Montag, 29. April 2013

[Buch] Emilie Richards: Rückkehr an den Ort meiner Träume

Das Buchthema März/April 2013 der lesenden Minderheit lautete:
Lies ein Buch mit einem grünen Cover!

Ich habe mich für ein Buch von meinem Kindle-Stapel entschieden, der sowieso immer viel schneller wächst, als ich ihn weglesen kann.

Rückkehr an den Ort meiner TräumeRückkehr an den Ort meiner Träume by Emilie Richards
My rating: 3 of 5 stars

Dieser Kindle-Roman aus einer Gratisaktion zum Valentinstag 2012 hat nicht nur ein ziemlich grünes Cover. Die Hauptperson Mara hat grüne Augen und trägt oft  grüne Kleidung. Grün ist in dem Buch also eine Farbe, die immer wiederkehrt, nicht zuletzt weil man sich durch die malerischen Beschreibungen die Landschaft mit ihren Schafen und grünen Hügeln ganz gut vorstellen kann.

Die Handlung dieses Romans ist schnell erklärt. Duncan Sinclair, ein umwerfend attraktiver alleinerziehender Vater kehrt nach Jahrzehnten in sein Heimatdorf in den schottischen Highlands zurück. Dort trifft er schnell auf Mara, eine beinahe feengleiche junge Frau, die außerhalb des Dorfes ein kleines Stück Land bewirtschaftet und sich von den Dorfbewohnern weitgehend fernhält. Irgendein Geheimnis umgibt sie, aber welches? Natürlich fühlt sich Duncan trotzdem (oder gerade deshalb) zu ihr hingezogen. Und am Ende geht alles gut aus.

Das ist insgesamt erstaunlich nett zu lesen für einen paranormal angehauchten Liebesroman, aber mehr auch nicht. Abzüge gibt es zudem für die schwache Übersetzung mit einigen Schreib- und Grammatikfehlern.

Kindle-Edition | 321 Seiten | MIRA Verlag 2011




Neue Fragmente per Email abonnieren:



Sonntag, 28. April 2013

Märchengeburtstag (ohne Disney)

Ein vergnüglicher Kindergeburtstag liegt hinter mir. Und ich habe es geschafft, mir selbst zu beweisen, dass es nicht das israelische Standardprogramm (hier lest ihr mehr) braucht, um Vorschulkinder zufrieden zu stellen. Ich habe auch nicht den ganzen Kindergarten eingeladen. Allerdings konnte ich den gesellschaftlichen Zwang nicht komplett ausblenden, und so wurden schließlich alle Mädchen eingeladen. Nennt mich feige, aber ich habe es einfach nicht fertiggebracht, fast alle Mädchen und 1-2 ausgewählte Lieblingsjungs einzuladen, wenn mein Kind gleichzeitig auf allen Festen mittanzt weil die meisten anderen Familien Pauschaleinladungen aussprechen.

Nachdem ich mich über einen Monat nächtelang mit allerlei Planungsszenarien gequält hatte, blieb ich letztlich am Thema "Märchen" hängen. Die Grimms sind bei uns zur Zeit sehr angesagt, und ein spontan durchgeführtes Mindmap brachte eine reiche Ideenausbeute. Nur zu kitschig sollte es nicht sein. Und die Disney-Prinzessinnen dürften nicht mitmachen. Stattdessen habe ich mich für schwarz-weiße Scherenschnittbilder als wiederkehrendes Motiv entschieden. Easy.




Ein selbstgebautes Riesen-Sagaland hätte mich noch gereizt (die Bäumchen hätte man gut mit grünen Tonkartonhüten nachbauen können), aber letztlich habe ich es verworfen, auch weil sich das Spiel für rund 12 Spieler doch eher nicht eignet. 

Auf der Spieleliste standen:

- Ein verwünschtes Paket auspacken (ihr wisst schon, das Spiel mit den vielen Papierschichten um eine Tafel Schokolade)
- Aschenputtel den richtigen Schuh zuordnen (ein Spieler muss mit verbundenen Augen herausfinden, welchem Mädchen ein bestimmter Schuh passt)
- Äpfel fischen (allerdings nur die grünen, der einzelne rote in der Schüssel sollte gemieden werden..)
- Reise durch den Zauberwald/zum Zauberschloss (bzw. "nach Jerusalem") 
- Topfschlagen

Gespielt haben wir letztlich nur die ersten beiden, denn wir wollten auch noch ein süßes Keks-Hexenhaus basteln. Und eine Geschichte vorlesen. Da sind zwei Stunden schneller um, als man schauen kann.









In den Tüten war für jedes Mädchen ein Armband (ich habe mal wieder den unerschöpflichen Perlenvorrat meiner Tochter geschröpft - merkt sie nie bei der Masse!), eine Partytröte und ein kleiner Handspiegel. Von mir persönlich auf das corporate Design des Geburtstages hin modifiziert.


Ich habe fertig. Aber es ist insgesamt gut gelaufen. Doch.

(Nur den batteriebetriebenen rosa Plüschpudel würde ich am Liebsten unbemerkt umtauschen. Blöd nur, dass er - natürlich - besonders begeistert entgegen genommen wurde...)





// Das war 2013 mein erster Mottogeburtstag. Seither haben wir eine Party mit Schatzsuche, eine Tea Party und einen Safarigeburtstag gefeiert. //


Samstag, 27. April 2013

[Buch] Mini-Rezensionen April 2013

Ein Schwung Minis - 1x Deutsch, 2x Englisch :) 


Meine erste bis neunundneunzigste LiebeMeine erste bis neunundneunzigste Liebe by Jasna Mittler
My rating: 4 of 5 stars

Das ist ein sehr ungewöhnliches, unheimlich nettes Buch. Irgendwo zwischen Roman, Gedichtband und Autobiographie zählt Jasna Mittler in kurzen Sätzen knapp und aufs Wesentliche beschränkt ihre bisher erlebten "Lieben" auf. Jedes Erlebnis ist mit einer passenden Zeichnung versehen, was das Buch zu einem richtigen Schmuckstück macht, das auch zum "immer mal einfach so" Durchblättern einlädt.

Zitat:
Meine erste Liebe war mein Cousin. Ein halbes Jahr älter als ich, hellblond mit braunen Augen. Im Kindergartenalter haben wir oft miteinander gespielt. (...) Mein erster Liebeskummer: als er erklärte, er heirate mich nur, wenn ich Pommes frites und Würstchen kochen könne. So endete meine erste Liebe.
[S. 9]
Hardcover | 120 Seiten | Dumont 2012

The Midwife of Hope RiverThe Midwife of Hope River by Patricia Harman
My rating: 5 of 5 stars

I picked this up as a Kindle deal and couldn't put it down! The author manages to tell a captivating (though sometimes slightly predictable) story set during the depression that reminded me of The Help (which I loved) while weaving in intriguing episodes right out of the midwife's practice. I wasn't surprised to read in the appendix that the author's an experienced midwife herself: Her birth scenes are described in high professional detail but at the same time never bored me. All in all a great debut novel!

Zitat:
At any minute your life can change. Remember this. Between one breath and the other, the song can stop and everything can be different. 
Kindle-Edition | 320 Pages | Corvus Atlantic 2012


The Other Mr. DarcyThe Other Mr. Darcy by Monica Fairview
My rating: 2 of 5 stars

Hm... I wish I could say that I loved this P&P sequel but I did not. Although I liked the idea to make Caroline Bingley the heroine and thus turn her into a likeable character (yes, really!), the plot just wasn't enough to keep me focused and interested in the romance between her and Mr. Darcy's American cousin (I think they also lacked chemistry until a rather late stage). Pity.
On top of that, Fairview's take on some of the other well-known characters didn't feel "right" to me several times throughout the book.

Zitat:
She was heartbroken. Her Mr. Darcy had married that very morning. In church, in front of everyone, and she had been unable to prevent it. He had preferred Elizabeth Bennet. 
Kindle-Edition | 351 Pages | Halebooks 2009





Neue Fragmente per Email abonnieren:



Freitag, 26. April 2013

Fragmente aus dem weltweiten Web (#5)

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Webfundstücke, die ich in den letzten Tagen gerne gelesen habe:


Tracey Greenstein begeistert sich auf Forbes.com über Tel Aviv und findet, die mediterrane Stadt könnte es sogar mit Manhattan aufnehmen: Das geht natürlich runter wie Öl (Englisch)

Ahmad Mansour, ein heute in Deutschland lebender arabischer Israeli im Gespräch mit der Welt: Ungewöhnlich und erfrischend

Clemens Wergin, außenpolitischer Berichterstatter der Welt, dessen Artikel und Außenblog Flatworld ich immer wieder gerne empfehle, im Goethe-Portrait als Brückenbauer Israel-Deutschland

Und noch mal das Goethe Institut: Eine deutsche Israelin beantwortet neun Fragen über die heilige Stadt Jerusalem


Viel Spaß beim Lesen :)











Neue Fragmente per Email abonnieren:



Dienstag, 23. April 2013

[Buch] Blog den Welttag! Ich schenke Lesefreude

Es ist soweit. Der Welttag des Buches ist da, und mit ihm fällt der Startschuss für die Aktion "Blogger schenken Lesefreude". Sagenhafte 1008 Blogger aus allen Themenbereichen haben sich angemeldet und werden heute Bücher zur Verlosung freigeben. Ich habe mich erst letzte Woche relativ spontan entschieden, teilzunehmen und bin jetzt doch ein wenig aufgeregt und gespannt, wie das alles werden wird.

Weil es thematisch gut zu diesem meinem Blog passt, das ja in seiner Grundidee kein lupenreines Buchblog, sondern vielmehr ein - zugegeben mitunter sehr buchlastiges - Israel-Lifestyle-Mom-Blog ist, habe ich folgenden Titel zur Verlosung ausgewählt:

Link zum Verlag

Zum Buch:

Avi Primor war in den 1990er Jahren Botschafter des Staates Israel in Deutschland und kennt sich daher mit der nicht immer ganz einfachen Beziehung der beiden Staaten bestens aus. Viele schätzen ihn als besonnen auftretenden Talkgast in deutschen Diskussionsrunden zum Thema Israel und Nahost, denn Avi Primor ist Verfechter der Zwei-Staaten-Lösung und drängt auf eine Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. Mir persönlich geht er damit mitunter zwar etwas sehr weit, doch kann ich mich im Kern in vielen seiner Aussagen wiederfinden. 

In seinem Buch "An allem sind die Juden und die Radfahrer schuld" geht es allerdings nicht primär um den Nahostkonflikt, sondern um antisemitische Vorurteile und Missverständnisse zwischen Deutschen und Juden. Mit fundiertem Hintergrundwissen geht Primor auf die häufigsten Stereotypen ein (Beispiel: Alle Juden sind so reich wie Rockefeller oder Die Juden haben Jesus ermordet) und beleuchtet sie historisch, politisch und kulturell. Auch wer schon viel über die Thematik weiß (oder meint zu wissen) wird sicher noch einige neue Aspekte entdecken. Durch diese sorgfältige Auseinandersetzung mit der Thematik ist das Buch zwar keine leichte Romanlektüre, aber auch keine zu komplexe Fachliteratur. Eher ein historisches Sachbuch für Jedermann. 

Tipp: Ich empfehle, bei diesem Buch mit dem Epilog einzusteigen, da steckt viel zur aktuellen Politik drin. 
 

[320 Seiten gebunden mit Schutzumschlag // Verlag: Piper, erschienen 2010 // einmal gelesen, ansonsten tadellos]


Wenn ihr Avi Primors Buch gewinnen möchtet, hinterlasst mir bitte einfach einen Kommentar (nicht anonym, sonst kann ich euch nicht zuordnen) am besten unter diesem Beitrag, oder alternativ auf Facebook, Twitter oder per Email.

Am 30. April verlose ich das Buch unter allen Kommentatoren. Und weil es aus Israel zu euch kommt, lege ich auch noch eine israelische Überraschung mit in das Paket. Ich versende weltweit :) 






Neue Fragmente per Email abonnieren:




Sonntag, 21. April 2013

Sonnenboiler und Regentage

Wer schon einmal in Israel war, wird sie vielleicht bemerkt haben - tonnenartige, etwa halbmannshohe, meist weiße Zylinder, die dicht an dicht aus unseren flachen Dächern aufragen. Die Rede ist von Solarboilern, die heute fast alle israelischen Haushalte mit warmem Wasser versorgen. Seit 1980 sind sie für Neubauprojekte sogar gesetzlich vorgeschrieben. Mit gutem Grund, denn bei gefühlten 360 Sonnentagen im Jahr bedeutet ein "Sonnenboiler" fast ganzjährig täglich warmes Wasser.

Quelle: Wikipedia
Im kühlen Winter und an Regentagen wie heute kommt dann schon mal schlechte Laune auf, wenn morgens nur eiskaltes Wasser aus der Leitung kommt und man vor der heißen Dusche den elektrischen Boiler für bis zu einer Stunde zuschalten muss. Abgesehen von der Unbequemlichkeit macht sich das nämlich auch auf der Stromrechnung schnell bitter bemerkbar. Ich finde, die Solarboiler sind eine der besten israelischen Errungenschaften
 - geschätzt erwirtschaften sie rund 4% der gesamten Energienachfrage.

Wer einen Solarboiler hat, möchte ihn nie mehr missen, bzw. kann sich ein Leben ohne sowieso nicht mehr wirklich vorstellen. 

Ich erinnere mich noch vage: Unsere erste Wohnung in Tel Aviv (in einem alten und trotz massiv abblätternder Fassade sehr charmanten Gebäude) verfügte nur über einen elektrischen Boiler. In der Praxis nutzten wir eine Zeitschaltuhr, um morgens warmes Wasser zum Duschen zu haben. (Als arme sparsame Frischverheiratete nur ungefähr jeden zweiten Tag). Je nach Jahreszeit schwankte die Leitungstemperatur zwischen eiskalt (Januar) und lauwarm (August), eine richtig schöne heiße Dusche gab sie, ohne den elektrischen Boiler zu bemühen, zu keiner Jahreszeit her..

Als wir dann umzogen und erstmals in den Genuss eines Solarboilers kamen, war das ein einschneidendes Erlebnis: Immer heißes Wasser ganz ohne horrende Stromkosten, das war für uns ein richtiger Luxus. Rund 8 Jahre später sind wir so verwöhnt, dass uns die wenigen regnerischen oder bedeckten Tage kalt erwischen - im wahrsten Sinne des Wortes. Heute zum Beispiel.

Regentag April 2013
Wüstensturmtag März 2013



Donnerstag, 18. April 2013

[Buch] Blogger schenken Lesefreude am Welttag des Buches

Nächste Woche ist Welttag des Buches.

Die "Aktion Lesefreunde", die letztes Jahr auf so überwältigende Resonanz gestoßen war, wird 2013 leider nicht wiederholt. Alternativ hatten zwei Buchbloggerinnen recht spontan folgende Idee, aus der schließlich eine flächendeckende Gemeinschaftsaktion deutscher Blogger zum Welttag des Buches 2013 wurde:
Am 23.4.2013, dem Welttag des Buches, veröffentlichen alle teilnehmenden Blogger einen Beitrag, in dem sie ein Buch verlosen. Natürlich sind wir neugierig, warum ihr euch gerade für dieses Buch entschieden habt! Ist es ein Buch von einem Lieblingsautor, ein unentdecktes Buchjuwel, ein Buch aus Kindertagen oder ein Überraschungstitel?  Leser, die diese Bücher gewinnen möchten, kommentieren eure Beiträge. Verlost werden die Bücher am 30. April.


Mittlerweile haben sich rund 850 Blogger angemeldet. Bei den auf der Facebook-Seite bisher veröffentlichten Verlosungsbüchern ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Obwohl ich diese schöne Initiative schon länger auf dem Schirm hatte, konnte mich erst heute dazu aufraffen, das Anmeldeformular tatsächlich auszufüllen. Aber besser spät als nie.. Ich werde aus meinem Regal ein Buch verlosen, das thematisch zu diesem Blog passt. Es ist im Piper-Verlag erschienen, alles Weitere verrate ich dann am 23. April.

Ihr wollt auch noch einsteigen? Dann könnt ihr das noch bis zum 20. April direkt über das Online-Anmeldeformular tun.

Auf der Facebookseite Blogger schenken Lesefreude informieren die Initiatorinnen über neue Teilnehmer und deren zur Verlosung angemeldete Buchtitel.

Auf Twitter ist die Aktion unter Blog den Welttag (@BlogdenWelttag) zu verfolgen, wer mitmischen will nutzt am besten den Hashtag #Lesefreude .





Neue Fragmente per Email abonnieren:



Mittwoch, 17. April 2013

[Buch] Erfreulicher Nachtrag

Zu meinem offenen Brief an die deutschen Verleger heute Morgen:


 
loewe und script5 haben mir über ihre Twitter-Accounts geantwortet, dass sie ab Herbst 2013 ebenfalls eBooks anbieten werden. Das ist doch sehr erfreulich :)


und:



Neue Fragmente per Email abonnieren:



[Buch] Liebe deutsche Verleger,

ich schätze Sie.

Wirklich.

Ich bin begeistert über die Qualität Ihrer Bücher, wann immer ich in Deutschland in einen Buchladen gehe und mich durch die Neuerscheinungen fühlen und blättern kann. Besonders die gebundenen Ausgaben sind oft richtige Schmuckstücke, die man sich nach dem Lesen gerne "einfach nur" zum Anschauen ins Regal stellt (wenn man dafür Platz hat).

Ich kann sogar die gängigen Argumente für die Buchpreisbindung verstehen und akzeptiere sie als konsequente Besonderheit der deutschen Kultur, obwohl sie meiner Ansicht nach auch dazu führt, dass hochwertiger Lesestoff für manche Menschen aus Kostengründen unerreichbar bleibt. Wieso manche Neuerscheinungen im Bereich Jugendbuch bis zu 20 Euro kosten müssen, erschließt sich mir nicht, wenn gleichzeitig immer wieder Leseförderung gerade junger Leser propagiert wird. Aber wie gesagt, ich erkenne die historischen und ideologischen Gründe der Buchpreisbindung durchaus an.

Was ich nicht verstehe ist, warum sich in Zeiten der rasanten Mediendigitalisierung immer noch so viele von Ihnen gegen elektronische Bücher sperren, bzw. nur sehr vereinzelt für E-Reader publizieren. Als Vielleserin im Ausland ist mein Kindle für mich die Lösung, endlich keine schweren Bücher mehr aus Urlauben und über gutmütige Besucher einschleppen (lassen) zu müssen, sondern direkt auf das Gerät zu laden. Neben zahllosen englischen Titeln, die ich primär konsumiere, gibt es nicht wenige deutsche Autoren, die mich interessieren und für die ich bereit wäre, einen, durch die bereits erwähnte Buchpreisbindung meist recht hohen, Preis zu zahlen. Wenn es sie denn für Kindle gäbe, was allzu oft leider nicht der Fall ist.

Aktuelle Frustbeispiele:

dtv / hanser || Leo Tolstois "Anna Karenina" gibt es als urheberrechtsfreie Ausgabe kostenlos für Kindle. Darüber hinaus stehen einige überarbeitete Ausgaben, zum Teil mit Illustrationen, Worterklärungen und anderem Zusatzmaterial, im 1-Euro-Bereich zur Auswahl. Da ich kürzlich von der hochgelobten neuen Übersetzung von Rosemarie Tietze gelesen hatte, suchte ich allerdings gezielt nach dieser Ausgabe, wohl wissend, dass die wohl wesentlich teurer sein würde. Leider existiert diese Übersetzung als E-Book überhaupt nicht. Mir bliebe also nur die Wahl, rund 16 Euro zzgl. internationaler Versand in ein unhandliches 1200-Seiten-Taschenbuch zu investieren, oder aber, eine der günstigen Kindle-Ausgaben zu wählen.

loewe || Ursula Poznanski gehört zu meinen aktuellen Lieblingsautorinnen im deutschsprachigen Raum. Leider gibt es ihre Jugendbücher sämtlich nicht im Kindleformat zu erwerben, was insbesondere letztes Jahr sehr frustrierend war, als alle Welt von "Die Verratenen" schwärmte, während ich monatelang keinen - realistischen - Zugang zu diesem Buch hatte. Ähnlich verhält es sich mit "Saeculum".

script5 || Dark Canopy / Dark Destiny, Jenny Benkau: Band 1 konnte ich während eines Heimaturlaubes von einer Freundin leihen, wann und ob ich Dark Destiny lesen werde, steht derzeit in den Sternen. Als Hardcover werde ich es jedenfalls nicht kaufen und hierher schicken lassen.

Arena || Kerstin Giers Edelsteintrilogie existierte sehr lange nicht im Kindleformat. Letztlich habe ich "Rubinrot" gebraucht bei eBay ersteigert.

"Echte" Bücher kaufe ich neu nur noch in absoluten Ausnahmefällen, nicht zuletzt weil ich es nicht mehr einsehe, so viel Papier zu lagern (und regelmäßig zu entstauben). Über die Bibliothek des hiesigen deutschen Kulturinstituts habe ich zwar die Möglichkeit, an die wichtigsten deutschen Neuerscheinungen zu kommen, für alles reichen auch da die Kapazitäten aber lange nicht aus.

Warum ich Ihnen das schreibe? Sie verlieren an mir (und anderen E-Lesern, die Studien zufolge mehr lesen als andere) durch Ihre Geschäftspolitik Geld. Mag sein, dass Sie auf dieses Einkommen nicht angewiesen sind; ich bin streng genommen auf Ihre Bücher auch nicht angewiesen, denn wie man an meinem Lesevolumen sieht, mangelt es mir nicht wirklich an Lesestoff. Dennoch ärgert es mich, dass so viele Bücher deutscher Autoren, deren Arbeit ich auch aus Verbundenheit zu meiner eigenen Kultur gerne unterstützen würde, nicht im elektronischen Format publiziert werden. Die Gründe sind für mich nicht nachvollziehbar, im Gegenteil, ich fürchte, mancher Verleger wird mittelfristig Opfer seiner eigenen Abwehrhaltung werden. Denn der Markt wartet nicht.

Worauf warten Sie?

Herzlichst,
eine bibliomane Vielleserin aus Israel

Montag, 15. April 2013

Gute Laune und Webfragmente zum 65. Unabhängigkeitstag

Am Abend des Gedenktags für Israels gefallene Soldaten und Terroropfer beginnen die Feierlichkeiten zum israelischen Unabhängigkeitstag.

Ich habe ein paar Nettigkeiten zusammengesammelt. 


Die Fountainheads mit einem neuen Hit - Hope


65 Dinge, die wir an Israel lieben:



65 Anzeichen dafür, dass du schon zu lange in Israel bist

65 Surprising things about parenting in Israel


Happy Birthday,  du kleines, verrücktes, liebenswertes Land !
 


Neue Fragmente per Email abonnieren:



[Kino] Hunger Games - Catching Fire / 1st Teaser

Ist er nicht toll?!






Neue Fragmente per Email abonnieren:



Sonntag, 14. April 2013

25.578




In den letzten Jahren sind folgende weiterführende Artikel auf diesem Blog zum Thema erschienen:

Gedenktag 2012 
Gedenktag 2011



Samstag, 13. April 2013

[Buch] Katharina Hagena: Vom Schlafen und Verschwinden

Vom Schlafen und VerschwindenVom Schlafen und Verschwinden by Katharina Hagena
My rating: 4 of 5 stars

Ellen kann nicht schlafen. Ausgerechnet die promovierte Somnologin, die tagtäglich anderen hilft, ihre Schlafprobleme zu lösen, leidet selbst unter zermürbender Schlaflosigkeit. In einer einzigen Nacht sinniert sie über den Schlaf, erinnert sich an ihre Kindheit in der süddeutschen Provinz, ihre Eltern und ihre Männer.
Marthe kennt Ellen nur flüchtig und ist ihr doch viel näher, als beide Frauen ahnen. Seit ihr Sohn vor Jahren plötzlich verschwand, wartet sie und beobachtet die Graureiher, wünscht sich, mit ihnen davonfliegen zu können. Gleichzeitig wächst ihr Verlangen nach Gerechtigkeit, denn sie glaubt nicht, dass ihr Sohn sie damals freiwillig verlassen hat.

Wie bereits in Der Geschmack von Apfelkernen spinnt Katherina Hagena auch in ihrem neuen Roman eine zauberhafte Prosa, in der man sich verlieren möchte. Die Handlung wird darüber beinahe zur Nebensache, und das meine ich gar nicht negativ. Im Gegenteil, Ellens und Marthes Erinnerungen und philosophische Gedanken über Liebe, Tod und Schlaf sind so stimming ineinander verwoben, dass man an die Plausibilität der geschilderten Ereignisse sogar dann noch glauben mag, wenn sie stellenweise ein wenig zu dick aufgetragen wirken.

Hagena hat uns mit Vom Schlafen und Verschwinden ein wunderbares Stück moderner deutscher Belletristik geschenkt.


Zitate:
Lebensmüde oder sterbensmüde, schläfrig, schlaftrunken, volltrunken - irgendwann fühlt sich alles gleich an. Ist man nur lange genug sterbensmüde, wird man lebensmüde und stirbt.
 [S. 116]
Auch die List, mich mit Geschichten zum Einschlafen zu bringen, klappt nicht. Denn die Listigen sind immer die Wachsamen. Möglicherweise überliste ich mich selbst, indem ich mich vor dem Schlaf drücke. Schützt mich meine Schlaflosigkeit vielleicht vor dem kommenden Erwachen?
[S. 28]




Neue Fragmente per Email abonnieren:



Freitag, 12. April 2013

12 von 12 im April 2013

Es war ein hektischer Freitag. Ich habe kaum ans Fotografieren gedacht. Aber bitte sehr:










































Alle 12 von 12 werden wie immer bei Draußen nur Kännchen! ausgestellt :)



Neue Fragmente per Email abonnieren:



Mittwoch, 10. April 2013

[Buch] Findus zieht um

Sven Nordqvists "Petterson und Findus"-Bücher habe ich schon geliebt, als noch längst nicht an eigene Kinder zu denken war. Jetzt ist nach Jahren endlich ein neuer Band erschienen, und hätte meine Tochter nicht praktischerweise gerade Geburtstag gehabt, hätte ich ihn mir wohl selbst geschenkt.

Meine Begeisterung für den schrulligen Alten und seine Katze teilen viele aus meiner Generation: die euphorische Mitteilung auf Facebook mit der ich die Entdeckung dieser wichtigen Neuerscheinung kürzlich kundtat, wurde innerhalb kürzester Zeit von zig - überwiegend weiblichen deutschen Freunden - "gelikt". (Und das liegt definitiv nicht nur an der Katze.)

Als das Buch dann vor dem Geburtstag liebevoll von der Tochtertante verpackt bei uns eintraf, nahm ich mir fest vor, es nicht vor der Zeit aufzureißen (wie gesagt, das Geschenk für mein Kind) und konnte mich letztlich doch nicht beherrschen (sorry, Schwester, ich habe es danach wieder fast originalverpackt...). Beim Anblättern nahm ich das Telefon in die Hand und rief meine beste Freundin an, um ihr Auszüge vorzulesen. Das ist schon mehr als ein bisschen crazy.

Wie das Buch ist?

Ich mag es. Es handelt von einem Phänomen, das wohl alle Eltern kennen - getösemachende kleine Mitbewohner, die morgens viel zu früh aufwachen. Bei Petterson ist Findus der Störenfried, der bereits um 4 Uhr auf seinem quietschenden Bett im gemeinsamen Schlafzimmer hopsen muss. Petterson und Findus beschließen, dass Findus sein eigenes Häuschen im Garten bekommen soll und merken am Ende doch, dass es sich gemeinsam viel besser schläft.

Die Illustrationen sind wie immer liebevoll und detailreich gezeichnet, ein echter Nordqvist eben. Die Geschichte ist thematisch nichts revolutionär Neues, birgt aber im Gegensatz zu manch anderem Kinderbuch mit Erziehungsziel (alleine (ein-)schlafen lernen, Töpfchen gehen, etc.) einen erfrischenden Twist am Ende.

Für Co-Sleeper unbedingt zu empfehlen!

Montag, 8. April 2013

Holocaust Gedenken

Ich bin ja heute leider nicht in Israel, möchte aber trotzdem den israelischen Holocaust-Gedenktag nicht völlig unter den Tisch fallen lassen.

Genau in diesem Moment ertönt in Israel die Sirene, die zwei Schweigeminuten für die 6 Millionen jüdischen Opfer des Holocaust ausruft. Während dieser Zeit stoppt das sonst so hektische öffentliche Leben in Israel vollständig:





Neue Fragmente per Email abonnieren:



Sonntag, 7. April 2013

Israelis und Duty Free

Duty Free, also Einkaufen in zollbefreiten Gegenden wie z.B. an internationalen Flughäfen, ist in Israel ein Phänomen, das man so wohl nirgendwo anders beobachten kann.

So werben die Duty Free-Shops zur israelischen Prime Time sogar im Fernsehen damit, wie günstig ihre Waren seien und behaupten, alleine für das zollfreie Shopping müsse man unbedingt verreisen. Ist natürlich gelogen, denn mit Ausnahme von Spirituosen und Tabak bekommt man die Ware im Land meist deutlich billiger. Welche Ware? Na alles! Von Spielzeug über Elektronik bis hin zu Sportmode, läuft am Ben Gurion Flughafen alles unter dem Label Duty Free.

Da man die zollfrei gekaufte Spülmaschine schlecht im Handgepäck transportieren kann, gibt es einen speziellen Hinterlegungsservice: Die gekaufte Ware wird auf Wunsch am Flughafen verpackt und verbleibt dort, bis man sie nach seiner Rückkehr abholen kommt. Vor der Zollkontrolle allerdings, sonst wäre es ja geschummelt.

So kurios das klingt: Israelis nehmen diesen Service gerne in Anspruch, das weiß ich vor allem deshalb, weil ich auf dem Weg zur Arbeit regelmäßig über die auffälligen Duty Free Kartons steigen muss, die allmorgendlich die Gänge im Zug versperren (der Flughafen liegt auf der Strecke).

Wenn ich "die Israelis" schreibe, schließt das mich seit heute ebenfalls ein. Eigentlich halte ich mich dem Duty Free nämlich aus Prinzip immer fern, heute nur deshalb nicht, weil ich für diesen Artikel ein Foto machen wollte. Ihr ahnt es schon - ich bin prompt in die vermeintliche Schnäppchenfalle getappt. (Es war aber wirklich eins, glaube ich...).

Ganz schön peinlich.

Samstag, 6. April 2013

Fragmente aus dem weltweiten Web (#3)

Ich habe mal wieder Fundstücke gesammelt....


Am kommenden Montag ist Yom HaShoah - der israelische Holocaust-Gedenktag. Jedes Jahr zünden im Rahmen einer Zeremonie 6 Überlebende des Holocaust eine Fackel an - stellvertretend für 6 Millionen ermordete Juden. Die diesjährigen Teilnehmer und ihre persönliche Geschichte kann man bereits auf der Homepage von Yad VaShem nachlesen. Kurze Videos und Lebensberichte von Fackelträgern aus früheren Jahren gibt es im Videoarchiv.

Meine Lieblingsbloggerin für Haaretz versucht sich an einer Erklärung für das Phänomen, dass Israelis in Zufriedenheits- und Glücklichkeitsumfragen immer so gut abschneiden: Allison K. Sommer: Why are Israelis so damn happy?  [Englisch]

Karen, die mit Mann und drei Kindern in Finnland lebt und bloggt, hat diese Woche einen treffenden und humorvollen Artikel über Gleichberechtigung aus Müttersicht veröffentlicht: Als Mutter

Hier gibt es inspirierende Bilder aus einem Londoner Pub für Bücherfreunde: Swan & Edgar

Zum Schluss noch ein bisschen Werbung: Die junge Schwiegertochter einer lieben Freundin hat letzte Woche ihr erstes Album veröffentlicht. Es ist professionell produziert, erinnert (mich) ein bisschen an Christina Peri, und ich finde, man kann es gut anhören. Falls also jemand aktuell was auf die Ohren sucht, schaut doch mal bei ihr vorbei: http://www.katiedanielsonmusic.com (Oder ihr geht gleich zu Amazon oder iTunes, das Album heißt Ashes to Gold)





Neue Fragmente per Email abonnieren:



Freitag, 5. April 2013

5. April - Tagebuchbloggen !

Da ihre Tagebuchblogwoche kürzlich so viel Begeisterung in der Blogosphäre ausgelöst hatte, hat Frau Brüllen jetzt jeden 5. des Monats zum Tagebuchblogtag erkoren. Gute Idee finde ich :)

Gegen 4:00 nehme ich im Halbschlaf wahr, wie Mann und Kind hektisch Richtung Badezimmer rennen. Sekunden später höre ich von dort Kotzgeräusche begleitet von beruhigenden Papaworten. Danach stellt er sie in die Dusche. Ich beschließe, dass er die Situation auch ohne mich sehr gut händelt und drehe mich auf die andere Seite. Leider ist mir ein schnelles Wiedereinschlafen dann doch nicht vergönnt, denn als er zurück kommt stellt er fest, dass unser Bettlaken auch vollgekotzt ist. Ich quäle mich also aus dem Bett und wechsle das Laken. Die Decken scheinen wundersamerweise nichts abbekommen zu haben, und so kann ich mich und ein nasskaltes Kind Minuten später wieder einrollen und weiterschlafen.

Milchkaffee hausgemacht
8:00 - ein quietschfideles Kind erwacht neben mir und will unbedingt in den Kindergarten. Dann war die Episode letzte Nacht wohl doch nur ein verdorbener Magen. Gut so. Der Papa bringt sie und ich mache ihm zur Belohnung einen Kaffee. Er hat kürzlich nämlich Milchschaum für sich entdeckt und den kriege nur ich so richtig hin.

Kurz nach 10:00 ruft der Kindergarten an. Das Kind klage über Bauchschmerzen, wir sollen es abholen kommen. Als der Papa dort ankommt, weigert sich seine Tochter allerdings standhaft, mit ihm nach Hause zu gehen. Die KiGa-Helferin hätte sich geirrt. Ah ja. Ich traue dem Braten noch nicht. Die gewonnene Zeit nutzen wir, um ein wenig aufzuräumen und zu putzen. Ein wenig.

Um 12:00 gehe ich ein paar Bahnen im Schwimmbad ziehen. Das ist um diese Zeit ideal, weil alle entweder shoppen, kochen oder bereits Kinder abholen müssen. Ich habe eine Bahn ganz für mich, und da ich neulich entdeckt habe, dass es sich auch beim Schwimmen lohnt, auf die Endorphinausschüttung zu warten (setzt bei mir nach knapp 20 Bahnen ein), schaffe ich heute motiviert 36 Bahnen. Kein Vergleich zu meinem ersten Schwimmversuch vor ein paar Monaten.  

"Mein" Schwimmbad

Wieder zuhause koche ich Süßkartoffelsuppe, bewundere die neuesten KiGa-Kunstwerke (wie gut, dass ich heute morgen heimlich einen halben Container voll dem ewigen Papierkreislauf zugeführt habe) und kümmere mich um die Kotzwäsche. Bäh. Hätte es diesen nächtlichen Zwischenfall nicht gegeben, wären wir jetzt an der deutschen Freitagsschule für zweisprachige Kinder. Heute wollte ich das Risiko dann aber doch lieber nicht eingehen.

Jetzt ist es fast 16:00 und draußen wird es langsam ruhig, der Shabbat naht. Zeit für einen Kaffee für mich und vielleicht ein bisschen Qualitätszeit mit meinem Kindle. Ich habe mich gestern an einem Buch festgelesen, das ich nächste Woche eigentlich mit nach Deutschland nehmen wollte. Ich gehe nämlich mal wieder auf (Dienst-)Reisen. Was sollte ich da wohl an Kleidung einpacken? Winterstiefel? Handschuhe?




Neue Fragmente per Email abonnieren:



Donnerstag, 4. April 2013

[Buch] Yair Lapid: Memories after my death (English)

Memories After My DeathMemories After My Death by Yair Lapid
My rating: 4 of 5 stars

I picked this one up in the middle of the 2012/13 Israeli election campaigns in a curious attempt to learn more about Yair Lapid (whose party would end up second strongest with 19 seats) as an author and his family background. I didn't expect that this well-written account of the colourful life of Lapids father Tommy would impress and surprise me on so many levels.

To write a biography as a first-person narrative with the deceased functioning as narrator is daring even if you knew the person really well. I was pretty skeptical at first but it felt so authentic that I had to remind myself several times throughout the book that it is not actually Tommy himself writing his own memoirs.

Born before Nazi-Germany in Yugoslavia, Tommy survived the Holocaust and immigrated to Israel in 1948, in the same year David Ben Gurion declared independence. As a journalist Tommy found himself in the midst of important and crucial events throughout the history of the young Jewish State and recounts them from his own perspective in the biography.

I believe that even if you're not particularly interested in Tommy Lapid as a person you will find his personal memories of Israel's first 60 years intriguing.




Neue Fragmente per Email abonnieren:



Ein neues Menschenkind

ist unserer Familie letzte Nacht geboren.

Meine "kleine" Schwester ist in der fernen Heimat zum zweiten Mal Mutter geworden, alles sei gut gegangen.

Als Zweitnamen haben sie einen der beliebtesten israelischen Vornamen der letzten 10 Jahre gewählt. Eine  schöne unkonventionelle Wahl finde ich.
Herzlichen Glückwunsch von uns allen!

Dienstag, 2. April 2013

[Kino] The Host / Seelen

Ich war also am Wochenende in der Hollywoodverfilmung von Stephenie Meyers Roman "The Host" (Deutsch: "Seelen"). Früher konnte ich es schlecht aushalten, wenn Lieblingsbücher von mir verfilmt wurden, was hauptsächlich daran lag, dass das Ergebnis meist miserabel war und das Endprodukt auf der Leinwand mit der Vorlage nur noch sehr wenig zu tun hatte. Das hat sich inzwischen definitv zum Guten verändert, und obwohl ein Film niemals an die Klasse und das unvergleichliche Gefühl eines über Nächte durchgelesenen Buches heranreichen kann, schaue ich mir inzwischen wirklich gerne Buchverfilmungen an. Die von Frau Meyer noch lieber, seit sie diese selbst produziert. Ich bilde mir nämlich ein, dass sie als Autorin maßgeblich Einfluss darauf nehmen kann, dass der Film ihre Leser nicht enttäuscht.

Doch zu The Host. The Host (wörtlich: Der Wirt) spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der eine außerirdische Spezies die Erde erobert und bevölkert hat. Auf den ersten Blick scheint das tägliche Leben fast unverändert, doch der Schein trügt, denn die "Seelen", intelligente filigrane Lebensformen, die nur mit einem Wirt lebensfähig sind, besetzen die Körper der Menschen und verdrängen deren früheres Bewusstsein vollständig. Als Melanie Stryder, eine der letzten Widerstandskämpferinnen, gefangen genommen wird, setzt man ihr die Seele Wanderer ein. Überraschenderweise weigert sich ihr Bewusstsein jedoch aufzugeben, und zwingt Wanderer schließlich, sich mit ihr und ihren Vorwürfen auseinanderzusetzen.

Jared trifft Melanie (Quelle)
Was wie purer Science-Fiction klingt, ist im Kern eine bewegende Liebesgeschichte, die nur noch sehr entfernt an Meyers Vampirsaga um Edward und Bella erinnert. (Jeder, der etwas anderes behauptet, kann die Bücher nicht richtig gelesen haben!)

Die filmische Umsetzung hat mir mit Abstrichen gut gefallen. Die Charaktere überzeugen und werden meiner Vorstellung zu 95% gerecht. Besonders  Saorsie Ronan (Melanie/Wanderer), Max Irons (Jared) , William Hurt (Jeb) und Chandler Canterbury (Jamie) bringen ihre Rollen authentisch auf die Leinwand. Mit Jake Abel, der meinen Lieblingscharakter Ian spielt, musste ich zwar kurz warm werden, konnte dann aber seine Vorstellung ebenfalls angemessen genießen.

Diane Krüger mit Lotus in Chrome (Quelle)
Wieso die große blonde Diane Krüger als Seeker (im Buch klein und schwarzhaarig) gecastet wurde, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ihr überragendes schauspielerisches Talent kann es jedenfalls nicht gewesen sein.

Nicht wirklich nachvollziehbar war für mich auch, wieso die Seekers vollverchromte Lotusse fahren (Product Placement ?) während die "normalen" Seelen teils mit regelrechten Retrokisten unterwegs sind.

Als Buchfan muss ich zudem Abzug dafür geben, dass zugunsten einiger Actionszenen wichtige Hintergrundinformationen unter den Tisch fallen mussten. Dadurch geht (zu) viel Plausibilität für Wanderers Verhalten verloren, und ich habe mich gefragt, ob jemand, der das Buch nicht gelesen hat, die emotionale und teils fast philosophische Ebene der Vorlage überhaupt erreichen kann. Hier wurden meiner Meinung nach zu viele Kompromisse gemacht und Chancen verschenkt.

Insgesamt ist The Host aber eine runde Buchadaption (die miesen Kritiken lügen! ^^), die ich mir gerne noch einmal ansehen würde.

Ian und Wanderer (Quelle)



Neue Fragmente per Email abonnieren: