Sonntag, 25. November 2012

Liebliche Tänzerinnen, lärmende Krieger

Im Kindergarten meiner Tochter wissen die Mädels noch, wo ihr Platz ist, wie das musikalische Hanukka-Fest letzten Freitag bewies.

Da waren die Rollen nämlich ganz klassisch verteilt: Die Jungs durften als kriegerische Makkabäer einen kernigen Rap vortragen, die Mädels mit goldigen Ölkrügen zu niedlicher Musik um sie herum tanzen. Nächste Szene: Die Jungs bekamen Trommeln und sollten "ordentlich Lärm" darauf machen, die Mädels führten einen pastelligen Tüchertanz vor.

Meine Fresse.

Im letzten Jahr war es der Erzieherin ein Anliegen, die Rollen gut zu durchmischen. Man hat sie als Feministin belächelt.

Nein, ich finde es nicht schlimm, wenn Mädchen gerne hübsche Tücher mögen und tanzen, aber kann man sie nicht wählen lassen, ob sie lieber eine Tänzerin oder einen Krieger darstellen wollen? Ist das zu viel verlangt? Was habe ich es als Kind gehasst, wenn man mich in das typische Mädchenschema hat stecken wollen, und ich bin sicher, dass es auch heute Mädchen gibt, die viel lieber lärmen und raufen wollen, als dekorativ Tüchlein schwingen. (Oder Jungens, die gerne tanzen)

Aber man darf ja nicht meckern, immerhin haben sie einen hübschen Leuchter gebastelt.





Kommentare:

  1. Als Mutter von drei Töchtern kann ich deine Gedanken sehr gut nachvollziehen! Einfach am Ball bleiben und nicht selber in die "süsses kleines Mädchen"-Falle reintappen (Kleidung, Spielzeug etc.)
    Liebe Grüße
    Andrea

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