Sonntag, 19. Februar 2012

Gespräch mit Yehudit Rotem

Der folgende Auszug stammt aus einem aktuellen Artikel (auf Englisch) über die israelische Schriftstellerin Yehudit Rotem.
Es ist schwer vorstellbar, dass eine Frau aus Bnei Brak*, aus einer guten ultra-orthodoxen Familie, um die Existenz feministischer Literatur weiß, ganz zu schweigen davon, dass sie diese selbst liest. Als ich kürzlich meine Mutter (Yehudit Rotem, Anm. von mir) danach fragte, konnte sie sich nicht daran erinneren, wie das alles bei ihr anfing. Aber was auch immer sie dazu brachte, für sie waren diese Bücher wie eine Leiter in den Himmel - und sie erklomm sie, Sprosse für Sprosse, auf ihrem Weg in die Freiheit. Ich war 16, als mein Vater die Bücher in unserem Hinterhof verbrannte. Es war ein großes Feuer. Quelle (English original)
*Bnei Brak = Stadt bei Tel Aviv mit mehrheitlich ultra-orthodoxer Bevölkerung


Das aktuelle Buch:
"Matei tavo elay"
Yehudit Rotem, Mutter von 7 Kindern, hatte fast ihr ganzes Leben in einem streng religiösen Umfeld verbracht, als sie sich nach 20 Jahren Ehe von ihrem Mann scheiden ließ. Seither hat sie 9 Bücher veröffentlicht (z.B. Eine Frau mit Vergangenheit), die teilweise autobiographische Züge haben. Ihre Tochter Tamar Rotem interviewte sie und schrieb ihre Geschichte für Haaretz auf. 


Der Artikel berichtet umfangreich über die Autorin und damit stellvertretend über das Leben vieler Frauen in der ultra-orthodoxen Gesellschaft Israels. Ein Insider-Bericht, der vielleicht helfen kann, den kulturellen Hintergrund zu den Schlagzeilen der jüngsten Zeit über Geschlechtertrennung, agressive Fanatiker und Gerichtsbeschlüsse über Sitzplätze in Bussen, besser zu verstehen.

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