Montag, 5. November 2012

Sport.

Ich war mal einigermaßen sportlich. War. Ist Jahre her, und in letzter Zeit beschränkt sich meine körperliche Aktivität auf Treppensteigen (aber nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt) und den täglichen Marsch vom Bahnhof ins Büro.

Das wird sich jetzt radikal ändern, denn seit Freitag bin ich Mitglied in unserem hiesigen Fitnessclub mit Indoor-Schwimmbad. In der festen Überzeugung, dass dort sonntagmorgens wahrscheinlich nichts los sein wird, packe ich früh also frohen Mutes meine Badesachen und mache mich auf, um ein paar einsame (!) Bahnen zu ziehen. Niemals hätte ich mit einem solchen Ansturm gerechnet! Der Schwimmbereich ist dicht mit einem umtriebigen 70+ Publikum bevölkert, die Hälfte des Bades für Wassergymnastik blockiert, sodass sich auf den verbliebenen drei Bahnen Schwimmer aller Geschwindigkeitsstufen stauen. Letztlich finde ich mein Plätzchen mit einer gemütlich dahin schwimmenden Dame, die ich immer überholen muss, und einer rasanten Sportschwimmerin, von der ich immer wieder überholt werde. Zum Bahnen zählen komme ich vor lauter Stress nicht, also nehme ich mir eine halbe Stunde zügiges Schwimmen vor.

Quelle: Wikipedia
Zwischendurch spiele ich gedanklich durch, wie peinlich es wäre, sollte mich plötzlich vor all diesen Leuten ein Schwächeanfall inklusive Wiederbelebung durch den Rettungsschwimmer ereilen, komme aber fast augenblicklich zu dem Schluss, dass es noch peinlicher wäre, bereits nach 10 Minuten wieder von dannen zu schleichen.

Durchhalten ist also angesagt.

Gerade so schaffe ich meine halbe Stunde, während ich mich konstant sorge, wie wohl mein Bikinihöschen unter Wasser aussehen mag. Es sitzt nämlich nicht mehr wirklich stramm und bläht sich mit jedem Beinschlag auf. Ich nehme mir vor, einen hochathletischen Schwimmanzug zu kaufen. Außerdem brauche ich eine Schwimmbrille, denn das Wasser ist so chlorverseucht, dass ich letztlich mit knallroten Augen aus dem Becken krieche.

Hach, was ist Sport befreiend für Körper und Seele, denke ich mir trotzdem, und fühle mich den restlichen Tag über ganz beschwingt. Das rächt sich zwar einen Tag später in einem hässlichen Muskelkater am ganzen Körper (wovon eigentlich?), aber man soll ja auch spüren, dass man was getan hat.



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