Donnerstag, 1. November 2012

Fallstudie: ÖV pur

Die Fakten:
  • Zwei berufstätige Pendler-Eltern, ein KiGa-Platz von 7.30-16.45.
  • Arbeitsumfang: Mama 70%, Papa 100%
  • Fahrtzeit (von Tür zu Tür): Mama 60min (Bahn) , Papa 45min. (Auto) oder rund 2h (Bus & Bahn)
Das Problem
Vielschichtig. Aber es läuft darauf raus, dass es nahezu unmöglich ist, Fahrt- und Arbeitszeit innerhalb des unflexiblen Rahmens (=KiGa-Zeit) unterzubringen. Wenn nämlich der Papa mit dem Auto fährt, schafft er es bei seinem Arbeitsumfang nicht rechtzeitig, das Kind vom KiGa abzuholen. Die Mama würde es schaffen, wenn sie am Park&Ride-Bahnhof das Auto stehen hätte, zu Fuß, per Rad oder Bus ist es zu weit, bzw. wird zeitlich zu eng.

Die Lösung
Verschiedene Lösungsansätze (viele!) wurden durchdiskutiert und wieder verworfen. Letztlich kam man zu dem Schluss, dass es in der Theorie am meisten Sinn macht, wenn beide Eltern ÖV nutzen, trotz fast dreimal so langer Fahrtzeit für den Papa. Praktisch wird die Fallstudie (Projektlaufzeit: November) zeigen müssen, ob diese Rechnung aufgeht.

Zusatznutzen:
Eine Kostenersparnis von 50% bei den Papa-Fahrtkosten, Abnutzung des Autos nicht eingerechnet.

Harmonie pur! Rail.co.il
Zeitplanung (Theorie): 
06.10: Der Papa verlässt das Haus und geht zur Bushaltestelle.
06.42: Der Papa steigt in den Zug und macht einen Weckruf zuhause.
06.45: Die Mama und das Kind stehen auf.  
07:25: Die Mama und das Kind steigen ins Auto.
07.30: Die Mama und das Kind kommen im KiGa an.
07:35: Die Mama sitzt wieder im Auto.
07:43: Die Mama parkt am Park&Ride-Parkplatz und eilt zum Zug.
07:48: Die Mama sitzt im Zug.
08:30: Die Mama und der Papa erreichen ihren Arbeitsplatz etwa zeitgleich.
15:30: Die Mama verlässt das Büro.
15:51: Die Mama steigt in den Zug.
16:22: Die Mama verlässt den Bahnhof und sitzt wenig später im Auto.
16:35: Die Mama holt das Kind ab.

Praktischer Ablauf Tag 1, Teil 1:
06.10: Der Papa verlässt das Haus und geht zur Bushaltestelle.
06.42: Der Papa steigt in den Zug und macht einen Weckruf zuhause. Die Mama und das Kind bleiben noch liegen.
06.55: Die Mama und das Kind stehen jetzt wirklich auf.
07:25: Das Kind darf keine Schokolade als Pausenbrot mitnehmen und regt sich darüber tierisch auf. Beschließt, dass es heute gar nicht in den KiGa gehen will. Die Mama scheitert mit einem Erklärungsversuch und schiebt letztlich ein tobendes Kind aus der Wohnung.
07.33: Die Mama und das Kind kommen im KiGa an und finden zum Glück einen Parkplatz genau vor der Tür. Das Kind hat sich wieder beruhigt, die Abgabe verläuft ohne weitere Zwischenfälle.
07:37: Die Mama sitzt wieder im Auto.
07:45: Die Mama parkt am Park&Ride-Parkplatz und rennt los.
07:48: Die Mama erreicht den Zug im letzten Moment und steigt ein. Die Klimaanlage läuft mal nicht auf 17°C, sodass die Mama einigermaßen entspannt reisen kann.
08:30: Die Mama und der Papa erreichen ihren Arbeitsplatz etwa zeitgleich. Die Mama kommt zu dem Schluss, dass jetzt eigentlich nicht mehr viel schiefgehen kann.

Ja, die beschriebenen Familie sind wir. Hättet ihr nicht erraten, oder? ^^ Man darf gespannt sein, wohin uns dieses Projekt bringen wird (außer an den Rand des Wahnsinns).

Kommentare:

  1. Oje, da wird mir schon vom Lesen schwindelig. Ich drücke Euch die Daumen, dass immer alles so klappt wie geplant.
    Liebe Grüsse
    Andrea

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    1. Danke dir :) Ich hoffe noch, dass sich nach einer Eingewöhnungszeit alles in einer gewissen Routine einpendelt...

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