Montag, 27. Februar 2012

Wäsche

Eben habe ich einen Wäscheberg aus drei Maschinenladungen versorgt und dabei - wieder einmal - festgestellt, dass ich das eigentlich gern mache. Im Gegensatz zu Nassräume-schrubben zum Beispiel. Oder Fensterputzen. Das muss mir meine Oma vererbt haben, die machte auch für ihr Leben gern Wäsche.

"Wäsche machen" hat so etwas gradliniges, überschaubares. Das fängt schon beim Vorsortieren an, besonders wenn, etwa aufgrund schlechten Wetters, die Schmutzwäsche schon über mehrere Tage in der Waschküche aufgelaufen ist: 60°-Wäsche, 40°-Wäsche, 60°-Wäsche, 40°-Wäsche. Monoton, meditativ. Selten lasse ich auch mal eine Wollwäsche oder eine Kochwäsche laufen. Ich benutze nur wenig Waschmittel, niemals Weichspüler. Ich mag den natürlich-feuchten Geruch der Wäsche, wenn sie gerade frisch aus der Maschine kommt.

Beim Aufhängen kann ich keine Hilfe gebrauchen. Zwar halte ich nicht zwanghaft ein System ein, aber einigermaßen effizient sollte die Wäsche schon hängen, sonst trocknet sie entweder nicht richtig, oder alles wird furchtbar knitterig, was fatal ist, weil ich nicht bügle. Gar nicht. Außer vielleicht ein oder zweimal im Jahr, zu einem ganz besonderen Anlass. Also wird die Wäsche ausgeschüttelt und glatt aufgehängt. Seit einiger Zeit besitze ich einen Wäscheständer mit mehreren Etagen, da wird das Aufhängen gleich noch sportlicher, weil für die Trockeneffizienz entscheidend ist, wo was hängt. Unterwäsche und Socken gehören beispielsweise immer auf die unterste Etage, wo sie keinen wertvollen Leinenplatz für größere Wäschestücke blockieren. Passende Socken hänge ich gleich auf der Leine zusammen und freue mir ein Loch in den Bauch, wenn alle Sockenpaare vollständig sind. (Sind sie natürlich meistens nicht).



Hierzulande trocknet Wäsche meist rasend schnell, dem Wüstenklima sei Dank. Trotzdem setzen viele meiner Landsleute auf den Wäschetrockner, was ich nicht verstehen kann - ich wollte den frischen Sonnenduft auf der Wäsche nicht missen.

Beim Zusammenlegen kommt mein Sortiergeist wieder zum Zug. Es erfreut mich zu beobachten, wie aus einem großen störrischen Berg knochentrockenen Textils, ordentliche, glattgestrichene Stapel werden. Manche Socken finden sich in dieser Phase wieder zusammen, andere bleiben im Wäschekorb bis zum nächsten Mal, bestimmt ist ihr Zwilling nur hinter den Wäschekorb gefallen...

Je größer der Wäscheberg, desto erfüllender das Gefühl, wenn jeder Stapel am Ende an seinem Platz ist - im Schrank, der Kommode oder einer Schublade.

Ja, ich mag es Wäsche zu machen.

Kommentare:

  1. Du bist ja süss *G*
    Ich musste erst ueberlegen, aber dann fiel mir am Ende Deines Beitrags wieder ein, wo Du lebst.
    Hier in D wuerd ich um Nichts auf einen Waeschetrockner verzichten wollen, aber ab Fruehling haeng ich auch gern auf :)

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  2. Ich mache Wäsche ähnlich wie du, ohne Weichspüler, ohne Bügeln. Leider besitze ich keinen Trockner und im Harz ist das Wetter auch nicht oft so warm, dass die Wäsche gut trocknen würde...aber ich mag es auch, Wäsche zu machen. Doch. :) Auch wenn ich gern ein bisschen mehr Sonne dabei hätte.

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  3. Ich bin nicht allein *freu*

    Sogar meine Schwester hat heute zugegeben, dass sie Omas Wäsche-Gen wohl auch geerbt hat, schon witzig. Ein bisschen Sonne würde ich euch zu gerne schicken (nicht nur zum Wäsche trocknen) ;)

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