Freitag, 28. Mai 2010

es wird "lustig" morgen...

... hieß es gerade in den Nachrichten, denn genau in diesem Moment ist unter dem medienwirksamen Slogan "Free Gaza" ein Schiffskonvoy in Richtung Gazastreifen unterwegs.

Verteilt auf etwa 8 Schiffe sind rund 10.000 Tonnen Hilfsgüter und 700 pro-palästinensische Aktivisten an Bord, die fest entschlossen sind den Hafen in Gaza anzulaufen. Das klingt an sich nach einer sehr schönen humanitären Aktion für die Bevölkerung im Gazastreifen, das Problem ist nur, dass keiner so genau sagen kann, was oder wer außer Medikamenten und Lebensmitteln noch "mitfährt", für Israel ein unkalkulierbares Risiko. Dazu kommt, dass die Duldung von Hilfsgütertransporten auf dem Seeweg über kurz oder lang einen regelmäßigen Schiffsverkehr zwischen Gaza und Europa quasi legitimieren würde.

Die israelische Regierung hat daher entschieden, den Konvoy auf den israelischen Hafen Ashdod umzuleiten, notfalls auch gegen den Willen der Passagiere. Von dort aus soll die Fracht nach einer Sicherheitskontrolle über den Landweg in den Gazastreifen gebracht werden, so wie die regelmäßigen Hilfsgüterlieferungen auch. Fair enough, würde ich sagen, leider sehen das die Aktivisten der "Freedom Flotilla" ganz anders und sind daher dazu angehalten, sich mit allen Mitteln gegen die Intervention der israelischen Marine zu wehren. Seufz.

Randnotiz: Bei allem Verständnis für die Palästinenser waren sich die Verantwortlichen der Aktion übrigens offenbar nicht "humanitär" genug, für den vor fast 4 Jahren entführten und seither von der Hamas festgehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit ein Päckchen seiner Familie mit in den Gazastreifen zu nehmen. Dabei hatte sein Vater im Gegenzug sogar angeboten, sich bei der Regierung für das Konvoy einzusetzen.

1 Kommentar:

  1. es wissen ja alle, dass es den palaestinensern vor allem an lebenswichtigen guetern wie beton und eisenteilen fehlt - davon hat es sicherlich viel auf den schiffen, nicht?

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