztlich alles wieder gut.

Bei Nachbars verbringen wir vergnügliche zwei Stunden. Die Mädels hängen vor einem Video ab und wir Mamas klönen. Hauptsächlich über Paris und französisches Essen - unsere Nachbarn haben dort gerade ein langes Wochenende verbracht und Haribo, Granola-Kekse und Schokolade mitgebracht.

Um 19:30 holen wir den Papa am Zug ab. Zuhause setze ich Nudelwasser auf und einen Topf Bolognese an. Während alles kocht, fahre ich noch schnell die Straße runter und schaue mir einen gebrauchten Gasherd an, den ich heute in den Kleinanzeigen entdeckt hatte. Für die neue Küche brauchen wir nämlich Einbaugeräte, unser treuer Herd kann also leider nicht mit umziehen. Zum Glück macht das gebrauchte Teil einen soliden Eindruck und für nur 100 Schekel kann man fast nichts falschmachen. Ich greife also zu.

Als ich zurückkehre ist das Essen fertig und das Kind inzwischen so müde, dass es gar nicht mehr ans Abendessen denkt. Wie gut, dass wir vorher so ausgiebig gesnackt haben. So geht er allmählich zuende, dieser völlig unspektakuläre Mittwoch.
 

Alle Tagebuchblogs könnt ihr heute wieder bei Frau Brüllen lesen.


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Montag, 3. Juni 2013

Photo a Day May 2013 - alle Fotos auf einen Streich

Im Mai habe ich nur rund zwei Drittel der Fotos für Fat Mum Slims Photo a Day - Challenge geschafft. Da es diesen Monat umzugsstressbedingt nicht besser werden wird, habe ich beschlossen, den Juni über mal komplett zu pausieren.

Überhaupt bin ich nicht sicher, ob ich nicht statt der Challenge lieber versuchen sollte, regelmäßig interessante Foto aus meinem Israelalltag (vielleicht mit Hashtag #PhotoIL oder #IsraelPic, falls sich jemand beteiligen will) zu twittern, was meint ihr?
























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