Sonntag, 1. Juli 2012

[Buch] C.S. Lewis: Surprised by Joy / Überrascht von Freude

Das hier vorgestellte Buch habe ich im Rahmen des Mai/Juni/Juli-Themas der lesenden Minderheit gelesen.

Surprised By Joy Surprised By Joy by C.S. Lewis
My rating: 4 of 5 stars

In dieser Autobiographie, die rund die erste Hälfte seines Lebens umfasst, beschreibt C.S. Lewis, einst erklärter Atheist, seinen langen Weg (zurück) zum Christentum. Der sehr persönliche Glaubensfindungsprozess, zieht sich unaufdringlich wie ein roter Faden durch den spannenden Lebensbericht des großen britischen Intellektuellen, dessen Liebe zu Geschichten und Literatur ihn seit frühester Kindheit geprägt hatte. So wird die Biographie auch zu einer wunderbaren Homage an die großen Klassiker, auf die er immer wieder Bezug nimmt und deren Einfluss auf unterschiedliche Lebensabschnitte er betont. So dicht und anspruchsvoll schreibt er, dass man sich einlesen und Zeit lassen muss, um die vielschichtigen Inhalte wirklich aufnehmen zu können. Mehr noch: Eigentlich müsste man sich hinsetzen und eine Literaturliste erstellen, in der Hoffnung, sich mit der Zeit wenigstens in der Quantität der gelesenen Werke teilweise an das Genie des Autors annähern zu können.

Ich habe dieses Buch zur Hand genommen, um mich in einem schweren Lebensabschnitt von den Erfahrungen dieses großen Helden ermutigen zu lassen. Dass C.S. Lewis' Leben alles andere als einfach war, wusste ich, aber über seine Kindheit und Jugend war mir vorher nur wenig bekannt. Ich habe es genossen, auf diese Weise einen kleinen Einblick in seine Seele zu bekommen und konnte mich in vielen seiner Zweifel und inneren Kämpfe wiederfinden. Einige Male musste ich herzhaft lachen und ganz oft konnte ich bestätigend nicken - "Jack" scheint mir ein Seelenverwandter gewesen zu sein.

Empfehlen kann ich die Lektüre dieses Buches all denen, die kein Problem damit haben, sich durch seitenweise Ausführungen zu klassischer Literatur zu lesen, und in Glaubensfragen entweder selbst noch auf der Suche oder mindestens offen für einen anderen Blickwinkel sind. Die Sprache ist, zumindest im Original, anspruchsvoll, weswegen das Buch sich nicht "mal eben" weglesen lässt, aber man kann es auch gut über einen längeren Zeitraum kapitelweise lesen.

Zitate:
As a last resort, as a pis aller, I was driven to write stories instead; little dreaming to what a world of happiness I was being admitted. You can do more with a castle in a story than with the best cardboard castle that ever stood on a nursery table.
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For eating and reading are two pleasures that combine admirably. Of course not all books are suitable for mealtime reading. It would be a kind of blasphemy to read poetry at table. What one wants is a gossipy formless book that can be opened anywhere.
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Soon too we gave up the magazines; we made the discovery (some people never make it) that real books can be taken on a journey and that hours of golden reading can so be added to its other delights. (It is important to acquire early in life the power of reading sense wherever you happen to be.)
C.S. Lewis mit 50 (Quelle: Wikipedia)

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