Montag, 25. Juni 2012

Thriller-Material?

Wer schon mal in Israel war wird sich sicher daran erinnern, wie wichtig man es hierzulande mit der Sicherheit nimmt. Das beginnt schon vor dem Abflug mit einer ausführlichen Befragung durch das Bodenpersonal, geht bei der Einreise mit der Passkontrolle weiter und endet schließlich damit, dass man sich vor dem Rückflug erneut erklären muss: Wo man war, was man so erlebt hat und ob man sein Gepäck auch wirklich niemals aus den Augen gelassen hat.

Im Land selbst sind "die Wächter" besonders auffällig. Vor jedem öffentlichen Gebäude, sei es eine Behörde, ein Kindergarten, ein Einkaufszentrum oder ein Fitnessclub, sind sie dazu abgestellt (im wahrsten Wortsinn), die Taschen der Besucher zu kontrollieren und darauf zu achten, dass keine Waffen mitgeführt werden. Schlecht bezahlt sind sie, die Wächter, und man würdigt sie in der Regel keines Blickes oder allenfalls mit einem genervten Seitenblick, weil man sowieso schon zu spät dran ist. Ich habe mich oft gefragt, wie man sich wohl fühlt, wenn man sein Leben lang Wächter war. Unbeachtet und für die Arbeit - nämlich im Ernstfall den Kopf hinzuhalten - nicht mal geschätzt, bzw. noch ungeduldig angeraunzt.

Taschenkontrolle (Quelle: Ynet)
Daraus ließe sich ein ziemlich guter Psychothriller stricken, finde ich. Über einen Wächter, dem es irgendwann reicht, dass alle durch ihn hindurch sehen und dessen Einsamkeit und Frust ihn letztlich zum Serienmörder werden lassen. Einer, der seine Opfer bei der routinierten Kontrolle nach bestimmten Merkmalen aussucht, und der sich von jedem Mord ein Andenken aus der Handtasche des Opfers mit nach Hause nimmt. Natürlich bräuchte der Thriller auch einen aufmerksamen Ermittler (oder eine Ermittlerin?) mit allerlei skurillen Schwächen, und der Wächter müsste nach außen hin ganz normal und harmlos wirken. Wie in allen besseren Thrillern eben. Da ich als Autorin (selbstredend unter Pseudonym, um mir nicht den Ärger aller Wächter im wirklichen Leben zuzuziehen) selbst bestimmen dürfte, wie das ganze endet, würde ich darauf Wert legen, dass sich alles gut auflöst und keine offenen Fragen bleiben. Das nervt mich bei Thrillern nämlich immer tierisch, ich mag es gerne "rund" gegen Ende. Als Cover böte sich zum Beispiel die düstere schematische Darstellung eines Metalldetektors an :)

Zu verstiegen? Wahrscheinlich. Aber mir ist der Gedanke wirklich schon einmal gekommen und da bei Angelas Gewinnspiel im Bücherregal gerade eine Geschichtenidee gefragt ist, habe ich das jetzt mal aufgegriffen. Letztens habe ich schon einen Tagespreis bei ihr gewonnen und hoffe noch immer auf einen der drei fantastischen Hauptgewinne für Büchermaniker.


Disclaimer: Ich schätze die Arbeit der israelischen Wächter. Selbst wenn ich ab und an doch etwas genervt bin, von der Taschenkontrollierei.
 

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1 Kommentar:

  1. Ein toller Beitrag liebe H. :-)
    Damit hast du auch 5 Lose mehr :-)
    LG Angela

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