Mittwoch, 25. April 2012

Wieder Gedenken

Nach dem Holocaust-Gedenktag letzte Woche, gedenken wir heute der 22.993 für Israel gefallenen Soldaten und Terroropfer seit der Staatsgründung vor 64 Jahren.

Gestern abend und heute vormittag gab es landesweite Gedenkminuten, überall werden Gedenkzeremonien abgehalten, die Radiostationen und Fernsehsender haben ihr normales Unterhaltungsprogramm unterbrochen und berichten auf unterschiedlichste Weise zum Gedenktag. Einer der Sender zeigt den ganzen Tag über die Bilder der gefallenen Soldaten in Endlosschleife.

Wie immer sind es die Einzelschicksale, die mich besonders bewegen. Heute Ruti Sharon, die 1988 ihren Mann Motti bei einem Hubschrauberunfall der Luftwaffe verlor, als ihr Sohn Itai erst 4 Monate alt war. Ruti erzählt, wie sie danach jedes Jahr den Gedenktag am Fernseher verbrachte, um mit der Kamera in der Hand auf das Bild ihres Mannes zu warten und ihn mit ihrem heranwachsenden Sohn zu fotografieren. Je älter Itai wurde, desto größer wurde auch sein Wunsch, in die Fußstapfen des Vaters zu treten, sodass er sich entschloss, ebenfalls eine Laufbahn in der Luftwaffe anzutreten. Während der harten Auswahlphase zu Beginn des Wehrdienstes im Sommer 2006, erlitt Itai einen Hitzeschlag und konnte auch von den Notärzten letztlich nicht mehr gerettet werden.

Ruti Sharon:
Motti hat mir seinen Sohn hinterlassen, und ich konnte ihn nicht beschützen. 


Heute Abend wird der emotionale, düstere Gedenktag ohne Vorwarnung in den israelischen Unabhängigkeitstag übergehen, der traditionell mit viel Rummel und demonstrativer Freude begangen wird.

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