Donnerstag, 11. Juli 2013

Nach dem Stress ist vor dem Stress.....

Nachdem der Umzug gelaufen ist, könnten wir uns jetzt ja eigentlich gemütlich einrichten und unseren Alltag genießen. Stimmt..... nicht ganz, denn die nächsten 6 Wochen werden (oder bleiben) intensiv. Am 26. August wird unser Mädchen, das doch erst kürzlich noch in meinem Bauch war, nämlich eingeschult. "Kita Aleph" heißt die erste Klasse in Israel, und die Einschulung ist auch hierzulande ein einschneidendes Erlebnis. Da wir davor Urlaub machen werden, bleibt uns gar nicht mehr viel Zeit für all die Besorgungen, die so eine Einschulung mit sich bringt. Zumal wir noch nicht mal eine Materialliste von der Schule bekommen haben, das macht mich ganz kribbelig.

Immerhin: Einen Rucksack haben wir jetzt endlich gekauft. Was gar nicht so einfach war, denn das Schulkind bestand ausdrücklich auf einem Trolley, was ich eigentlich überhaupt nicht sinnvoll finde. Ich bin der Meinung, ein Rucksack gehört auf den Rücken, wo er das Gewicht g'scheit verteilen kann. Außerdem kippeln Trolleys und sind insgesamt viel schwerer als Rucksäcke. Alles Zureden half aber nichts, Räder müssen an der Tasche sein. Der Kompromiss ist jetzt ein sehr leichter Trolley-Rucksack, dessen Alustange, Räder und Füße man einfach an- und abklicken kann, wenn man sie nicht mehr braucht (oder merkt, dass so ein Trolley halt doch doof im Handling ist...). Da dieses Modell so leicht und zierlich ist, kann man es zudem auch mit Stange und Rädern leidlich bequem als Rucksack tragen, zum Beispiel, um es in unsere Wohnung im dritten Stock zu schleppen.
 
Designtechnisch hätte es wesentlich schlimmer kommen können. Disney-Prinzessinnen, Tinkerbell und Barbie sind allesamt an mir vorbeigegangen. Kitty auf ruhigen Lilatönen kann ich eigentlich ganz gut aushalten.

***

Bonus-Anekdote zum Thema, was man als pragmatisch denkende Deutsche in Israel manchmal so mitmacht, gefällig? Bitte sehr:

Die Firma KalGav hat für Schulanfänger zur Zeit drei Modelle zur Auswahl: Einen (radlosen) Rucksack, unser Modell und den iTrolly. Letzeres Modell ist teurer und größer als die anderen beiden, hat aber die wirklich praktische Option, die Rucksackvorderseite vom Trolley abzuhängen und dann beide Teile separat zu nutzen. Die Idee fand ich klasse, und wir waren schon fast auf dem Weg zur Kasse damit, als ich entdeckte, dass der Organizer im Frontfach (Karabiner, Kleingeldfach, Stiftehalter, etc.) fehlt, den die anderen beiden Modelle haben. Platzmangel kann der Grund dafür nicht sein, denn der iTrolley hat insgesamt vier große Fächer ohne weitere Aufteilung. Ich könnte wetten, da gab es zwischen der israelischen Designabteilung und der Fabrik in Fernost ein Kommunikationsproblem. Darauf aufmerksam gemacht, schaute mich der Verkäufer an wie ein Auto (es war ihm noch gar nicht aufgefallen), musste dann aber zugeben, dass das schon seltsam ist.

Oder wie eine Freundin treffend bemerkte: "Nicht seltsam, original israelisches Produkt."



(Versteht mich nicht falsch, die Israelis haben schon viele tolle Sachen erfunden. Allerdings konzentrieren sich die Stärken eher im HighTech-Bereich, bei den täglichen Gebrauchsgegenständen hapert es manchmal doch ziemlich)




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Kommentare:

  1. Das Thema ist auch bei uns gerade ganz aktuell. Und dabei klafft die deutsch-israelische Schere ziemlich weit auseinander. Schulranzen kauft man in Deutschland gerne mindestens ein halbes Jahr vor der Einschulung (ich wurde im Maerz in den Geschaeften gefragt, warum ich erst jetzt komme, wo doch schon die meisten Modelle verkauft sind) und der Preis entspricht hier dem Shekelpreis, allerdings in Euro. Da wundert sich der israel. Ehemann doch ziemlich :-)

    LG Sarah

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    1. Ja, das kann ich mir vorstellen. Allerdings ist es über D auch so, dass der Ranzen für die gesamte GS-Zeit halten soll, während mir hier alle sagen, ich solle froh sein, wenn sie drei Jahre mit ihrem durchhält. Mal sehen....

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