Dienstag, 13. Juli 2010

Was sind Juden?

Blöde Frage, oder?
// weitere Begriffsklärungen gibt 
es in meinem wachsenden Glosser //


Mal sehen...


Juden sind Nachfahren Abrahams, sie bilden das Volk der Juden.


Nach jüdisch-rabbinischem Gesetz  ("Halacha") gilt automatisch als Jude, wer von einer jüdischen Mutter abstammt. Ob die Religion aktiv gelebt wird oder nicht, ist dabei unerheblich, man unterscheidet religiöse und säkulare Juden.


Juden sind Anhänger der Religion des Judentum.


Wer zum orthodoxen Judentum konvertiert, erwirbt auch die jüdische Volkszugehörigkeit. Allerdings ist das Judentum nicht missionarisch ausgerichtet, d.h. wer zum Judentum konvertieren möchte, muss ein langwieriges Verfahren durchlaufen, und letztlich ist es die Entscheidung der betreuenden Rabbiner ob der Konvertierungswunsch akzeptiert wird oder nicht.


Chanukka-Leuchter

Jude ist, wer mindestens einen jüdischen Elternteil hat.


So wollten es die Nürnberger Rassengesetze von 1935. Bürger mit mindestens einem jüdischen Großelternteil galten als Mischlinge. Nach dieser Einteilung wurden zwischen 1941 und 1945 im Dritten Reich 6 Millionen Juden ermordet. Es wurde kein Unterschied zwischen religiösen, säkularen, reichen, armen, voll in die nichtjüdische Gesellschaft integrierten oder in traditionell jüdischen Vierteln lebenden Juden gemacht.


by Daniel Ullrich

Nach dem Holocaust wurde dem jüdischen Volk ein eigener Staat im früheren britischen Mandatsgebiet Palästina zugesprochen - Israel. Für den Teilungsplan in einen jüdischen und einen arabischen Staat votierte die II. UN-Vollversammlung mit 33 Für- und 13 Gegenstimmen bei 10 Enthaltungen. Heute leben in Israel rund 6 Millionen Juden und das sogenannte Rückkehrgesetz erlaubt die Einwanderung ("Aliya") all jenen, die mindestens einen jüdischen Großelternteil haben.

Juden sind also in allererster Linie ein Volk und mitnichten "nur" eine religiöse Gruppierung, wobei sich die Volkszugehörigkeit an der Abstammung orientiert.

Daher wurden Juden in Israel bis vor kurzem in Ausweisen zusätzlich zu ihrer israelischen Staatsangehörigkeit auch als Juden im Sinne der Volkszugehörigkeit deklariert.

Jüdische Traditionen gehen zu weiten Teilen auf religiöse Wurzeln zurück, jedoch bringt jede Kultur auch ihre eigenen Bräuche und Einflüsse aus ihren Herkunftsländern mit - immerhin lebten die Juden jahrhundertelang in den verschiedensten Ländern - was Israel zu einem sehr interessanten multikulturellen Schmelztiegel macht.



// Ihr wollt mehr über das Judentum und die ganz alltäglich gelebten Traditionen in Israel wissen? Dann klickt euch doch mal durch die Beiträge in Feiertage und Judentum oder schlagt im Glosser (ständig im Aufbau) nach. // 



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Kommentare:

  1. Gerade der Schmelztiegel macht Israel so interessant :-)

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  2. Hallo,
    ich habe neulich den Film "der Polizist" gesehen, der einen ganz interessanten Einblick gibt.
    MfG Eva

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    1. den Film kenne ich nicht, klingt aber interessant, sehr israelisch. wird da denn auf die jüdische lebensart bezug genommen?

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    2. schau mal hier
      http://www.arte.tv/guide/de/052749-000/der-polizist

      lg eva

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  3. Hierzu möchte ich nur kurz bemerken, dass wir alle Nachfahren Abrahams sind. Wer die Bibel kennt, weiß das. Das wird sogar von gläubigen Muslimen anerkannt. Sie sagten zu mir: Wir haben eine gemeinsame Grundlage.

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    1. Definiere "alle"... Christen werden ja nicht durch Abstammung sondern den Glauben an Jesus Christus zu Christen, die Abstammung wäre dann eher geistlicher Natur, während Juden und Araber ihren "Stammbaum" ja tatsächlich gerne bis zu Isaak/Ismail und damit Abraham zurückverfolgen.

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