Dienstag, 11. Juni 2013

[Buch] Drei israelische Kinderbücher

In Israel ist zur Zeit die Woche des hebräischen Buches. Landesweit finden zahlreiche Veranstaltungen in Schulen und öffentlichen Einrichtungen sowie Büchermärkte in jeder größeren Stadt statt. Zeitgleich übertreffen sich die beiden großen Buchhändler "Steimatzky" und "Tzomet Sfarim" mit attraktiven Sonderangeboten. "Steimatzky" etwa bietet "2 Bücher geschenkt beim Kauf eines Buches", "Tzomet Sfarim" hält mit "3 Bücher für 99,-" bzw. "3 Bilderbücher für 79,-" dagegen. Den Konsumer freut's, die Kehrseite der Medaille aus Verlegersicht beleuchtet ein aktueller Artikel auf Haaretz.com. Aktuell wird überlegt, eine Preisbindung zumindest für Neuerscheinungen einzuführen.

Mich betreffen diese Killerangebot nicht direkt als Leser, da ich zu selten hebräische Originale lese. Dafür verschenke ich zu Kindergeburtstagen (mein Reizthema...) bevorzugt Bücher und lege mir zu diesem Zweck bei solchen Aktionen gerne Geschenkevorräte an. Da ich nicht immer Zeit und Muße habe, im Laden die Bilderbücher zu lesen, und ich sie ohnehin mit Umtauschbon verschenke, wähle ich in der Regel nach Titel und Cover aus. Diesmal waren alle drei richtige Schätze, wie ich zuhause mit meiner kleinen - heute leider kranken - Testleserin feststellen durfte:




B'diuk kmo SheRaziti (Genau richtig) von Elinoar Keller und Naama Peleg-Segal

Wer kennt das nicht? Das Kind beginnt motiviert ein Bild zu malen und ist furchtbar frustriert, wenn ein Strich daneben geht. So frustriert, dass es das Bild am liebsten zerknüllen und wegwerfen will. Nicht in diesem aufwändig gestalteten Bilderbuch: Das Mädchen, das hier ein besonders schönes Bild malen will, entdeckt nämlich, dass "Fehler" oft neue Ideen inspirieren und am Ende wird das Bild zwar nicht so, wie sie es am Anfang geplant hatte, aber trotzdem genau richtig :)

Kinneret, Zmora-Bitan, Dvir - Publishing, Or Yehuda, 2013



HaHufsha  (Der Urlaub) von Gilad Soffer

Der Gänserich freut sich an seinem beschaulichen Urlaub, bis der Vorleser beginnt umzublättern und das auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht unterlässt. Seine Laune verschlechtert sich von Seite zu Seite ...

Geniale Idee, wahnsinnig witzig umgesetzt. Wir haben beide herzhaft gelacht und die Geschichte inzwischen mehrmals gelesen. Im Einband wimmelt es von bunten Ein- und Ausreisestempeln aus aller Herren Länder zum Erforschen und Fernweh entwickeln. 

Am Oved Publishers, Tel Aviv, 2013 




Savta Mina m'Binyamina (Oma Mina aus Binyamina) von Datia Ben-Dor

Mina ist eine israelische Oma aus Binyamina. Sie hat drei Söhne, eine Tochter und 13 Enkelkinder (und eins unterwegs) , die sie täglich mit dem Zug besucht. Oder auch nicht, denn auf dem Weg zum Zug verquatscht sie sich rettungslos ...  Typisch israelisch und herrlich komisch. Mitgeliefert wird die  Geschichte als Hörbuch-CD, gelesen von der Autorin höchstselbst.

Modan Publishing House, Moshav Ben-Shemen, 2009




Zumindest die beiden erstgenannten Bilderbücher würden sich meiner Meinung nach auch für den internationalen Markt eignen, also falls ein deutscher Verleger hier zufällig reinklickt....




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Kommentare:

  1. Danke fuer den Tipp! Bin immer auf der Suche nach hebraeischen Bilderbuechern fuer meine Kinder seit wir wieder in Deutschland sind. So eine gezielte Suche ist doch einfacher :-) Besonders bediuk kmo she raziti finde ich sehr ansprechend!
    LG Sarah

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    1. Oh, das freut mich aber! Ich hatte schon die Befürchtung, dass das keinen interessiert weil auf Hebräisch :)

      "B'diuk kmo she raziti" ist wirklich ein ganz wunderschönes Bilderbuch :)

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  2. Die Oma Mina scheint mir typisch jüdischer Humor zu sein: man nimmt sich selbst nur zu 80% ernst und belächelt den Rest. Eine Haltung, der ich nachstrebe... aber das Buch dürfte im Ausland eher falsche Wirkung haben.

    Wird die hebräische Schrift inzwischen systematisch vokalisiert? Ich hatte während meines Studiums den Eindruck, moderne hebräische Literatur sei immer unpunktiert.

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    1. Bilder- und Kinderbücher werden vokalisiert, denn in der Schule lernen sie zunächst mit vokalisierten Texten lesen. Nagel' mich nicht auf ein genaues Alter fest, ab welchem Alter unvokalisiert gedruckt wird, aber schon in der frühen Jugendliteratur (Harry Potter z.B.) gibts keine Vokale mehr. In der "Erwachsenenliteratur", Zeitungen, etc. sowieso nicht.

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  3. Das war der Post, mit dem ich auf Deine Seite bzw. Deine Newsletter aufmerksam wurde :) Und seit dem genieße ich es, von Dir zu lesen! Wollte ich nur mal sagen :) Ach ja: Ich bin ja auf der Suche nach israelischer Kinderliteratur, die ins Deutsche (oder meinetwegen auch ins Englische) übersetzt wurde...

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    1. Oh, das freut ich aber, dass du dich zu erkennen gibst :) Dieser Artikel hat mir damals viel Spaß gemacht, ich liebe Kinder- und Jugendbücher und die Israelis investieren in diesen Markt wirklich viel, finde ich. Vor allem wenn man bedenkt, wie klein er verglichen mit anderen Ländern doch ist.

      Liebe Grüße,
      Hadassa

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