Sonntag, 21. April 2013

Sonnenboiler und Regentage

Wer schon einmal in Israel war, wird sie vielleicht bemerkt haben - tonnenartige, etwa halbmannshohe, meist weiße Zylinder, die dicht an dicht aus unseren flachen Dächern aufragen. Die Rede ist von Solarboilern, die heute fast alle israelischen Haushalte mit warmem Wasser versorgen. Seit 1980 sind sie für Neubauprojekte sogar gesetzlich vorgeschrieben. Mit gutem Grund, denn bei gefühlten 360 Sonnentagen im Jahr bedeutet ein "Sonnenboiler" fast ganzjährig täglich warmes Wasser.

Quelle: Wikipedia
Im kühlen Winter und an Regentagen wie heute kommt dann schon mal schlechte Laune auf, wenn morgens nur eiskaltes Wasser aus der Leitung kommt und man vor der heißen Dusche den elektrischen Boiler für bis zu einer Stunde zuschalten muss. Abgesehen von der Unbequemlichkeit macht sich das nämlich auch auf der Stromrechnung schnell bitter bemerkbar. Ich finde, die Solarboiler sind eine der besten israelischen Errungenschaften
 - geschätzt erwirtschaften sie rund 4% der gesamten Energienachfrage.

Wer einen Solarboiler hat, möchte ihn nie mehr missen, bzw. kann sich ein Leben ohne sowieso nicht mehr wirklich vorstellen. 

Ich erinnere mich noch vage: Unsere erste Wohnung in Tel Aviv (in einem alten und trotz massiv abblätternder Fassade sehr charmanten Gebäude) verfügte nur über einen elektrischen Boiler. In der Praxis nutzten wir eine Zeitschaltuhr, um morgens warmes Wasser zum Duschen zu haben. (Als arme sparsame Frischverheiratete nur ungefähr jeden zweiten Tag). Je nach Jahreszeit schwankte die Leitungstemperatur zwischen eiskalt (Januar) und lauwarm (August), eine richtig schöne heiße Dusche gab sie, ohne den elektrischen Boiler zu bemühen, zu keiner Jahreszeit her..

Als wir dann umzogen und erstmals in den Genuss eines Solarboilers kamen, war das ein einschneidendes Erlebnis: Immer heißes Wasser ganz ohne horrende Stromkosten, das war für uns ein richtiger Luxus. Rund 8 Jahre später sind wir so verwöhnt, dass uns die wenigen regnerischen oder bedeckten Tage kalt erwischen - im wahrsten Sinne des Wortes. Heute zum Beispiel.

Regentag April 2013
Wüstensturmtag März 2013



Kommentare:

  1. guten morgen nach israel, ui, das würde mich auch kalt erwischen und morgens erst für eine stunde nen Boiler einschalten wäre definitiv zu lang....aber grundsätzlich eine super Idee - für den Umweltschutz UND für den eigenen Geldbeutel.
    liebe grüße und eine schöne Woche mit weniger regen
    mickey

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    1. Man muss schon ziemlich vorausschauend planen, wenn man morgens duschen möchte. Aber im Winter dusche ich persönlich sowieso gerne abends, damit man dann schön aufgewärmt ins Bett gehen kann.

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  2. Wir haben Warmwasser elektrisch, es wird über das Nachtstromrelais geschaltet. Das reicht auch über den Tag, zumal mittags zwischen zwölf und zwei der Strom billig geschaltet wird und nachts von halb eins bis halb acht. Die zwei Stunden mittags heizen das Wasser genügend auf, damit abends mehrere duschen können und morgens auch. Der Boiler ist eben nach außen gut isoliert und schaltet bei 65°C ab - bei höheren Temperaturen würde der Kalk im Wasser ausgefällt werden.
    Eine Solarheizanlage wäre allerdings auch sehr schnell rentabel hier.

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