Mittwoch, 30. Oktober 2013

Schulausflugsberichterstattung in Echtzeit

Schulausflugsberichterstattung.

Was für ein tolles Beispiel für zusammengesetzte Hauptwörter der deutschen Sprache - 30 Buchstaben in nur einem Wort, das hat schon was. Hebräische Wörter bringen es auf 5 oder 6 Buchstaben, wenn's hochkommt, die Vokale werden ja nicht ausgeschrieben. So schrumpfen auch länger klingende Wörter wie "Rakefet" ("Alpenveilchen") auf lächerliche 4 Buchstaben. Fremdwörter sind teilweise länger weil sie mehr vokalartige Konsonanten nutzen um eindeutig aussprechbar zu werden, "Smartphone" hat z.B. 8 Buchstaben. Länger werden Wörter dann wenn Präfixe oder Pronomen ins Spiel kommen. Die werden nämlich an das Hauptwort angehängt, "nach Hause" wird zu "Ha-Beitah". "An Moshe" zu "Le-Moshe".  "Meine Schwester" zu "Achot-i". Ja, so ist das mit dem Hebräisch, aber worauf wollte ich eigentlich hinaus?


Ach ja: Meine Tochter hatte heute ihren ersten Schulausflug. Die Aufregung imVorfeld war natürlich groß und alles ist gut verlaufen :) Da wir Smartphone-Eltern alle über WhatsApp vernetzt sind, bekamen wir den ganzen Vormittag über pausenlos Fotos von den diversen Begleitpersonen aufs Handy geliefert: Die Kinder im Bus, die Kinder im Streichelzoo, die Kinder beim Pitabrotbacken, die Kinder vor einem Riesenberg voller Snacks, usw. usw. Danach hatte ich fast das Gefühl, selbst dabei gewesen zu sein. Nachteil: Ich hatte gar keine richtige Veranlassung mir erzählen zu lassen, was sie denn alles erlebt haben auf ihrem Ausflug. (Habe natürlich trotzdem gefragt, klar.) Außerdem kam ich mir fast ein wenig voyeuristisch vor. Denn eigentlich ist so ein Ausflug ja auch ein kleines Abenteuer, bei dem man nicht unbedingt die Mama braucht, die einem virtuell über die Schulter schaut (selbst wenn man es gar nicht weiß).

Finde ich.




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Kommentare:

  1. Ja, dass ist immer so eine Sache. Vor allem hätte ich Angst, die ersten Züge einer Helicopter-Mum zu zeigen :) Aber ich versuche das immer positiv zu sehen. Den Kindern ist das wahrscheinlich egal und die Mamma freut sich Bilder von ein paar Ausflügen zu haben, die man ansonsten nicht hätte. (Wobei man vielleicht in ein paar Jahren in Erklärungsnöte geraten könnte, woher denn die Bilder stammen...)
    Ach, ist gar nicht so einfach.
    Bei uns wird das nicht per Whatsapp gemacht, sondern die Bilder werden ganz offiziell geschossen und dann ausgehängt, um den Eltern die Möglichkeit zu bieten, sich welche auszusuchen. Dann hinterlässt das nicht so einen faden Geschmack der Bespitzelung.
    LG aus Deutschland!

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    1. Helicopter-Mums haben wir hierzulande zur Genüge ;-) Mich erstaunt immer, wie die es schaffen, für mehrere Kinder gleichermaßen zu helicoptern....

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