Montag, 23. April 2012

[Buch] Thea Beckman: Kinderen van Moeder Aarde/Kinder der Mutter Erde

Erinnert ihr euch noch an mein Post vor ein paar Wochen, in dem ich von meiner Jagd auf ein ganz bestimmtes Buch berichtete? Hier kommt jetzt die Rezension dazu. Ich habe es auf Niederländisch gelesen, was nach langer Zeit zwar etwas herausfordernd, aber auch unheimlich toll war.

@ English readers: To the best of my knowledge, this book (like the last one I reviewed) has not been translated to English, so I decided there's no point to provide a review in English, sorry...)


Kinderen van Moeder Aarde (De Toekomsttrilogie, #1)Kinderen van Moeder Aarde by Thea Beckman
My rating: 5 of 5 stars

Durch eine verheerende Atomkatastrophe hat sich die Erdachse verschoben, ganze Kontinente wurden unbewohnbar, nur wenige überlebten. In Thule, dem ehemaligen Grönland, dem die Katastrophe ein mildes Klima und fruchtbares Land bescherte, hat sich ein ganz besonderes Volk eine neue Existenz im Einklang mit der Natur aufgebaut. Thule wird von einem Frauenrat und seiner "Konega" regiert, Gewalt, Missgunst und Machtstreben sind den Thulenen fremd.

Christian, einziger Sohn der Konega, gerät mit dem Matriarchat in Konflikt, als er sich in ein Mädchen aus dem Volk verliebt, das als Mutter der künftigen Konega nicht in Frage kommt. Als aus dem alten Europa dann noch ein Kriegsschiff des "Großen Badischen Reiches" (hier zieht die niederländische Autorin ganz unverblümt deutliche Parallelen zur deutschen Geschichte) mit feindlichen Absichten in Thule eintrifft, gerät das friedliche Leben in ernste Gefahr.


"Kinder der Mutter Erde" ist ein Lesegenuss. Detaillierte Beschreibungen von Land und Leuten zeichnen ein farbenprächtiges Bild der thulenischen Utopie. In ihrem, für abgeklärte Erwachsene offensichtlichen, Appell an die junge Generation, die Erde zu bewahren, mahnt die Autorin nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern lässt den Leser ihre Zukunftswelt mit den Augen ganz verschiedener Protagonisten sehen und erleben.

25 Jahre nach seinem Erscheinen hat dieser Jugendroman nichts von seiner Aktualität verloren. Im Gegenteil: Beckmans Ansatz, dass technischer Fortschritt nicht zwingend ein Zeichen von höherer Intelligenz ist, und gerade der bewusste Verzicht darauf mitunter den nachhaltigeren Erfolg verspricht, sollte unsere hochtechnologisierte Generation zum Nachdenken bringen.


Ausgabe aus den 80er Jahren

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