Sonntag, 31. März 2013

Photo a Day - März 2013

Auch im März habe ich mich wieder der Herausforderung gestellt, jeden Tag ein Foto aus meinem Alltag zu fotografieren und über Twitter mit der Welt zu teilen. Wer mir nicht auf Twitter folgt, kann sich hier noch einmal durchklicken und sich bei manchem Bild fragen, was wohl der Hintergrund dazu war... :

1. L is for...
2. I made this!
3. Key
4. Lucky
5. Under
6. Chair
7. Fear
8. Favourite
9. Faceless self-portrait
10. I want..
11. Important
12. In the distance
13. Sound
14. Tasty
15. Explore
16. 9 o'clock
17. Green
18. Shoes
19. A sign
20. Clean
22. About you
23. What you do for fun
24. Up
25. In your drawer
26. What you did
27. Pair
28. In the mirror
29. Goodnight
30. Relax
31. Stuff

Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken.

Ihr wollt im April bei dieser Challenge mitmachen? Bei Fat Mum Slim könnt ihr nachlesen, wie das genau geht. 



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Freitag, 29. März 2013

[Buch] Mini-Rezensionen März (#2)

Hier noch ein Schwung Mini-Rezensionen von diesem Monat. Teil 1 findet ihr hier. Etwas ausführlicher habe ich im März folgende Bücher rezensiert:

Requiem (Delirium, #3)Requiem by Lauren Oliver
My rating: 4 of 5 stars

Requiem ist der dritte und letzte Teil der "Amor"-Trilogie von Lauren Oliver. Abwechselnd erzählt aus Lenas, die in der Wildniss ein respektiertes Mitglied des Widerstandes geworden ist, und Hanas, die - mittlerweile "geheilt" - in Portland einer lieblosen Ehe mit dem Bürgermeister entgegensieht, Perspektive ist dieser Roman voller Kapitelcliffhanger und zwingt geradezu zum weiterlesen.

Mir hat dieser Abschluss gut gefallen. Er bleibt offen für eigene Interpretationen, doch nicht so vage, dass man nicht an ein letztlich "gutes" Ende für die liebgewonnenen Protagonisten glauben könnte.

Über Teil 1 und 2 habe ich hier gebloggt.

***

Seegrund (Kommissar Kluftinger, #3)Seegrund by Volker Klüpfel
My rating: 2 of 5 stars

Verbrechen im Allgäu um einen kauzigen Kommissar - das ist das Rezept der Krimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Seegrund war leider nicht der beste Kluftinger, den ich bisher gelesen habe. Zwar ist die Grundidee nicht schlecht, doch mangelt es an einer glaubwürdigen Ausführung, und es gab einige Längen, die ich großzügig überflogen habe. Kluftingers Privatleben war für einige Schmunzler gut, aber es reichte insgesamt nicht aus, mich wirklich zu begeistern.

***

Laienspiel (Kommissar Kluftinger, #4)Laienspiel by Volker Klüpfel
My rating: 4 of 5 stars

Nachdem ich Seegrund (s.o.) eher langatmig fand, hat mir dieser Kluftinger wieder richtig gut gefallen. Anders als in früheren Allgäukrimis mit regionalen Mordfällen, geht es in Laienspiel nämlich plötzlich um eine Bedrohung, die die Unterstützung des BKA sowie der österreichischen Polizei notwendig macht. Als Zuckerl darf man sich als LeserIN zudem an einem schicken Gastermittler erfreuen, wie sie bisher in Kluftingers bodenständigem Umfeld eher nicht vorkamen.




Stand Lesechallenges Ende März: 

13 Bücher gelesen 

8 Vorgaben erfüllt

Punkte erlesen im März: 47,5 [Gesamtpunkte: 82]



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Donnerstag, 28. März 2013

Erdbeeren satt

So stressig es auch für mich ist, jährlich die verschiedenen Geburtstagsfeierlichkeiten um Peasach herum ausrichten zu müssen, so sehr freut es mich für das Geburtstagskind, dass sie allesamt in Israels Erdbeersaison fallen. Jedes Jahr aufs Neue :-)

Jetzt steht nur noch der Kindergeburtstag aus. Wenn es dann noch Erdbeeren gibt, werde ich wieder Marshmellow-Erdbeerspieße reichen. Kommt bei dieser Zielgruppe immer gut ;)

Kinopremiere

Heute waren wir zum ersten Mal mit unserer Tochter im Kino.

Bisher haben wir einmütig eine dazu-ist-sie-uns-noch-zu-jung-Einstellung vertreten und gehörten damit hierzulande zu den absoluten Außenseitern. Nicht zuletzt meine Schwägerin hatte mich in den vergangenen 2-3 Jahren immer wieder nachdrücklich gefragt, wann wir sie denn endlich mal ins Kino lassen wollen. Das wäre doch wirklich mal Zeit. Naja...

Den 6. Geburtstag hielten wir dann aber auch als Eltern für einen guten Anlass, den allerersten Kinobesuch mal gemeinsam zu zelebrieren. Aus dem recht unübersichtlichen Angebot von mehr oder weniger lärmenden Animationsfilmen wählten wir schließlich Niko 2 - einen europäischen Weihnachtsfilm mit Rentieren. Ja ja, was in der Heimat zu Weihnachten lief, kam hierzulande kurz vor Pessach in die Kinos. Fand ich amüsant. Vor allem weil der Weihnachtsmann am Ende auch noch einen kurzen Auftritt hat, um allen ein Frohes Fest zu wünschen. Schon schräg irgendwie, aber die Israelis (inklusive den Kindsvater) scheint das nicht wirklich zu stören :) 

Das Gesamterlebnis war jedenfalls gigantisch. Wir hatten viel Spaß daran, mit den Augen unserer Tochter zum ersten Mal einen Kinobesuch zu erleben ("Mama, auf was für einem Fernseher schauen wir denn den Film?"). Jetzt haben wir nur ein Problem: Sie will schon bald wieder ins Kino gehen.... 






Ach übrigens... Wo ich schon mal dort war, habe ich mir und zwei Freundinnen auch gleich Karten für The Host / Seelen besorgt (läuft morgen an!). Auf einen kinderfreien Samstagabend.




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Mittwoch, 27. März 2013

[Buch] C.J. Daugherty: Night School (#1 und #2)


Night School: Du darfst keinem trauen (Night School, #1)Night School: Du darfst keinem trauen by C.J. Daugherty
My rating: 3 of 5 stars

Schon wieder ein Teenieroman?! Ja, schon wieder ein Teenieroman. Einer den ich schon länger auf dem Kindle rumliegen hatte, genauer gesagt seit den Amazon Gratistagen an Weihnachten. Irgendwie wollte ich mich nicht so recht dran wagen, weil er mir - wie viele seiner Art - arg paranormal wirkte.

Nun, ich habe ihn seit ein paar Tagen durch und war angenehm überrascht. Eine britische Internatgeschichte habe ich nämlich seit Harry Potter nicht mehr gelesen, und die Charaktere insbesondere Allie, deren kriminelle Aussetzer sie überhaupt erst nach Cimmeria, eine besonders anspruchsvolle Schule mit striktem Technologieverbot, gebracht haben, fand ich sympathisch und recht glaubwürdig ausgedacht. Die Autorin lässt eine dichte Atmosphäre entstehen und hat es - trotz einiger Ungereimtheiten - geschafft, mich über zwei Drittel des Buches allein mit der Frage zu fesseln, was in diesem Internat eigentlich wirklich vor sich geht.  (Paranormal ist da aber rein gar nichts!)

Gut, der Stil ist nicht literaturpreisverdächtig, manche Wort- und Phrasenwiederholung nervte mich ziemlich, und die deutsche Übersetzung macht das in diesem Fall nicht wirklich besser.

Aber: Für einen Teenieroman mit Schmachtelementen (ja, es gibt auch diesmal wieder eine komplizierte Dreiecksgeschichte...) ist das sehr ordentlich und definitv ausbaufähig.

Obwohl der Band an sich in sich abgeschlossen ist und keinen echten Cliffhanger hat, musste ich mir die Fortsetzung direkt besorgen.



Legacy (Night School, #2)Legacy by C.J. Daugherty
My rating: 4 of 5 stars

Die Serie hat Potenzial.

Inzwischen ist Allie ungefähr klar, wo sie da eigentlich gelandet ist in diesem geheimnisvollen Internat Cimmeria, und es geht direkt deutlich gefährlicher los als im ersten Band.

Dennoch steht auch hier das Internatsleben im Vordergrund in dem Allie sich inzwischen gut eingelebt hat und von vielen akzeptiert wird. Um sich im Ernstfall besser verteidigen zu können, beginnt sie ein hartes Training in der "Night School" und muss Teamfähigkeit beweisen. Trotz vieler Warnungen von Lehrern und Freunden gelingt es ihr nicht, sich von gefährlichen Situation fernzuhalten was letztlich in einem spannenden Showdown endet.

Nebenbei wird die Dreiecksgeschichte weitergesponnen (was ich immer anstrengend finde, weil ich die meisten äußerst unglaubwürdig finde) und sorgt für Gefühlschaos mit zusätzlichen Verwicklungen.

Wieder bleibt ein allzu abrupter Cliffhanger aus. Das Ende ist aber gleichzeitig so offen, dass man sich gespannt auf die Fortsetzung freuen kann. Die soll noch dieses Jahr kommen :)





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Sonntag, 24. März 2013

Frohes Passahfest und frohe Ostern !

Jaja, die beiden Feste haben viel mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Vorausgesetzt man zieht das traditionelle Beiwerk ab und besinnt sich auf die ursprüngliche Botschaft - just sayin' ...

Immer wieder lasse ich mich gerne von den Fountainheads auf die jüdischen Feste einstimmen (auch wenn das hier nicht mehr brandneu ist):




Wer ein bisschen Humor hat und die israelische Armee nicht abgrundtief verachtet (was ich nicht hoffe, aber man weiß ja nie...), mag auch Freude an dieser Neuerscheinung haben:




Frohes Fest also, meine lieben Leser :)


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Blog-Gefrickel / Test

Manch aufmerksamer Blogleser mag gemerkt haben, dass ich in den letzten Tagen mal wieder ein wenig rumprobiert habe. So heißt das Blog jetzt nicht mehr Fragmente (m)eines Lebens (weil eigentlich versteht es sich ja von selbst, dass es sich um mein Leben handelt hier), sondern nur noch Fragmente.

Außerdem habe ich ein neues Widget für ähnliche Artikel installiert, d.h. die weiterführenden Artikelvorschläge, die unter jedem Eintrag hier erscheinen. Das sehr bekannte und in der Blogosphäre viel genutzte "LinkWithin" war mir nämlich häufig zu ungenau. Wenn beispielsweise unter einem Artikel über Erdbeercupcakes ein "ähnlicher" Artikel zum Nahostkonflikt und einer über nervige Kindergeburtstage vorgeschlagen wird, ist das ziemlich am Thema vorbei und dadurch für meine Leser nicht wirklich hilfreich. Finde ich jedenfalls.

Das neue Widget heißt "nRelate" und gefällt mir bisher ziemlich gut. Vom Design her ähnelt es "LinkWithin", aber die Vorschläge sind wesentlich genauer, d.h. unter einem Buchtipp von Ursula Poznanski wird man jetzt weitere Buchtipps dieser Autorin finden (Test), und wenn man sich die letzten 12 von 12 ansieht, bekommt man darunter 12 von 12 aus früheren Monaten angezeigt (Test). Kleiner Schönheitsfehler: Der aufgerufene Artikel erscheint oft auch als ähnlicher Vorschlag, aber damit kann ich erstmal leben.

Ein bisschen muss ich auch noch mit den Einstellungen dieses Widgets warm werden. So kann man festlegen, wie hoch die Relevanz der Artikelvorschläge sein soll, was beeinflusst, wie viele (oder ob überhaupt) ähnliche Artikel angezeigt werden. Muss ich noch testen.



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Donnerstag, 21. März 2013

Obama-Fieber

Gestern um die Mittagszeit ist er gelandet. Präsident Obama ist der fünfte Präsident der USA, der Israel besucht, zum ersten Mal in seiner Funktion als Präsident. 2008 war er schon einmal als Senator hier und hat sich damals sogar die vom ständigen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen gebeutelte israelische Stadt Sderot angesehen.

Der Aufwand und das Aufgebot für seinen nur 51-stündigen Besuch sind riesig. Mehrere Hubschrauber, gepanzerte Limousinen und eine Entourage von rund 600 Mitarbeitern und Journalisten sind mit ihm eingeflogen, neben den obligatorischen zwei Air Force One-Maschinen, die derzeit im Land parken. Rund 40 Millionen Schekel (8 Mio Euro) soll der Spaß "uns" kosten, das ist schon ziemlich krass.

Da war die Aufregung in Israel vor Obamas Ankunft natürlich groß, obwohl man die Erwartungen eher gering halten wollte. Viele Israelis sind enttäuscht, dass Obama in seiner ersten Amtszeit so stark mit der muslimischen Welt sympathisierte und kreiden ihm an, dass er lange nicht klar Stellung zum Iranproblem beziehen wollte.

Bisher sieht es allerdings so aus, als hätte es der POTUS geschafft, die Israelis wieder für sich zu erwärmen. Angefangen mit seiner offensichtlich gezeigten Zuneigung zu Präsident Peres direkt nach der Landung, über die lässige Obama-legt-seine-Jacke-ab-und-Bibi-macht-es-ihm-sofort-nach-Einlage bis zu der Besichtung einer Iron Dome-Anlage, an der er echtes Interesse zeigte, hatte ich schon gestern nicht den Eindruck, er würde diesen Besuch nur der Form halber durchziehen.

(Foto: Avi Ohayon/GPO/Flash90 über Times of Israel)
Heute Nachmittag erreichte der Besuch seinen vorläufigen Höhepunkt mit einer fulminanten Rede vor israelischen Studenten in Israels großem Tagungszentrum in Jerusalem. Mit seiner Rede hat er genau den richtigen Ton getroffen und direkt die israelische Seele angesprochen. Sie trifft jeden Nerv, bemüht Zitate großer israelischer Persönlichkeiten wie Rabin, Grossmann und Ben Gurion, um zu zeigen und glaubwürdig zu versichern, dass der Präsident die Israelis und ihre Sorgen versteht, und dass die USA auch in Zukunft hinter Israel stehen werden. Doch es ist keine reine pro-israelische "Wohlfühlrede", denn in einem zweiten Teil findet Obama deutliche Worte zur - wie er es nennt - Notwendigkeit des Friedens. Dabei klammert er auch die umstrittene Siedlungspolitik nicht aus und fordert die Bevölkerung auf, den Frieden voranzutreiben, die Politiker in die Pflicht zu nehmen. Er klagt die Ungerechtigkeit an, dass Palästinenser nicht die Chance haben, eine Zukunft in einem eigenen Staat aufzubauen und unterstreicht die Dringlichkeit direkter Verhandlungen.

Durchaus Kritik am Status Quo also, aber keine einseitigen Forderungen und viel Verständnis für den Frust der Israelis, die sich über die Jahrzehnte immer wieder vergeblich um den Frieden bemüht hatten. Von dieser Rhetorik könnte sich manch deutscher Israelkritiker eine Scheibe abschneiden, wenn es um die Beurteilung der Lage hier und wohlmeinende Empfehlungen an die "Freunde" in Israel geht.

Die Abschrift der Rede auf Englisch findet sich zum Beispiel bei Times of Israel, das Video habe ich mir hierher geholt:




Ach, es wäre wirklich ein Traum, wenn wir es noch erleben dürften, dass hier zwei Völker Seite an Seite zufrieden in ihren eigenen Grenzen leben. Nicht als beste Freunde vielleicht, aber in stabiler Nachbarschaft mit einem Minimum an gegenseitigem Respekt und einer "leben und leben lassen"-Einstellung.

Clemens Wergins sieht es in seinem Kommentar leider etwas nüchterner, aber mich hat das Obama-Fieber gepackt und wieder ein wenig Optimismus angefacht. Das lasse ich mir nicht nehmen, denn wer weiß, wie lange es anhält.


(Auf die Unruhen in der Westbank und die Raketen aus dem Gazastreifen "zur Feier" des Präsidentenbesuches gehe ich an dieser Stelle nicht genauer ein. Lila aus Rungholt hat heute morgen schon treffend ausgedrückt, was ich davon halte . Und über die Empörung der Palästinenser darüber, dass die Israelis Obama doch tatsächlich Falafel servieren wollen, kann ich allenfalls verzweifelt den Kopf schütteln.)

Mittwoch, 20. März 2013

Mit 6 ...

bist du schon ein richtig großes Vorschulkind

magst du immer noch Prinzessinnen, Feen, rosa und lila

liebst du Tiere

beginnst du dich für Jungs zu interessieren (...)

hast du verstanden, dass Oma und Opa dich zurückrufen, wenn du ihnen auf den AB sprichst

begeisterst du dich für Blumen aller Art

stellst du zunehmend schwierigere Fragen über das Leben und die Welt

kannst du von Erdbeeren gar nicht genug bekommen

siehst du im Schlaf immer noch aus wie mein winziges Baby

brauchst du schon keine Schwimmflügel mehr und lernst gerade, mit Flossen zu schwimmen

magst du Bilderbücher in denen man viel entdecken kann

kannst du viele Buchstaben und beginnst, Worte zu formen und zu lesen

hast du Hörbücher entdeckt und verstanden, dass man nicht immer visuelle Reize braucht, um Spaß zu haben

begeisterst du uns jeden Tag aufs Neue (wie in den sechs Jahren davor auch schon)



Alles Liebe zum Geburtstag
mein Kind!



Dienstag, 19. März 2013

[Buch] Mini-Rezensionen März (#1)

Damit es am Ende des Monats nicht wieder so gedrängt wird, hier die ersten Mini-Rezensionen meiner im März gelesenen Bücher:



Tiefe Wunden (Bodenstein & Kirchhoff, #3)Tiefe Wunden by Nele Neuhaus
My rating: 4 of 5 stars

In ihrem dritten Fall haben Bodenstein und Kirchhoff eine rätselhafte Mordserie an wohlhabenden Überlebenden des Dritten Reiches aufzuklären, die scheinbar ein gemeinsames Geheimnis hüten.

Die Geschichte ist komplex, viele Erzählstränge greifen ineinander und laufen am Ende doch irgendwie alle zusammen - das macht die Krimis von Frau Neuhaus immer wieder so spannend und interessant. Die Frau schreibt einfach gut.

***

Eis bricht
Eis bricht by Raimon Weber
My rating: 3 of 5 stars

Henning hat 12 Jahre darauf gewartet, dass der Mörder seines einzigen Sohnes aus dem Gefängnis entlassen wird. Allein die Aussicht auf Rache hält ihn am Leben, denn schon lange arbeitet er nicht mehr als Drehbuchautor, und seine Ehe ging über dem Trauma vor Jahren in die Brüche. Da tritt kurz vor seiner letzten Mission an einem kalten Novembertag ein anderes Kind in seinen Alltag. Die Begegnung setzt eine Reihe Ereignisse in Gang, an deren Ende Henning sich fragen muss, was er wirklich noch vom Leben erwarten kann und will.

Diesen Psychothriller sollte man nur anfangen, wenn man sich die Zeit nehmen und ihn gleich auslesen kann. Raimon Weber liefert auf knappen 146 Seiten gut geschriebenen harten Tobak mit hoffungsvollem Ende.

*** 

Reckless (Reckless, #1)Reckless by Cornelia Funke
My rating: 2 of 5 stars

Ich sollte mir wohl langsam eingestehen, dass ich kein echter Cornelia Funke - Fan bin. Reckless - Steinernes Fleisch ist ein fantasievoll angelegter Abenteuerroman für Jugendliche und eine Hommage an die Grimmschen Märchen zugleich. Klingt eigentlich nach einer überzeugenden Mischung. Trotzdem hat er mich nicht so gepackt, wie ich es mir gewünscht hätte. Vielleicht steckte zu viel drin, vielleicht waren die Märchenelemente zu wenig unterfüttert, teils hatte ich den Eindruck, sie wurden recht zusammenhanglos eingeworfen, vielleicht waren es aber auch die Charaktere, die mich bis auf eine Ausnahme, nicht wirklich berührt haben. Konkreter kann ich gar nicht sagen, wo es bei mir gehakt hat.
Unbefriedigend, aber gut, dass die Geschichte für den ersten Teil einer Serie ganz ordentlich in sich abgeschlossen ist, denn ich denke im Moment nicht, dass ich weiterlesen werde.



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Sonntag, 17. März 2013

Noch mal: Tagebuchbloggen an meinem freien Tag

Die Tagebuchblogwoche bei Frau Brüllen geht heute in die letzte Runde. Ich mache auch noch mal mit.

Sonntag, eigentlich ein regulärer Werktag in Israel, ist für mich arbeitsfrei. Ein richtiger Luxustag, in den ich aber immer viel zu viel versuche zu packen, was oft in Frust ausartet. Aber seht selbst (Zeiten sind nicht minutengenau...)

6:00 - im Dämmerschlaf nehme ich Unruhe war. Der Wecker des Gatten hat offenbar nicht geklingelt, was hörbar Stress verursacht. Die Tochter wird davon natürlich auch wach, ergnädigt sich allerdings dazu, noch ein wenig weiterzuschlafen.

6:30 - Alles Nörgeln meinerseits hilft nichts, der morgendliche Kakao muss jetzt unbedingt serviert werden. Unmut macht sich breit, als klar wird, dass der Papa heute keine Zeit hatte, selbigen vorzubereiten. Dabei macht er immer viel mehr Zucker rein, als die blöde Mama. So ist das Leben.

Ich hänge schnell die Wäsche von gestern Abend auf. Wenige Minuten später sehe ich, dass es regnet. Egal, der neue Waschmittelduft ist mir sowieso zu penetrant, ein weiterer "Spülgang" schadet sicher nicht.

8:00 - Wir erreichen den Kindergarten. Genauer gesagt die Hort-Ferienbetreuung, denn der Kindergarten ist bereits in die Pesach-Ferien gegangen.

Wieder zuhause verspeise ich ein trockenes Brötchen und kümmere mich ein wenig um meine Verpflichtungen im weltweiten Web. Dann mache mich an eine Aufgabe, die ich schon seit Monaten, nein Jahren, vor mir her schiebe: den Kleiderschrank ausmisten.

Eine gute Stunde später haben der Gatte und ich praktisch nichts mehr zum Anziehen im Schrank. Dafür stehen drei vier Riesenmüllsäcke voller Altkleider mitten in der Wohnung. Im Internet recherchiere ich, wohin man die in unserer Stadt bringen kann. Leider ist die Annahme erst ab 16:00, aber besser als gar nicht wegbringen, denn wenn ich es heute nicht tue, landen die Säcke in irgendeiner Ecke und geraten in Vergessenheit.

Über einem netten Telefonat mit meiner besten Freundin vergesse ich beinahe die Zeit, denn ich will - wie jede Woche - zum Sport.

11:10 - Ich suche mir eine freie Matte in meiner Feldenkrais-Gruppe und versuche mich zu sammeln. Feldenkrais ist eine sehr ruhige Disziplin, man könnte fast sagen langweilig, aber wenn man sich darauf einlässt und gewissenhaft mitmacht wird man mit einem sehr lockeren und befreiten Körpergefühl belohnt. Und wenn ich langfristig so gelenkig werde wie manche Seniorin in der Gruppe, hat sich das Durchhalten in jedem Fall gelohnt.

12:15 - Sauna. Mehr nicht.

13:00 - Ich lasse das Auto stehen und laufe über die Straße zur Bibliothek. Das Buch von Rowling sollte ich eigentlich schon letzte Woche zurückgeben... Gut, dass man es in Israel mit Fristen und Mahngebühren nicht so genau nimmt.

Danach gehe ich zur Post, um einen Strafzettel für Falschparken in Jerusalem zu bezahlen. Ärgerlich und empfindlich teuer. Im Kreativladen nebenan erstehe ich drei Meter türkisfarbenes Band. Die Träger von Tochterns Lieblingskleid sind nämlich derart fadenscheinig, dass vor ein paar Tagen einer gerissen ist.  Sollte sogar ich reparieren können. (Hoffe ich.)

Wieder zuhause esse ich erstmal ein Butterbrot mit Rotkohlsalat, nehme die - endlich trockene - Wäsche von der Leine und widme mich anschließend wieder dem weltweiten Web. Da gibt's immer was zu tun ^^

Während ich mich durch allerlei Filme auf YouTube kucke, schaffe ich es tatsächlich, dem Lieblingskleid ziemlich passable neue Träger zu verpassen. Ok, perfekt sind sie nicht, aber dafür, dass das Kleid sowieso fast zu klein ist und maximal noch diesen Sommer halten muss, bin ich zufrieden. Eine neue Schärpe fiel von den drei Metern Band auch noch ab ;-)

15:00 - Ich gönne mir einen Kaffee mit Schaum und einen meiner gestern gebackenen Walnuss-Cupcakes (aus diesem eBook). So lecker und saftig sind mir vorher noch keine gelungen - ob's daran liegt, dass ich zum ersten Mal Natron verwendet habe (so wie es im Rezept steht) weil ich verstanden habe, dass Natron = Baking Soda  was ich sogar im Haus habe?

15:45 - Gerade will ich gen Kindergarten aufbrechen als mich meine Nachbar-Freundin anruft und anbietet, beide Mädels zu sich zu holen. Plötzlich habe ich wieder viel mehr Zeit. Da gehe ich doch gleich mal zur Altkleidersammelstelle. Und später gibt es Pizza.

Alle Beiträge der Tagebuchblogger sammelt Frau Brüllen hier.




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Samstag, 16. März 2013

[Buch] Ursula Poznanski: Die Verratenen

Die VerratenenDie Verratenen by Ursula Poznanski
My rating: 4 of 5 stars

Ich hab' schlechte Laune. Jetzt habe ich dieses spannende Buch mehr oder weniger in einem Rutsch runtergelesen, nur um dann - es kam wie es kommen musste - mit voller Wucht gegen einen fiesen Cliffhanger zu prallen. Grummel. Wer hatte eigentlich diese blödsinnige Idee, dass alle erfolgreichen Jugendbücher Mehrteiler sein müssen? Hmpf. [3. März 2013]


Im Ernst: Ursula Poznanski, die seit Erebos und Fünf zu meinen Lieblingsautorinnen gehört, ist mit Teil 1 ihrer Dystopie "Die Verratenen" ein solider Auftakt zu einer aufwühlenden und vielschichtigen Trilogie gelungen.

Die talentierte Ria ist in einer auf den ersten Blick perfekten Gesellschaft behütet aufgewachsen. Nachdem eine (Natur?)Katastrophe Europa kalt und nahezu unbewohnbar gemacht hatte, konnte sich eine Elite unter gigantischen Schutzkuppeln, den sogenannten Sphären, eine hoch entwickelte Technologiewelt aufbauen. Draußen leben in einem ständigen Überlebenskampf gegen das Klima nur noch die "Prims". In den Sphären gelten sie als feindselig und gewalttätig, Ängste werden von klein auf geschürt, gleichzeitig heißt es, dass man danach strebe, auch ihnen künftig ein besseres Leben zu ermöglichen.

Auch Ria, die in einer Akademie mit den besten Studenten der Gesellschaft auf eine hochrangige Führungsposition vorbereitet wird, glaubt an die humanistischen Absichten der Sphärenregierung bis sie Opfer einer Verschwörung wird. Plötzlich ist sie in den Sphären ihres Lebens nicht mehr sicher und sieht als einzigen Ausweg die Flucht...

Dystopien sind mein Ding. Ich lese diese düsteren Zukunftsvisionen, die immer auch einen höchst beunruhigenden weil vorstellbaren Kern haben, unheimlich gerne. Allerdings habe ich inzwischen so viele gelesen, dass mich das Genre nicht mehr wirklich überraschen kann. Auf diese Neuerscheinung war ich dennoch sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht: Zwar birgt "Die Verratenen" an Handlung für mich nichts revolutionär Neues, was Poznanski aber durch ihren ausgereiften Stil und die durchdachte Gesamtkonzeption dieser Zukunftsvison mehr als wett macht. Genre-Neulinge werden sicher überwältigt sein. Da die bisher erschienenen Dystopien meist in Nordamerika angesiedelt sind, empfand ich die europäischen Schauplätze als reizvolle Abwechslung.

Entgegen meinem spontanen Ärger (s.o.) muss ich sagen, dass der Cliffhanger noch viel heftiger hätte ausfallen können. So ist zwar klar, dass die Geschichte weitergehen muss; man kann auf die Fortsetzung aber einigermaßen getrost warten, weil man nicht das Gefühl hat, mitten in einem Handlungsstrang unterbrochen worden zu sein.

Trotzdem: Wann kommt Teil 2 doch gleich? ^^



Weitere dystopische Romane, die ich im letzten Jahr gelesen und rezensiert habe (Meine Favoriten sind mit * gekennzeichnet):

Margaret Atwood: Der Report der Magd / The Handmaid's Tale
Jennifer Benkau: Dark Canopy
Gemma Malley: The Declaration / Der Pakt
Caragh O'Brien: Birthmarked / Die Stadt der verschwundenen Kinder
Caragh O'Brien: Prized / Das Land der verlorenen Träume
Lauren Oliver: Delirium *
Lauren Oliver: Pandemonium *
Veronica Roth: Divergent / Die Bestimmung *
Veronica Roth: Insurgent (Divergent-Trilogie #2) *
Nina Suslik: SALVA (Sturmflut)