Mittwoch, 29. Februar 2012

Kostüme zwischen den Extremen

Purim steht vor der Tür. Das jüdische Fest erinnert an die sagenhafte Rettung des jüdischen Volkes vor dem drohenden Genozid, während der persischen Diaspora, wie sie im Buch Esther erzählt wird. Außerdem ist Purim das jüdische "Verkleidungsfest", das im Kalender meist kurz hinter die Karnevalszeit fällt.

Obwohl zu Purim, insbesondere in Tel Aviv, so ziemlich alles erlaubt ist, was gefällt, hagelte es im Vorfeld einige Kritik an "Shoshi Zohar", einem Kostümvertrieb, der mit sexy Kostümen für Damen in einem Purim-Katalog für Kinder geworben hatte. Halterlose Netzstrümpfe, Strapse, Lack oder Leder an jedem zweiten Kostüm - das veranlasste WIZO-Vorsitzende Gila Oshrat sogar dazu, zum Boykott gegen den Händler aufzufordern, denn 
"die Kostüme des Händlers Shoshi Zohar schrieben Frauen nicht nur vor, sich als Sexobjekte zu präsentieren, sondern sendeten auch eine negative Botschaft an junge Mädchen darüber, wie Frauen sich zu verhalten haben."
Quelle: Jpost

Das andere Extrem findet sich im ultra-orthodoxen Sektor. Dort wurden in einem Prospekt für Kinderkostüme die Gesichter (!) der wenigen abgebildeten Mädchen unkenntlich gemacht, aus Gründen der Sittlichkeit. Vollständiger Artikel (auf Englisch): Haredi press blurs little girls' faces

Ausradierte Mädchengesichter (Quelle: Ynet)
 Verrückt, oder?

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Kommentare:

  1. Na, das passt doch in die orthodoxe Vorstellung der im öffentlichen Leben quasi unsichtbaren Frau. :/

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    1. Das Schlimme ist, dass es immer extremer wird. Nicht überall, aber in den Hochburgen ist die Entwicklung schon sehr bedenklich zur Zeit. Seufz.

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