Sonntag, 10. November 2013

Essen?

Wer dieses Blog schon einmal ausgiebig durchklickt hat, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass es oben in der Leiste neben den Reitern Lesen und Leben auch noch einen dritten Reiter gibt - Essen. "Früher" habe ich unter diesem Reiter regelmäßig Rezepte und Foodfotos veröffentlicht, was aber schon peinlich lange her ist. Der letzte Artikel dieser Art war im Mai diesen Jahres, also vor über einem halben Jahr. Woran's liegt? Vermutlich daran, dass mir das Leben (und das Lesen *g*) immer wieder dazwischen kommt. Natürlich isst meine Familie trotzdem, klar. Allerdings dreht sich mein Alltag in letzter Zeit eher um improvisierte und schnell zusammengeschusterte Gerichte, von denen keiner wirklich ein Rezept sehen will. (Das müsst ihr mir glauben...)

Ich bin zwar sehr schnell dabei, tolle Rezepte aus meiner Facebook-Timeline und von Bloggerkollegen auszudrucken, zum Nachkochen komme ich viel zu selten. Stattdessen habe ich gelernt, dass es sehr viel Sinn macht, jede Woche einen Topf Reis zu kochen. Mein Mann kann nämlich zu jeder Gelegenheit Reis essen und nimmt sich sogar Reis mit zur Arbeit wenn es kein Hauptgericht dazu gibt. Falls Ende der Woche noch was übrig sein sollte, wird der Reis ganz easy zu Fried-Rice, den ich richtig gut hinkriege seit ich dieses Grundrezept verinnerlicht habe: Magic Fried Rice. Als letztens mal kein Reis im Haus war habe ich zudem herausgefunden, dass man die Fried Rice-Technik auch auf verschmähte Spaghetti anwenden kann und dass das Endprodukt fast an asiatisches Take-out heranreicht. Immer vorausgesetzt man hat ordentlich Sojasauce verbraucht.

Resteverwertung und die Kunst, aus einmal Kochen mehrere Mahlzeiten heraus zu schlagen, ist eine Fertigkeit, an der ich immer mal wieder mehr oder weniger gewissenhaft feile. Aus einem ganzen Hühnchen mache ich daher meist zunächst Suppe, die sich für 1-2 Tage gut im Kühlschrank hält und sich super als leichtes Abendessen oder Zwischenmahlzeit eignet. Einen Teil friere ich meist ein, für Krankheits- und Notfälle. Aus dem Hühnerfleisch kann man ohne großen Aufwand zum Beispiel ein Chicken Pot Pie machen oder es zum Reis kombinieren, den man (s.o.) sowieso immer zur Hand haben sollte. Im Salat oder mit Mayo als üppiges Sandwich macht sich dieses weiche zarte Suppenhühnerfleisch auch sehr gut.  

Ich habe erfolgreich ausprobiert, Kartoffelgratin in der Mikrowelle zu machen (so wie meine Mama es immer gemacht hat) und dabei festgestellt, dass es nicht mal Sahne für ein lecker-sämiges Ergebnis braucht: Milch und Käse reichen völlig.

Bananenkuchen
Überhaupt bin ich inzwischen ganz groß im Rezepte abwandeln und Zutaten substitutionieren. Neulich wollte ich einen Kuchen backen und hatte kaum was im Haus. Am nächsten Morgen im Halbschlaf kam mir schließlich die glorreiche Idee, aus dem letzten Viertel Wein vom Abendessen einen Rotweinkuchen zu backen, weil ich mich erinnerte, irgendwann vor Jahren mal so einen Kuchen gegessen zu haben. Also Google bemüht, alle Rotweinkuchen mit exotischem Schnickschnack aussortiert, die gemahlenen Nüsse im Rezept durch irgendwas substituiert (ich glaube durch geschredderte Schokolade) und einen ziemlich anständigen Kuchen hingekriegt. Improvisation ist alles. Überhaupt ist es sehr erhellend, Zutaten in Google einzugeben und zu sehen, was dabei für Rezepte rauskommen. Hat mir schon oft weitergeholfen und mir so manche neue Idee eingebracht. Diesen klebrigen Bananenkuchen mit Ahornsirup zum Beispiel: Sticky banana & maple cake

Ich habe, nicht nur aus dem Rotweinkuchen-Vorfall, gelernt, immer die Zutaten für meinen bewährten Schokoladenkuchen im Haus zu haben, falls mal überraschend einer gebraucht wird. Ich habe auch gelernt, dass mich meine Silikon-Cupcake-Förmchen nerven, weil sie so ätzend zu reinigen sind, weswegen sie seither ein etwas trauriges Dasein fristen. Neulich hat mich das Rezept einer Freundin so angelacht, dass ich sie mal wieder herausgegraben und gesunde Apfel-Haferflocken-Muffins damit gebacken habe. Die waren echt gut. Überhaupt würde ich gerne mehr Muffins backen, aber die Silikonformen... Vielleicht kaufe ich mir doch mal ein gutes Muffinsblech.


Ein weiterer Grund für wenige kulinarisches in meinem Blog? Bereits mein zweiter Crockpot-Einsatz ist vor einiger Zeit kaputt gegangen und seither zweifle ich, ob ich mir einen dritten zulegen soll. Die schweren Steinguteinsätze sind einfach so blöd zu reinigen weil ein kleiner Schlag an unsere Marmorarbeitsplatte oder auf den Fliesenboden reicht, ihnen den Garaus zu machen. Ein unzerbrechlicher Einsatz wäre klasse, aber das gibt es im Crockpot-Segment meines Wissens nicht. Dabei sehe ich jetzt in der kühlen Jahreszeit so viele tolle Crockpot-Rezepte in meiner Timeline und würde nichts lieber tun, als morgens vor der Arbeit das Ding anzuwerfen und abends zum fertigen Abendessen nach Hause zu kommen. Das geht mit dem Crockpot nämlich wirklich klasse. Ich vermisse ihn schmerzlich.

Was ich eigentlich sagen wollte? Ich bedaure, dass hier in letzter Zeit keine Rezepte oder sonstige kulinarische Beiträge zu lesen waren und hoffe, dass es irgendwann wieder besser wird.





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Kommentare:

  1. Das hört sich ja an, als wärst du richtig gut im Improvisieren, da kann ich mir noch das ein oder andere abschauen. Obwohl ich bei uns wohl eher einen großen Topf Nudeln statt Reis kochen müsste.
    Einfach mal vorhandene Lebensmittel bei Google einzutippen und zu schauen, was für Rezepte dabei rauskommen, ist ein guter Tipp, das werde ich bei Gelegenheit sicher mal ausprobieren ;-)
    Mit Silikonformen bin ich übrigens auch nie wirklich warm geworden. Das einzige, das ich noch nutze ist ein Silikon-Muffin"blech", das geht einigermaßen, wenn man Papierförmchen zusätzlich einlegt, wird aber sicher auch irgendwann ausgetauscht.

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    1. Ich bin einfach nicht gut im Vorausplanen. Habe schon zig Mal versucht, Wochenpläne mit Mahlzeiten zu erstellen und bin immer gescheiert. Wenn es gut läuft, habe ich über den Tag schon eine Idee, was es abends geben kann, aber meistens bin ich eher spontan.

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    2. Unsere Silikonmuffinförmchen machen sich prima als Portionsabteilungen in den Frühstücksboxen (Bento ist das nicht,w as wir machen,eher ein Haufen Rohkost in farbigen Abteilungen). Muffins backe ich mittels Papierförmchen in ganz popeligen Weißblech-Muffinblechen, solche 1-Euro Teile in inzwischen leicht angerostet. Dank Papier kommt aber ja kein Teig mit dem Metall in Berührung und das Rauslösen klappt auch per Schwerkraft.

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  2. Es gibt mittlerweile einen Crockpot von Morphy Richards, dessen Innentopf ist aus Metall (Aluminium?). "Sear & Stew". Ich bin nicht so glücklich damit, weil die Beschichtung sehr empfindlich ist. Jedoch geht der Topf nicht so schnell kaputt wie der Tontopf.

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    1. Oh, das ist ja eine gute Nachricht! Muss ich mir unbedingt mal anschauen. Danke für den Tipp! Inzwischen habe ich allerdings wieder einen Keramik-Crocky, den meine Schwiegermutter aussortiert hat.

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