Montag, 15. November 2010

Der Schwede in Israel

Nein, Herr Mankell bekommt von mir keinen Beitrag, da bin ich eigen (dabei mochte ich seine Bücher mal so gern).

Hier und heute geht es um IKEA, das weltweite Phänomen, das seit 2001 auch endlich in Israel die Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer bemöbelt. Im März diesen Jahres wurde nun eine zweite Filiale, die angeblich größte im Nahen Osten, ganz in unserer Nähe eröffnet, was für den Geldbeutel fatal, das wohlige Heimatgefühl aber unheimlich wichtig ist :)

Leider (meine religiösen Freunde mögen mir verzeihen) ist IKEA in Israel am Freitag nachmittag und Samstag geschlossen, ausgerechnet also, wenn der Durchschnittsbürger am meisten Zeit hat. Samstag Abend nach Einbruch der Dunkelheit öffnet IKEA für 2-3 Stunden und da geht es dann schon am Einlass zu wie an einem sonnigen Tag am Skilift, bzw. vor den größten Attraktionen im Freizeitpark. Grüppchenweise wird man zur obligatorischen Sicherheitskontrolle vorgelassen, während sich hinter einem immer mehr kaufwütige Körper stauen.

Hat man die Kontrolle erfolgreich passiert, geht es ähnlich anstrengend weiter: In der Möbelausstellung kann man sich allenfalls schrittweise mit der Herde fortbewegen, und ich frage mich jedes Mal, warum ich nicht die Abkürzung direkt in die Servietten- und Teelichterabteilung nehme, die Möbel kann ich im Katalog ohnehin stressfreier ansehen. Aber man will dem Nachwuchs die Kinderabteilung ja nicht vorenthalten, also kämpft man sich durch und verbringt schließlich eine geschlagene Stunde mit abgegriffenem Ausstellungsspielzeug zwischen genervten Eltern und anstrengenden Fremdkindern, bevor man sich endlich Richtung Servietten aufmachen kann, nur um dort festzustellen, dass die gewünschte Farbe ausverkauft ist und der andere Kleinkram im Katalog auch viel netter aussah als in Echt.

Letztlich läuft es auf eine Handvoll Alibiartikel (man will ja nicht umsonst gefahren sein), im Zweifel aus den Wühltischen vor der Kasse heraus, wo man eine weitere halbe Stunde ansteht, bevor man endlich das Kreditkärtchen zücken darf.

Auf dem Weg zum Auto schwöre ich mir immer, beim nächsten Mal einen Tag Urlaub für diesen Ausflug zu nehmen, bis ich dann an einem dieser öden Shabbate wieder den Katalog in die Hand nehme....