Samstag, 30. Juni 2012

(Leckere) Kleinstfragmente (4)

Frühstück! 

Oder: Die treusorgende Gattin bereitet ihrem kranken Mann ein Omelette.


Brot zum Shabbat

Eine liebe Freundin von mir backt am Shabbat ihre eigenen Challah, die wir regelmäßig gebührend in den Himmel loben :) Gestern hat sie uns eine geschenkt und sie schmeckt noch besser, als sie aussieht.



Crumble geht immer

Diesmal nach einer Anregung aus unserem neuen Lieselotte-Kochbuch nicht nur mit Äpfeln, sondern allerlei Vorratsfrüchten, die schon etwas überfällig waren. Vanilleeis dazu - lecker!

 

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Viel Lärm um eine uralte Tradition

Anfang der Woche hat ein deutsches Gericht zum ersten Mal in der Geschichte die religiös motivierte Beschneidung von Jungen als Straftat verurteilt. Das Urteil schlägt hohe Wellen und die Vertreter der drei großen Glaubensgemeinschaften - Juden, Moslems und Christen - sehen darin einen Angriff auf die Religionsfreiheit. In der Erklärung des Zentralrats der Juden heißt es u.a.:
„Diese Rechtssprechung ist ein unerhörter und unsensibler Akt. Die Beschneidung von neugeborenen Jungen ist fester Bestandteil der jüdischen Religion und wird seit Jahrtausenden weltweit praktiziert. In jedem Land der Welt wird dieses religiöse Recht respektiert.“ (Quelle)
Jüdische Beschneidungszeremonie (Quelle)
Sollte dieses Urteil die Signalwirkung entfalten, die sich die Kölner Richter wohl erhoffen, hätte das für die deutschen Juden weitreichende Folgen. Die Torah sieht die Beschneidung männlicher Babies am 8. Lebenstag vor, sofern keine triftigen gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Da das Gebot von der großen Mehrheit der jüdischen Familien weltweit befolgt wird, bliebe dann für die Betroffenen nur noch das benachbarte Ausland oder die Illegalität, was zusätzlichen Stress und Komplikationsrisiken zur Folge hätte. Dabei ist der individuelle Grad der Religionsausübung nicht entscheidend oder verkürzt gesagt: Auch Juden, die nie eine Synagoge von innen sehen und Shrimps essen, halten in der Regel an der Beschneidung fest, denn das Zugehörigkeitsgefühl ist Eltern für ihr Kind wichtig. Michel Friedman sagt dazu:
"Auch ich bin beschnitten und habe meine beiden Söhne beschneiden lassen. Obwohl ich nicht fromm bin, habe ich mich als bewusster Jude in dieser Tradition wiedergefunden." (Quelle)
Besonders heikel: Da das Urteil in Deutschland gefällt wurde, fühlen sich Juden weltweit an die Anfänge des Holocausts, mit der schleichenden "Beschneidung" der Rechte jüdischer Bürger, erinnert und verurteilen es als Antisemitismus und Diskriminierung.

Ich kann die Kritiker und Beschneidungsgegner ja verstehen. Wirklich. Ich selbst bin sehr für die kindliche Selbstbestimmung und die Wahrung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit. Andererseits sehe ich auch, dass wir als Eltern ständig unangenehme Entscheidungen für unsere Kinder treffen müssen, Henryk M. Broder schreibt an anderer Stelle provokativ "die ganze Kindheit ist eine einzige Missachtung der natürlichen Rechte des Kindes" (Quelle). Bei einem verhältnismäßig harmlosen Eingriff wie der Beschneidung, der in aller Regel innerhalb weniger Tage verheilt und vergessen ist, halte ich den Vorwurf der schweren Körperverletzung für überzogen. Dazu kommt noch, dass die Praxis "im Verdacht steht", das Infektionsrisiko bei beschnittenen Männern und das Gebärmutterhalskrebsrisiko der Partnerinnen zu senken, weswegen die WHO in Entwicklungs- und Schwellenländern die Beschneidung sogar als Präventivmaßnahme empfiehlt.

Davon abgesehen glaube ich nicht an den Erfolg der Überstülpung einer neuen "Überzeugung" durch den Staat, gerade wenn es um jahrtausendalte Traditionen geht. Ein wirkliches Umdenken, denn das ist es doch, was durch das Verbot erreicht werden soll, kann letztlich nur stattfinden, wenn es von Individuen ausgeht und Kreise zieht.

Ein gesetzliches Verbot halte ich daher für ähnlich zielführend, wie ein Prostitutions- oder Abtreibungsverbot. Nämlich gar nicht.

Soweit mein Wort zum Shabbat :)


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Freitag, 29. Juni 2012

Aus einem Nachbarblog

Daniel Pomerantz über die absurde (?) Idee, sich als Freiwilliger für die israelische Armee zu melden.


Auszug aus Israel Review: Why do we enlist?

Though most Israelis do enlist (at the required age), usually they consider military service to be a burden, and many do not understand why olim (immigrants) are so “strange” that we would want, and even be excited, to enlist.  The work isn’t fun, the food is nothing special, you can’t make a living from it…so why do we want to donate our time to do this thing?

Very well, the question is a valid one, and I have an answer:  I am volunteering my time to the Israeli army because I have seen something that most Israelis will never see in their lives.

Weiterlesen auf http://israelreview.blogspot.co.il/




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Donnerstag, 28. Juni 2012

[Buch] Julie Kagawa: The Iron Queen / Herbstnacht



The Iron Queen (The Iron Fey, #3)The Iron Queen by Julie Kagawa
My rating: 5 of 5 stars

Let me start by saying that The Iron Queen was my favourite in the Iron Fey series. It starts off where The Iron Daughter ended: Meghan and Ash have been banished from the Nevernever and are on their way "home" to Meghan's family. Meghan is anxious of the future and concerned for Ash who will never be allowed to return home. At the same time she is glad to see him unguarded and free to show real emotions for the first time. When Meghan confesses her worries to him he makes a moving declaration that he'll be there with her no matter what the future will hold for them. Unsurprisingly they don't get to live out their Happily-Ever-After just yet, for as they reach Meghan's home, she finds herself in an ambush of Iron Fey sent by the new Iron King to capture her. She fends her attackers off with Ash's help but realizes that their fight against her enemy is far from over and that she has to learn to wield a weapon and control the two powers - Iron and Summer - she's inherited.

In the third book of her series Kagawa develops the story line around Meghan, Ash and Puck further while coming up with a couple of unexpected twists and turns. It's great how Meghan, once again, doesn't shy away from her fate but takes responsibility not only for herself but also her companions. To watch her relationship with Ash unfold and mature is a treat and the fight training sessions are just priceless! I hope that I'm not giving away too much by saying that in the end I took great comfort in knowing that there's a forth book to tie up the loose ends....


Favourite Quotes:
I wished that, for once, faery tales – real faery tales, not Disney fairy tales – would have a happy ending.
--
Ash rose, hesitated, as if fighting the compulsion to obey. "I will always be your knight, Meghan Chase," he whispered in a strained voice, as if every moment he remained was painful to him. "And I swear, if there is a way for us to be together, I will find it. No matter how long it takes. If I have to chase your soul to the ends of eternity, I won't stop until I find you, I promise." And then he was gone.
--
For the record,” Grimalkin stated as we ventured, single file, into the black, “I do not think this is a good idea. But, as no one listens to the cat anymore, I will have to wait until we are completely lost to say ‘I told you so'.

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Huch, ich hab' was ersteigert

Da habe ich seit Jahren nicht mehr bei Ebay reingeschaut und dann gewinne ich gleich meine erste Auktion.

Rubinrot von Kerstin Gier wird demnächst bei mir einziehen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, es nicht zu kaufen, aus stillem Protest darüber, dass der Verlag die Trilogie offenbar partout nicht als E-Book herausgeben will. Letztlich siegte aber die Neugier, mit dem Kauf eines gebrauchten Buches unterstütze ich den Verlag nur indirekt, und die Autorin kann sowieso nichts dafür. Habe ich mir jetzt jedenfalls mal so hingebogen, damit die Inkonsequenz weniger auffällt. ^^



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Montag, 25. Juni 2012

Thriller-Material?

Wer schon mal in Israel war wird sich sicher daran erinnern, wie wichtig man es hierzulande mit der Sicherheit nimmt. Das beginnt schon vor dem Abflug mit einer ausführlichen Befragung durch das Bodenpersonal, geht bei der Einreise mit der Passkontrolle weiter und endet schließlich damit, dass man sich vor dem Rückflug erneut erklären muss: Wo man war, was man so erlebt hat und ob man sein Gepäck auch wirklich niemals aus den Augen gelassen hat.

Im Land selbst sind "die Wächter" besonders auffällig. Vor jedem öffentlichen Gebäude, sei es eine Behörde, ein Kindergarten, ein Einkaufszentrum oder ein Fitnessclub, sind sie dazu abgestellt (im wahrsten Wortsinn), die Taschen der Besucher zu kontrollieren und darauf zu achten, dass keine Waffen mitgeführt werden. Schlecht bezahlt sind sie, die Wächter, und man würdigt sie in der Regel keines Blickes oder allenfalls mit einem genervten Seitenblick, weil man sowieso schon zu spät dran ist. Ich habe mich oft gefragt, wie man sich wohl fühlt, wenn man sein Leben lang Wächter war. Unbeachtet und für die Arbeit - nämlich im Ernstfall den Kopf hinzuhalten - nicht mal geschätzt, bzw. noch ungeduldig angeraunzt.

Taschenkontrolle (Quelle: Ynet)
Daraus ließe sich ein ziemlich guter Psychothriller stricken, finde ich. Über einen Wächter, dem es irgendwann reicht, dass alle durch ihn hindurch sehen und dessen Einsamkeit und Frust ihn letztlich zum Serienmörder werden lassen. Einer, der seine Opfer bei der routinierten Kontrolle nach bestimmten Merkmalen aussucht, und der sich von jedem Mord ein Andenken aus der Handtasche des Opfers mit nach Hause nimmt. Natürlich bräuchte der Thriller auch einen aufmerksamen Ermittler (oder eine Ermittlerin?) mit allerlei skurillen Schwächen, und der Wächter müsste nach außen hin ganz normal und harmlos wirken. Wie in allen besseren Thrillern eben. Da ich als Autorin (selbstredend unter Pseudonym, um mir nicht den Ärger aller Wächter im wirklichen Leben zuzuziehen) selbst bestimmen dürfte, wie das ganze endet, würde ich darauf Wert legen, dass sich alles gut auflöst und keine offenen Fragen bleiben. Das nervt mich bei Thrillern nämlich immer tierisch, ich mag es gerne "rund" gegen Ende. Als Cover böte sich zum Beispiel die düstere schematische Darstellung eines Metalldetektors an :)

Zu verstiegen? Wahrscheinlich. Aber mir ist der Gedanke wirklich schon einmal gekommen und da bei Angelas Gewinnspiel im Bücherregal gerade eine Geschichtenidee gefragt ist, habe ich das jetzt mal aufgegriffen. Letztens habe ich schon einen Tagespreis bei ihr gewonnen und hoffe noch immer auf einen der drei fantastischen Hauptgewinne für Büchermaniker.


Disclaimer: Ich schätze die Arbeit der israelischen Wächter. Selbst wenn ich ab und an doch etwas genervt bin, von der Taschenkontrollierei.
 

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Samstag, 23. Juni 2012

[Buch] Yoram Kaniuk: Verlangen

Verlangen by Yoram Kaniuk
My rating: 4 of 5 stars

Alex Tlalim, erfolgreicher Filmproduzent aus Tel Aviv, ist fast 60, als seine Frau Dina an einer schweren Krankheit stirbt. Er stürzt in eine emotionale Leere, die weder seine erwachsenen Kinder, noch sein bester Freund und Geschäftspartner füllen können. Als er auf einer Geschäftsreise einige Tage frei nimmt, lernt er Nili kennen, eine junge Studentin und Tochter einer früheren Affäre, wie sich bald herausstellt. Obwohl sie seine Tochter sein könnte, verfallen Alex und Nili einander auf den ersten Blick und stürzen sich in eine Beziehung, die sie schließlich bis an den Rand des Wahnsinns führt.

Dieser fast schon poetische Roman ist von Anfang bis Ende wunderbar zu lesen. Die Zerissenheit der Hauptpersonen und ihr emotionaler Kampf um eine Perspektive ziehen einen sofort in ihren Bann. Die Manie der Liebenden baut sich auf, wie die Spannung in einem Thriller, und machte Verlangen für mich zum Pageturner. Alex und Nili können einem Leid tun, und doch mag man sie um ihren Mut, ihre Konsequenz bewundern, mit der sie sich wieder und wieder trotzig gegen alle Vernunft stellen. Ja, die Handlung scheint weit hergeholt und doch wieder nicht, denn letztlich ist es nicht die Handlung, sondern die menschlichen Schwächen und Stärken der Protagonisten, die Verlangen zu einem ganz besonderen Leseerlebnis machen.

Als primäre Kulisse wählt Kaniuk Tel Aviv, die Nebenpersonen sind Israelis verschiedener Couleur mit all ihren Ecken und Kanten. Wer Israel kennt wird sich - wie ich - in diesem Roman zuhause fühlen.

In nur zwei Nächten habe ich Verlangen verschlungen und bin noch nicht ganz wieder "da". Yoram Kaniuk schafft einen israelischen Homo Faber, den man abwechselnd kräftig schütteln und tröstend in den Arm nehmen möchte.

Zitate:

Du bist süß, Tlalim, du liebst, wie man früher Paläste baute oder Glas blies oder mordete, du bist komisch, und ich liebe dich, du bist mein und hast allen Stolz abgetan und bist klug und doch völlig närrisch, als müsstest du jeden Augenblick sterben und wolltest die letzte Sekunde in mir festhalten, und dann gehöre ich dir ganz, Tlalim.
- Nili

Ich male dich ohne Pinsel und Farben auf die Wände meines Bewusstseins, wie der Gott Schiwa den Kosmos zeichnete. So kann man ewig leben, weil es kein Alter gibt. Weil es nichts gibt.
- Nili


Freitag, 22. Juni 2012

Verbesserte Blogstruktur (3)

Die angekündigten überarbeiteten Seiten Essen und Leben sind jetzt auch fertig. Feedback und Tippfehler gerne an mich melden :)

Diese Themenseiten ersetzen die drei, sehr weit gefassten, Hauptlabel Lesen, Essen & Leben. Dadurch werden die Vorschläge unter jedem Beitrag ("Das könnte Sie auch noch interessieren") wesentlich zutreffender und relevanter.

(Ja, ich fühle mich gerade sehr nerdig.)


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Montag, 18. Juni 2012

[Buch] Julie Kagawa: The Iron Daughter / Winternacht



The Iron Daughter (Iron Fey, #2)The Iron Daughter (Iron Fey #2) by Julie Kagawa
My rating: 5 of 5 stars

Meghan Chase, half-human/half-fey has defeated the Iron King and rescued her brother to take him back home from the Nevernever- a parallel world where fairies are real and she's a princess in Oberon's Summer Court. However, her binding promise to Prince Ash, son of the cruel Winter Queen, forces her to return to the Winter Court as a prisoner. There, Meghan's inherited fairy powers are taken from her and Ash, whom she thought loved her, is absent from court most of the time and when he's there won't acknowledge her. When a group of Iron Fey attack the Winter Court, Meghan and Ash flee the Nevernever and find themselves once more on a near impossible mission. As if that wasn't enough, Ash tells Meghan that Faery law forbids them to ever be together.

Kagawa really won me over with The Iron Daughter. The love, the heartbreak, the thrill and the witty dialogues (Grim, you're the best!) make her series a treat. Yes, it does have some flaws and a couple of mistakes that should've been caught by the reviewers, but I chose to overlook them instead of letting them spoil the overall experience.

The story continues a couple of weeks after The Iron King ended and sets a quick pace. With its surprisingly unpredictable plot line and a couple of really neat twists it's almost impossible to put down. The main characters are nicely crafted and highly likeable each in their own way. I especially enjoy how Meghan is nothing like the typical girl/princess/whatever but stands her ground and gets to save the day (and the boys) more often than not. While the tragic love story is of course a central theme of the whole series, it never feels over the top and you won't have to read through pages of self-pity and suffering. Kagawa's heroes are way too practical and down-to-earth for that.

Favourite quotes:
"Don't leave," I whispered, tightening my hold. "Never leave me again. Stay with me. Forever." The winter prince smiled, a small, easy smile, and lowered his lips to mine. "I promise."
 - Meghan and Ash
“I would kiss you, cat,” Puck said as we crowded through the doorway, “if we weren’t in such a hurry. Also, the hairballs could be unpleasant.” 
- Puck



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Samstag, 16. Juni 2012

[Buch] J.S. Foer: Extremely Loud & Incredibly Close / Extrem laut und unglaublich nah

Extremely Loud & Incredibly CloseExtremely Loud & Incredibly Close by Jonathan Safran Foer
My rating: 4 of 5 stars

This was a difficult read for me.

Though I'd read countless great reviews and was very determined to plunge right into the story I had a hard time getting into Oskar Schell's mind, the 9-year-old who lost his father in the 9/11 terror attacks. When Oskar, who is struggling daily to cope with his loss, finds a key in his father's closet, he sets out on a quest through New York to find the matching lock.

I'm convinced that this alone would have been enough to captivate me. However, the author added several additional plot lines taking the reader way into the painful past of Oskar's grandparents who survived the Dresden bombings before immigrating to the US. As Oskar gets closer to solving his mystery, the family history and its aftermath becomes more complicated.

Overall, Extremely Loud & Incredibly Close is a wonderful piece of literature. It is masterly written and I enjoyed Foer's style and well developed characters. I must say though that it combines so many extremes it loses some of its plausibility.

***

Diese Lektüre war für mich gar nicht einfach. Obwohl ich durch unzählige Empfehlungen und Rezensionen sehr motiviert war, hatte ich zunächst Schwierigkeiten, mich in den 9-jährigen Protagonisten Oskar Schell hineinzufühlen, dessen Vater in den Anschlägen vom 9. September starb. Als Oskar, der sich trotz seines Verlustes tagtäglich tapfer seinem Alltag stellt, einen Schlüssel im Schrank seines Vaters findet, macht er sich - quer durch New York - auf die Suche nach dem dazu passenden Schloss.

Ich bin überzeugt davon, dass dieser Handlungsstrang allein mich schon mehr als genug gefesselt hätte. Der Autor offenbar nicht, denn ein weiterer führt den Leser weit in die schmerzliche Vergangenheit von Oskars Großeltern, die die Bombenangriffe auf Dresden überlebten, bevor sie sich schließlich in den USA wieder begegneten. Während Oskar der Lösung seines Rätsels näher kommt, werden die, in Rückblenden erzählte, Familiengeschichte und deren Folgen immer komplizierter.

Insgesamt ist Extrem laut und unglaublich nah ein wundervolles Buch. Es ist meisterhaft geschrieben, sodass ich Foer's Stil und die gut entwickelten Charaktere von Anfang bis Ende genießen konnte. Trotzdem vereint er für mich zu viele Extreme, wodurch das Buch letztlich ein wenig von seiner Glaubwürdigkeit verliert.


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Donnerstag, 14. Juni 2012

Von Feen und Läusen

Dialog mit einer Fünfjährigen bei der Lausbehandlung mit einer sehr mädchenhaft aufgemachten Haarspülung:

"Schau mal Schatz, die Fee auf deiner Haarspülung sieht aus wie die auf deiner Zahnbürste. Ich glaube, das ist die gleiche."

- "Stimmt ja gar nicht!"

"Doch, schau mal nach!"

* Kind geht vergleichen *

"Nein, die Fee auf der Zahnbürste hat ein anderes Kleid an! Das ist nämlich die Zahnfee!"

- "Aha."

* Einen Tag später kommt das Kind ganz aufgeregt ins Bad. *

"Mama, ich weiß jetzt, wer die Fee auf meiner Haarspülung ist."

- "Ach ja?"

"Ja, die Läusefee!"


Dental Clip Art


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Mittwoch, 13. Juni 2012

Du bist nicht dein Bücherregal

Ein wunderbares Gedicht über Bücher habe ich heute hier gelesen.

You Are Not Your Bookshelf

You are not the books on your shelf.
You are not the books you have read.
You are not the books you haven’t read.
You are not what books people think you have read.
You are not the books you are supposed to have read.
You are not the books you always meant to read.
You are not the books you hate.
You are not the books you dismiss.
You are not the books you like.
You are not the books you love.
You are not the book you are reading now.
You are not the book you just read.
You are not the book you are reading next.
You are not the books you remember.
You are not the books you have forgotten.
You are not the books your parents read to you.
You are not the books you read to your children.
You are not the books you’ve given.
You are not the books you have received.
You are not the books you have written.
You are not the books you will write.
You are not the books you will never write.
You are not the books you reread every year.
You are not the books you’ve abandoned.
You are not the books you studied.
You are not the books you admire.
You are not the books that made you think.
You are not the books that made you change.
You are not the books that made you leave.
You are not the books that made you pick up the phone.
You are not the books that made you laugh.
You are not the books that made you cry.

All of these books are you.






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Dienstag, 12. Juni 2012

12 von 12 (Juni)

Heute war ich insgesamt viel unterwegs und ziemlich busy, aber 12 einigermaßen brauchbare Bilder meines Tages habe ich letztlich doch gefunden und zur Abwechslung mal schwarz-weiß gemacht ;)

Blumenfreude am Morgen (wann habt ihr euch zuletzt selbst Blumen geschenkt?)

Heute mal mit dem Zug zur Arbeit
Schnell an einem Bücherstand voller Sonderangebote vorbei
Tel Aviver Kontraste: Giebelhäuser und Wolkenkratzer
Recycling wird in Israel langsam "in"
In den Katakomben unter dem städtischen Krankenhaus
Da bin ich derzeit relativ häufig (lange Geschichte)
Echter deutscher Streuselkuchen (im Goethe Institut war Tag der offenen Tür)
Teil der Posterausstellung "Nichts ist erledigt" von Klaus Staeck
Bücher zum Mitnehmen (ich war aber standhaft!)
Grade noch rechtzeitig zum Zug nach Hause
Rätsel für Pfiffige: Womit muss ich mich wohl seit heute auch noch rumschlagen?
Alle 12 von 12 wie immer drüben bei Draußen nur Kännchen.


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Sonntag, 10. Juni 2012

Lieblingsbuch oder Lieblingsgenre?

In Angelas Bücherregal gibt es zum ersten Bloggeburtstag jeden Tag tolle Preise zu gewinnen. Die zu lösenden Aufgaben sind mal mehr, mal weniger herausfordernd. In allerletzter Minute kommt hier nun mein Beitrag zur Kreativaufgabe #1. Thema: Dein Lieblingsbuch/Lieblingsgenre

Da ich mich unmöglich für ein einzelnes Lieblingsbuch entscheiden kann und auch in den Genres ganz und gar nicht festgelegt bin, werde ich es mit einer kleinen statistischen Auswertung der letzten 5 Lesejahre versuchen, soweit ich das Gelesene noch nachvollziehen kann. Goodreads hilft mir dabei. 

2007 hat mich Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon fasziniert. Ich würde jetzt nicht sagen, dass es ein Lieblingsbuch geworden sei, aber es hat mich unheimlich gefesselt und eine ganze Zeitlang nicht so recht losgelassen. 2007 wurde außerdem meine Tochter geboren und während ihrer ausgiebigen Stillzeiten habe ich immer wieder in einem meiner All-Time-Lieblingsschmöker gelesen: Scarlett von Alexandra Ripley. Dabei kann ich nicht mal erklären, warum ich gerade dieses drittklassige Buch so mag.


Mein Lese-Highlight für 2008 war definitv Insel der Vergessenen von Victoria Hislop. Ein wunderbares Buch über eine Leprainsel in Griechenland in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Bücherdiebin von Markus Zusak hat mich nicht weniger beeindruckt, aber mich letztlich nicht ganz so sehr berührt.

2009 wurde überraschend Das Schneekind, ein Abenteuerbericht von Nicolas Vanier zum Lieblingsbuch. Ich hätte nie gedacht, dass der Reisebericht einer Alaskaexpedition mich so fesseln würde. Wahrscheinlich liegt die besondere Faszination darin, dass Nicolas seine Frau und kleine Tochter mit auf diese extreme Reise nahm.

2010 stand ganz im Zeichen von Twilight (nein, der deutsche Titel kommt mir nicht in die Tasten...). In weniger als einer Woche hatte ich alle 4 Bände durchgeackert und danach nahtlos bei Band 1 wieder angefangen, so gefesselt war ich. Vermutlich werde ich Stephanie Meyer mein Leben lang dankbar für diese Serie sein, so viele wunderbare Lesestunden hat sie mir mit ihrer Liebesgeschichte um Edward und Bella beschert. So. Dem Pathos ein Ende.


Erwähnen muss ich für 2010 unbedingt auch noch Suzanne Collin's Hunger Games - Trilogie. Auch die habe ich gleich mehrmals hintereinander gelesen und danach allen Freunden weiterempfohlen.

2011 habe ich viel gelesen. Mein Lieblingsbuch wurde letztlich Gute Geister von Kathryn Stocket (Rezension von mir). Toll war u.a. aber auch der Auftakt zu Ken Folletts Jahrhunderttrilogie: Sturz der Titanen

2012 habe ich bisher schon einige wirklich beeindruckende Bücher gelesen. Um den Platz des Lieblingsbuches des Jahres streiten sich aktuell Stadt der Diebe von David Benioff (Rezension von mir) und Deine Juliet von Mary Ann Schaffer (Rezension von mir).





Ihr seht, ich lese ziemlich querbeet durch alle Genres. Wenn ich den Beitrag bei Angela eingereicht habe, werde ich ihn noch aufhübschen und eventuell das eine oder andere Lieblingsbuch hinzufügen.

Einen friedlichen Leseabend wünsche ich euch noch :)

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Samstag, 9. Juni 2012

Strand ist einfach nicht mein Ding....




Zu voll, zu heiß, zu krebserregend. Und zur Krönung wurde das Kind auch noch von einer Biene gestochen. Nichts für mich. Außer natürlich spätabends und im Winter ;)

Sonntag, 3. Juni 2012

Verbesserte Blogstruktur (2)

Sowohl meine Rezensionen als auch meine Rezepte gibt es jetzt als praktische Listen auf einen Blick. Ihr findet sie auch am rechten Blogrand in der Linkliste :-)


Rezensionen
Rezepte













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Samstag, 2. Juni 2012

[Buch] Julie Kagawa: The Iron King/Sommernacht



The Iron KingThe Iron King by Julie Kagawa
My rating: 3 of 5 stars

Meghan's just the average teenager growing up on a farm in a small town where she tries to fit in with her peers. When her little brother disappears and her best friend turns out to be a character right out of the fairy-tales, her world's turned upside down. Meghan sets out on a rescue mission to save her brother and soon finds herself in the middle of a war between the rulers of a fantastical parallel world where Oberon and Puck are real and peril awaits at every turn. Things get complicated when the son of the hostile Winter Queen falls for the human he's sworn a binding oath to take captive...

The Iron King is full of colourful descriptions, intriguing characters like Grimalkin the helpful cat (or is he?) and forbidden romance. If you don't expect world class literature or even exceptional writing, you'll enjoy this read. I'll read on to see where it is all going with Meghan, Ash and - most of all - Grim.

Alert: Don't read any wiki articles before you've read the whole series. I made that mistake to look something up about Meghan and am now trying to mentally delete all the spoilers featured in the first sentence or two. Aaarrrrrgh.

***

Meghan ist nur ein durchschnittlicher Teenager. Sie wächst auf einer Farm auf und schlägt sich in ihrer Kleinstadtschule mehr recht als schlecht durch. Als ihr kleiner Bruder verschwindet und sich herausstellt, dass ihr bester Freund eigentlich ein Märchencharakter ist, wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Meghan macht sich auf, ihren Bruder zu retten und gerät im Feenreich zwischen die Fronten. In der Parallelwelt sind Oberon und Puck echt, und Gefahren lauern an jeder Ecke. Richtig kompliziert wird es aber erst, als Ash, Sohn der feindlichen Winterkönigin sich in das Mädchen verliebt, das gefangen zu nehmen er geschworen hat. "Sommernacht" liefert farbenfrohe Details, interessante Charaktere, wie Grimalkin, die hilfsbereite Katze (oder?), und eine verbotene Liebe.

Wer keine Weltliteratur oder einen außergewöhnlich tollen Schreibstil erwartet, wird "Sommernacht" mögen. Ich werde weiterlesen, schon allein um zu sehen, wie es mit Meghan, Ash und - natürlich! - Grim weitergeht.

Warnung: Lest keine Wiki-Einträge bevor ihr nicht die ganze Serie gelesen habt. Ich habe den Fehler gemacht und versuche jetzt vergeblich, die Spoiler wieder aus dem Hirn zu kriegen. Schön blöd ;)


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Bananenmuffins (mit Schokohäubchen)

Da ich im Sommer ständig überreife Bananen habe, weil die Bio-Bananen in der Wärme so schnell weich werden, habe ich dieses Rezept entdeckt:

Bananenmuffins 
(Originalrezept von Cat Can Cook)

Zutaten für 12 Muffins:
  • 4 sehr reife Bananen 
  • 1/2 Becher Zucker
  • 1 Ei
  • 1/3 Becher Butter oder Margarine
  • 1 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 1 1/2 Becher Mehl
  • 50g Bitterschokolade

Zubereitung: 
  1. Bananen zerdrücken und mit Zucker, Ei und Butter cremig schlagen.
  2. In einer separaten Schüssel Mehl, Backpulver und Salz vermischen. 
  3. Trockene und feuchte Zutaten gut vermischen und zum Schluss gehackte Schokolade unterrühren. 
  4. In 12 Förmchen füllen und bei 200° C etwa 20 min. backen (Stäbchenprobe!) 


Diese Muffins schmecken auch solo genial. Wenn es mal besonderes lecker sein soll, kann man sie mit einer Schokocreme verfeinern:

* ~ * ~ *

Buttercreme mit Schokolade 
(Originalrezept von Savory Sweet Life)

Zutaten: 
  • 200g weiche Butter (nicht geschmolzen!)
  • 1 Becher Puderzucker
  • 1/2 Becher Kakao
  • 1/2 TL Salz
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 4 TL Milch 
Zubereitung: 
  1. Butter auf niedriger Stufe einige Minuten cremig schlagen. 
  2. Puderzucker, Salz und Kakao dazugeben und so lange weiter rühren bis die Butter den Zucker und den Kakao vollständig aufgenommen wird. (Es entsteht eine leicht tonige Konsistenz).  
  3. Vanilleextrakt und nach und nach die Milch unterrühren bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Nach Bedarf kann zusätzlich Milch zugegeben werden. 
  4. Muffins mit Schokoladencreme füllen und mit Spritzbeutel wie gewünscht verzieren. 

Die Kombination aus Banane und Bitterschokolade ist ein Gedicht. Die Buttercreme kann man natürlich nach Belieben mit anderen Kuchen, Torten und Süßspeisen kombinieren.


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