Mittwoch, 26. Mai 2010

Üben für den Ernstfall

Einmal im Jahr gibt es in Israel einen angekündigten Bombenalarm - zu einer festgesetzten Zeit ruft landesweit eine Sirene die Bürger in die Bunker. Die Übung dient in Gegenden, die nicht wie etwa Sderot regelmäßig angegriffen werden, dazu sich klarzumachen wo sich der nächste Bunker befindet, die Schutzräume von Gerümpel freizuräumen und ein besonnenes Verhalten im Krisenfall zu üben. Jedenfalls theoretisch. Praktisch sah das an meinem Arbeitsplatz heute so aus:

Punkt 11: Die Sirene heult und ich mache mich auf die Suche nach dem Bunker. Unser arabischer Hausmeister weist mir freundlich den Weg (was dem wohl durch den Kopf geht?). Unterwegs treffe ich noch eine Handvoll folgsamer Israelis, das Gros der Angestellten scheint aber in den Büros zu bleiben.

11.05: "Entwarnung". Alle dürfen zurück an die Arbeit. Die Hausmeister werden sich bald daran machen, das Gerümpel zurück in die Bunker zu räumen. Bis zum nächsten Mal. Falls vorher nicht der Ernstfall kommt, wer weiß das schon.

1 Kommentar:

  1. Bei uns ist der Bunker immer bezugsbereit und sogar recht gemuetlich - aber es war seltsam, drin zu sitzen, da ich immer irgendwie auf das BUMM gewartet habe, das natuerlich bei einem Probealarm nicht kommt...
    Mein Sohn aeusserte uebrigens Angstgefuehle, obwohl er zum Zeitpunkt der letzten Raketenperiode erst eineinhalb Jahre alt war.

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