Dienstag, 2. April 2013

[Kino] The Host / Seelen

Ich war also am Wochenende in der Hollywoodverfilmung von Stephenie Meyers Roman "The Host" (Deutsch: "Seelen"). Früher konnte ich es schlecht aushalten, wenn Lieblingsbücher von mir verfilmt wurden, was hauptsächlich daran lag, dass das Ergebnis meist miserabel war und das Endprodukt auf der Leinwand mit der Vorlage nur noch sehr wenig zu tun hatte. Das hat sich inzwischen definitv zum Guten verändert, und obwohl ein Film niemals an die Klasse und das unvergleichliche Gefühl eines über Nächte durchgelesenen Buches heranreichen kann, schaue ich mir inzwischen wirklich gerne Buchverfilmungen an. Die von Frau Meyer noch lieber, seit sie diese selbst produziert. Ich bilde mir nämlich ein, dass sie als Autorin maßgeblich Einfluss darauf nehmen kann, dass der Film ihre Leser nicht enttäuscht.

Doch zu The Host. The Host (wörtlich: Der Wirt) spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der eine außerirdische Spezies die Erde erobert und bevölkert hat. Auf den ersten Blick scheint das tägliche Leben fast unverändert, doch der Schein trügt, denn die "Seelen", intelligente filigrane Lebensformen, die nur mit einem Wirt lebensfähig sind, besetzen die Körper der Menschen und verdrängen deren früheres Bewusstsein vollständig. Als Melanie Stryder, eine der letzten Widerstandskämpferinnen, gefangen genommen wird, setzt man ihr die Seele Wanderer ein. Überraschenderweise weigert sich ihr Bewusstsein jedoch aufzugeben, und zwingt Wanderer schließlich, sich mit ihr und ihren Vorwürfen auseinanderzusetzen.

Jared trifft Melanie (Quelle)
Was wie purer Science-Fiction klingt, ist im Kern eine bewegende Liebesgeschichte, die nur noch sehr entfernt an Meyers Vampirsaga um Edward und Bella erinnert. (Jeder, der etwas anderes behauptet, kann die Bücher nicht richtig gelesen haben!)

Die filmische Umsetzung hat mir mit Abstrichen gut gefallen. Die Charaktere überzeugen und werden meiner Vorstellung zu 95% gerecht. Besonders  Saorsie Ronan (Melanie/Wanderer), Max Irons (Jared) , William Hurt (Jeb) und Chandler Canterbury (Jamie) bringen ihre Rollen authentisch auf die Leinwand. Mit Jake Abel, der meinen Lieblingscharakter Ian spielt, musste ich zwar kurz warm werden, konnte dann aber seine Vorstellung ebenfalls angemessen genießen.

Diane Krüger mit Lotus in Chrome (Quelle)
Wieso die große blonde Diane Krüger als Seeker (im Buch klein und schwarzhaarig) gecastet wurde, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ihr überragendes schauspielerisches Talent kann es jedenfalls nicht gewesen sein.

Nicht wirklich nachvollziehbar war für mich auch, wieso die Seekers vollverchromte Lotusse fahren (Product Placement ?) während die "normalen" Seelen teils mit regelrechten Retrokisten unterwegs sind.

Als Buchfan muss ich zudem Abzug dafür geben, dass zugunsten einiger Actionszenen wichtige Hintergrundinformationen unter den Tisch fallen mussten. Dadurch geht (zu) viel Plausibilität für Wanderers Verhalten verloren, und ich habe mich gefragt, ob jemand, der das Buch nicht gelesen hat, die emotionale und teils fast philosophische Ebene der Vorlage überhaupt erreichen kann. Hier wurden meiner Meinung nach zu viele Kompromisse gemacht und Chancen verschenkt.

Insgesamt ist The Host aber eine runde Buchadaption (die miesen Kritiken lügen! ^^), die ich mir gerne noch einmal ansehen würde.

Ian und Wanderer (Quelle)



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