Sonntag, 28. April 2013

Märchengeburtstag (ohne Disney)

Ein vergnüglicher Kindergeburtstag liegt hinter mir. Und ich habe es geschafft, mir selbst zu beweisen, dass es nicht das israelische Standardprogramm (hier lest ihr mehr) braucht, um Vorschulkinder zufrieden zu stellen. Ich habe auch nicht den ganzen Kindergarten eingeladen. Allerdings konnte ich den gesellschaftlichen Zwang nicht komplett ausblenden, und so wurden schließlich alle Mädchen eingeladen. Nennt mich feige, aber ich habe es einfach nicht fertiggebracht, fast alle Mädchen und 1-2 ausgewählte Lieblingsjungs einzuladen, wenn mein Kind gleichzeitig auf allen Festen mittanzt weil die meisten anderen Familien Pauschaleinladungen aussprechen.

Nachdem ich mich über einen Monat nächtelang mit allerlei Planungsszenarien gequält hatte, blieb ich letztlich am Thema "Märchen" hängen. Die Grimms sind bei uns zur Zeit sehr angesagt, und ein spontan durchgeführtes Mindmap brachte eine reiche Ideenausbeute. Nur zu kitschig sollte es nicht sein. Und die Disney-Prinzessinnen dürften nicht mitmachen. Stattdessen habe ich mich für schwarz-weiße Scherenschnittbilder als wiederkehrendes Motiv entschieden. Easy.




Ein selbstgebautes Riesen-Sagaland hätte mich noch gereizt (die Bäumchen hätte man gut mit grünen Tonkartonhüten nachbauen können), aber letztlich habe ich es verworfen, auch weil sich das Spiel für rund 12 Spieler doch eher nicht eignet. 

Auf der Spieleliste standen:

- Ein verwünschtes Paket auspacken (ihr wisst schon, das Spiel mit den vielen Papierschichten um eine Tafel Schokolade)
- Aschenputtel den richtigen Schuh zuordnen (ein Spieler muss mit verbundenen Augen herausfinden, welchem Mädchen ein bestimmter Schuh passt)
- Äpfel fischen (allerdings nur die grünen, der einzelne rote in der Schüssel sollte gemieden werden..)
- Reise durch den Zauberwald/zum Zauberschloss (bzw. "nach Jerusalem") 
- Topfschlagen

Gespielt haben wir letztlich nur die ersten beiden, denn wir wollten auch noch ein süßes Keks-Hexenhaus basteln. Und eine Geschichte vorlesen. Da sind zwei Stunden schneller um, als man schauen kann.









In den Tüten war für jedes Mädchen ein Armband (ich habe mal wieder den unerschöpflichen Perlenvorrat meiner Tochter geschröpft - merkt sie nie bei der Masse!), eine Partytröte und ein kleiner Handspiegel. Von mir persönlich auf das corporate Design des Geburtstages hin modifiziert.


Ich habe fertig. Aber es ist insgesamt gut gelaufen. Doch.

(Nur den batteriebetriebenen rosa Plüschpudel würde ich am Liebsten unbemerkt umtauschen. Blöd nur, dass er - natürlich - besonders begeistert entgegen genommen wurde...)





// Das war 2013 mein erster Mottogeburtstag. Seither haben wir eine Party mit Schatzsuche, eine Tea Party und einen Safarigeburtstag gefeiert. //


Kommentare:

  1. Finde ich sehr gelungen. Da hätte ich gern Mäuschen gespielt. Wenn das eigene Kind bei allen anderen eingeladen ist, finde ich es auch schwierig, eine Auswahl zu treffen, welche Kinder zum eigenen Kind kommen dürfen und welche nicht. Von daher kann von Feigheit keine Rede sein - finde ich.
    Falls das Märchenthema über den Geburtstag hinaus populär ist, möchte ich noch darauf hinweisen, daß es ein "Märchenkochbuch" gibt (Grimms Märchen).

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    1. Danke für den Tipp! Das werde ich mir auf jeden Fall mal ansehen, auch für mich :)

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  2. Kol hakavod!! Lese schon eine Zeit lang still mit und habe eine aehnliche Familienkonstellation wie deine. Das Thema Kindergeburtstage Israel-Deutschland beschaeftigt mich auch. Wie waren denn die Reaktionen?

    LG Sarah

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  3. Die Reaktionen waren eigentlich durchweg positiv :-) Gestern am Lagerfeuer kamen fast alle Mütter nochmal auf mich zu, um zu berichten, dass die Mädels viel Spaß hatten. Das ist ja auch wieder das Nette an Israel: man weiß, seine Begeisterung auszudrücken und ist sich dafür auch nicht zu schade. Stichwort "Firgun" ;-)

    Schön dich zu lesen übrigens!

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  4. Das hat bestimmt eine Menge Arbeit gemacht - mit einem tollen Ergebnis. Wie schön, dass du eine positive Resonanz bekommen hast!
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Es war eigentlich weniger aufwändig, als es vielleicht aussieht. Ich bin ja bekennende Minimalistin und als solche immer darauf bedacht, pragmatisch zu planen. Der meiste Stress und Planungsaufwand fand nur in meinem Kopf statt ;)

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