Donnerstag, 31. Oktober 2013

[Buch] 3 deutsche Krimis und Thriller für die lesende Minderheit (Mini-Rezension)


Das September/Oktober-Thema der lesenden Minderheit lautete

"Lies ein Buch, das von einer deutschen/einem deutschen Krimiautor geschrieben wurde!"

Ich habe in diesem Zeitraum drei passende Bücher gelesen, hier sind sie:


Die Tote Am Watt - ein Sylt KrimiDie Tote Am Watt - ein Sylt Krimi by Gisela Pauly
My rating: 3 of 5 stars

Mamma Carlotta aus Umbrien war noch nie in Deutschland. Nach dem Tod ihres Mannes, den sie jahrelang gepflegt hatte, ergreift sie endlich die Chance, ihren Schwiegersohn und ihre beiden Enkel zu besuchen. Ihre Tochter Lucia, die auf Sylt die Liebe und eine neue Heimat gefunden hatte, war leider einige Jahre zuvor bei einem Unfall ums Leben gekommen.

Auf Sylt erwartet die lebenslustige "Nonna" nicht nur ein ganz anderes Klima, sondern auch ein rätselhafter Mord, in dem ihr Schwiegersohn ermittelt. Der hatte eigentlich damit gerechnet, dass Carlotta sich um Haus und Hof kümmern und ihn abends mit italienischen Mahlzeiten verwöhnen würde, doch weit gefehlt: Carlotta interessiert sich brennend für die Arbeit der Polizei und stellt schon bald ihre ganz eigenen Ermittlungen an.

Nach "Die Hebamme von Sylt" ist dies schon mein zweiter Roman von Gisa Pauly. Ich fand ihn aber wesentlich spritziger (dank Mamma Carlotta) und kompakter, was der Geschichte gut tut.

Zwar werden italienische Klischees für meinen Geschmack etwas zu inflationär verwendet und der Krimi kann nicht wirklich überraschen, die liebevoll ausgestaltete Kulisse und sympathische Charaktere machen das aber wett.

Insgesamt ein kurzweiliges Lesevergnügen für Italien - und Nordseefreunde.

***

SchattenmorellenSchattenmorellen by Sigrid Hunold-Reime
My rating: 4 of 5 stars

Als die 71-jährige Martha mit gebrochenem Arm und Gehirnerschütterung im Krankenhaus aufwacht, kann sie sich an den Unfall kaum erinnern. Die Erklärung, sie sei bei der Kirschernte von ihrer Schattenmorelle gefallen, überrascht sie jedoch nicht, schließlich erntet sie ihre Kirschen von jeher selbst.

Während sie auf ihre Entlassung wartet, kommen längst verdrängte Erinnerungen aus ihrer Jugend an die Oberfläche, und als dann auch noch das Nachbarsmädchen von früher eingeliefert wird, beginnt für die beiden Frauen ein schwieriger Aufarbeitungsprozess. Dabei merken sie zunächst nicht, dass auch im Jetzt reale Gefahren lauern.

Diese Geschichte hat mich gefesselt und amüsiert. Es war faszinierend, in Marthas Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen, den Krankenhausalltag (herrlich komisch) und ihre persönlichen Erinnerungen mit ihr zu erleben. Die klare stimmungsvolle Sprache machte die Lektüre für mich zu einem echten Genuss.

Die Krimihandlung war teilweise vorhersehbar und die Zusammenhänge wirkten ein wenig konstruiert und weit hergeholt, es blieb aber bis zum Schluss spannend.

Empfehlenswert für Freunde unblutiger Krimis mit emotionaler und psychologischer Tiefe.

***

Schweig still, süßer MundSchweig still, süßer Mund by Janet Clark
My rating: 4 of 5 stars

Als Janas beste Freundin Ella von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, weiß sie sofort, dass ihr etwas zugestoßen sein muss. Leider steht sie mit dieser Befürchtung im Freundeskreis alleine da, und auch ihre Familie versucht sie immer wieder zu überzeugen, dass es für Ellas Verschwinden sicher eine ganz normale Erklärung gibt. So stellt Jana zunächst auf eigene Faust Nachforschungen an im Rahmen derer sie Dinge über Ella erfährt, die sie an ihrer Freundschaft zweifeln lassen. Dabei bringt sie sich selbst in Gefahr, denn der Täter ist ihr näher, als sie ahnt.

Dieser Jugendthriller ist gut geschrieben und stellt die Gefühlswelt des Teenagers Jana authentisch dar. Ein wenig naiv, manchmal unbeholfen und überstürzt, aber immer mutig, trifft sie ihre eigenen Entscheidungen und ist bereit, dafür gerade zu stehen. Unerschütterlich hält sie an ihrer Freundschaft zu Ella fest, das macht sie zu einer sehr sympathischen Heldin, auch wenn ich sie als Mutter manchmal am liebsten geschüttelt hätte. Die Story ist gut ausgedacht, der Täter bleibt menschlich mit seiner ganz eigenen sehr komplizierten Gefühlswelt und es gibt einige überraschende Wendungen.

Hat mich gut unterhalten.




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1 Kommentar:

  1. Witzig, die "Schattenmorellen" habe ich auch gerade gelesen. Das fand ich auch ganz nett. Schön, dass du eine so feine Rezension geschrieben hast. Dann spare ich mir die dieses Mal. Ansonsten bin ich ein ziemlicher Krimimuffel.
    Liebe Grüße
    Andrea

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