Montag, 17. Juni 2013

Getestet: Tel-O-Fun

In Tel Aviv gibt es seit einiger Zeit die praktische Möglichkeit, Fahrräder zu mieten.

Das hat viele Vorteile: Man steht nicht im Stau, verfranst sich nicht in Sackgassen oder gar Einbahnstraßen, umgeht das berüchtigte  Parkplatzproblem (manche Tel Aviver kreiseln abends eeeewig, um wenigstens annähernd in Fußwegnähe zu ihrer Wohnung eine Lücke zu finden...) und Angst, dass das eigene Rad geklaut werden könnte, braucht man auch keine zu haben.

Heute bot sich mir endlich eine Gelegenheit, Tel-O-Fun mal zu testen. In der Mittagspause musste ich nämlich kurz nach Downtown TA, um meine Tickets fürs U21-Finale abzuholen (dazu morgen mehr). Zu Fuß bzw. mit dem Bus war mir das zu lästig und hätte sicher mindestens eine Stunde gedauert. Also mit dem Rad.

Auf der Tel-O-Fun-Website kann man anhand eines interaktiven Stadtplans nachsehen, wo sich die nächste Station befindet (gegenüber meiner Arbeitsstelle, wie praktisch) und sogar in Echtzeit prüfen, wie viele Fahrräder dort aktuell bereit stehen. Dort angekommen zieht man einfach seine Kreditkarte durch, wählt die gewünschte Mietdauer (ein Tagesticket ist mit rund € 3,50 kaum teurer als eine Bustageskarte) und schon kann man sich ein Fahrrad aussuchen. Der Entsperrmechanismus hakelte bei mir beim ersten Mal etwas, das System spuckte eine Meldung "Fahrrad defekt, bitte nochmals wählen" aus, um beim zweiten Mal anstandslos aufzugehen. Mitgeliefert wird ein Code für das praktische Zahlenschloss. So kann man das Fahrrad unterwegs einfach anschließen, wenn man es noch nicht zurückgeben kann oder will. Allzu lange sollte das Radl allerdings nicht "rumstehen", denn das System ist so getaktet, dass ab einer Nutzungsdauer von 30 Minuten Zuschläge auf die Grundgebühr fällig werden. So werden die Mieter ermutigt, ihre Räder nicht unnötig zu blockieren, sondern zeitnah zurück in die Station zu bringen. Je nach Bedarf kann nach einer kurzen Pause dann einfach wieder ein neues gemietet werden - beliebig oft innerhalb der gelösten Mietperiode.

Das Fahrgefühl ist klasse. Die Räder sind perfekt für den Stadtverkehr geeignet. Dicken Reifen gleichen die vielen Bodenunebenheiten aus, das Dreigangsystem ist genau richtig für diese weitgehend flache Stadt mit vereinzelten kurzen Buckeln, und auf einem praktischen Gepäckträger fixieren starke Gummigurte Handtasche oder Rucksack. Gefällt mir gut. Doch. 

Das automatische Mietsystem ist so easy und selbsterklärend, dass sogar Touristen damit keine großen Probleme haben sollten. Und wenn doch, gibt es überall hilfsbereite Israelis, die jederzeit gerne ihre Expertise anbringen ;-) 







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Kommentare:

  1. Ach gucke, in knallrot lackiert stehen die bei uns in der Stadt auch rum. Genauso, inklusive dieses putzigen Gepäckträgers!

    Ich mag die hier auch sehr, auch wenn ich die irgendwie immer seltener nutze. Ich muss mir das dringend wieder angewöhnen!

    Lieben Gruß, Midsommarflicka

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    1. *flüster* man munkelt "unser" System sei in teutschen Landen eingekauft worden ;-)

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  2. Ich habe jetzt - leider viel zu spät - auch die passende Android App dazu gefunden.
    Die heißt TelOFast (und nicht etwa, wie naheliegend, Telofun, worunter sie auch nicht zu finden ist...) und zeigt an wo die nächste Station ist und wie viele Räder bereit stehen. Natürlich mit GPS und eigenem Standort. Sehr cool.

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    1. hehe... danke für den Hinweis :) wünsche dir noch ein paar nette Tage und eine gute Heimkehr !

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