Samstag, 16. September 2017

Samstagsfragmente #99 - just vor dem jüdischen Jahreswechsel


Heute 


hatten der Gatte und ich vormittags sturmfrei und ich habe die freie Zeit genutzt, um ein paar unliebsame Dinge im Haushalt zu erledigen: Einige Fenster geputzt, im Mädchenzimmer Staub gewischt, um die Unordnung herum geputzt und ein paar Löcher im Betthimmel gestopft, die Isomatte bis zum nächsten Camp eingemottet, meinen Nachttisch entstaubt und entrümpelt und zwei Ladungen Wäsche gewaschen. Ich habe festgestellt, dass ich derartige Zeit- und Energiefenster nutzen muss, denn Motivation für Haushaltsdinge packt mich eher selten.

Die Jahreszeit passt auch ganz gut dafür, denn das jüdische Jahr geht gerade zu Ende, am Mittwochabend werden wir mit einem leckeren Abendessen und lieben Gästen in das Jahr 5778 hinein feiern. Darauf freuen wir uns alle sehr und hoffen, dass es nicht zu heiß sein wird, um auf dem Balkon zu sitzen. Wir sind aber optimistisch, denn die Hitzewelle scheint gebrochen und gestern Früh hat es sogar kurz ein klitzekleines bisschen geregnet.


Die Woche


Erfreulichkeiten 


  • Theaterkarten für mich und den Gatten im israelischen Nationaltheater klargemacht - da war ich noch nie! 
  • mit dem großen Neffen schon den 20. Geburtstag gefeiert 
  • BBC - Strike und Robin wiedergesehen 
  • den Elternabend überstanden und einen guten ersten Eindruck von der neuen Lehrerin gewonnen
  • mit dem Mädchen die Nachmittags-AGs für dieses Schuljahr ausgesucht  


Erlesenes 


Everything is Illuminated von Jonathan Safran Foer fängt sehr krude an, konnte dann aber mein Interesse wecken und liest sich jetzt ordentlich.

The Secret History von Donna Tartt wird mich noch eine Weile beschäftigen, wirklich am Stück lesen schaffe ich bei diesem Wälzer zur Zeit nicht. Aber muss ja auch nicht, da steckt so viel drin, was man ruhig sacken lassen und dann wieder aufnehmen kann.

Ein bis zwei amerikanische Romanzen als Kontrastprogramm zur Entspannung habe ich diese Woche auch weggelesen. Details erspare ich euch 😁


Foto der Woche 


Ich bin diese Woche nicht wirklich zum Fotografieren gekommen, aber "Egon", der Bürokaktus mit seiner ersten Blüte hat einen kleinen Fanclub generiert:


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Webfragmente 


Eine Schule in Tel Aviv schafft mit großem Engagement die Integration von Flüchtlingskindern - "Aspekte"-Sendung vom 8. September: Video (ab Minute 17)

Die deutsche Künstlerin "Raubdruckerin" nutzt urbane Strukturen wie Gullideckel um tolle Textilprints zu erzielen: Video

Eine allerliebste Cartoonserie über das Leben mit anhänglichen Hunden: Sammlung

Ein weiterer Beweis dafür, dass man nie, nie, nie das Internet bitten sollte, einen eigenen Schnappschuss per Photoshop zu "verbessern": Fotosammlung



Euch allen einen schönen Sonntag !


Freitag, 15. September 2017

Einmal auf den Eiffelturm #Paris


Paris, Tag 1.2 


Am Anfang meiner Parisplanungen dachte ich tatsächlich kurzfristig, der Eiffelturm sei überwertet und man könne den Touristenmagneten womöglich mit nur einem Foto von weitem abhaken. Sehr witzig. Wie soll man bitte einem zehnjährigen Kind und seinem Papa, die beide zum ersten Mal im Leben in der Stadt sind, klarmachen, dass wir leider nicht wie all die anderen Touristen hoch können, sondern lieber unten bleiben, weil das viel cooler und individueller ist? Geht gar nicht, Eiffelturm muss sein, nur wie? Von beeindruckenden Warteschlangen war überall die Rede und ich hatte ein bisschen Sorge, dass man ähnlich horrende Eintrittspreise einplanen muss, wie für die Londoner Sights. Umso erfreuter war ich, dass man auf der offiziellen Internetseite des Turms bequem Karten mit Zeitfenster bestellen kann und die Preise sich in sehr fairen Grenzen halten.

Unseren Termin hatte ich auf den späten Nachmittag als krönenden Abschuss unseres ersten Tages (Tag 1.1 hier) gelegt und so zücken wir gegen halb fünf wieder unser Carnet und steigen am Louvre in die Metro gen Westen. (Die Metro 1 fährt übrigens vollautomatisch ohne Lokführer, das ist vor allem dann spannend, wenn man ganz vorne sitzt und volle Kraft voraus durch die Tunnel rast..)

Hier jetzt ein echter Pro-Tipp: Solltet ihr jemals den Eiffelturm besuchen wollen, dann steigt unbedingt am Trocadéro aus. Eine bessere Draufsicht kriegt man als Fußgänger nicht, minimal nervig sind nur die Selfiestick- und Miniatureiffelturmverkäufer und dass man zum Fotografieren an den richtig guten Stellen Schlange muss :)




Dank Vorbestellung müssen wir nur an der Sicherheitskontrolle etwa 20 Minuten warten, dann geht es, ratternd und klappernd hoch auf die zweite Ebene. Ich hatte erwartet, dass man sich dort vor lauter Menschen kaum bewegen kann und bin daher sehr positiv überrascht, wie gut sich die Massen da oben verteilen (wer hätte gedacht, dass auf dem Eiffelturm sogar Platz für Restaurants und Läden ist?). Knalliger Sonnenschein wechselt sich an diesem Nachmittag mit vorbeiziehenden Wolken ab und so entsteht ein tolles Licht für die vielen Fotos, die natürlich gemacht werden müssen. Wir genießen die Rundumsicht über Paris in vollen Zügen und ich neige dazu, den vielen Erfahrungsberichten zu glauben, dass der Blick von der mittleren Ebene am schönsten ist. Die Entscheidung, keine Tickets für die obere Aussichtsplattform gelöst zu haben, bereue ich nur so lange, bis ich die Schlange zu dem kleinen Aufzug auf die dritte Ebene sehe, zusätzliche Wartezeit hätte heute keiner von uns mehr in Kauf nehmen wollen.







Wir verbringen viel Zeit da oben bevor wir uns losreißen und einen Stock tiefer in die erste Ebene steigen. Dort ist kaum etwas los, wir haben den schwindelerregenden Glasboden ganz für uns und staunen von oben über die langen Warteschlangen an den Kartenhäuschen unter dem Turm. Von hier aus kann man auch sehr schön die kunstvoll verschnörkelten Stützen des Turmes sehen und es gibt viele Informationstafeln und interaktive Displays zu entdecken. Im offiziellen Eiffelturmladen bleiben wir standhaft, obwohl wirklich außergewöhnliche und geschmackvolle Souvenirs angeboten werden, deren Preise nicht einmal sehr überzogen wirken. Das habe ich in Neuschwanstein anders in Erinnerung.







Gegen 19:00 beginnen wir den Abstieg nach unten, einmal Fahrstuhlfahren hat mir gereicht, und der Abstieg über die Treppen macht noch einmal richtig Spaß. So langsam wird es spät und wir spüren die kurze Nacht und die Erschöpfung dieses aufregenden Tages in den Gliedern. Keiner von uns hat wirklich Lust, die Reise mit der Metro zuerst zum Bahnhof zu unserem Koffer und danach weiter nach Marne-la-Vallée anzutreten, wo unser Hotelzimmer gebucht ist, aber es hilft ja nichts. Wir nehmen also die Metro von Bir Hakeim, fahren zum Bahnhof und holen unseren Koffer. Als wir anschließend in die RER-Bahn umsteigen wollen, entdecken wir, dass diese leider derzeit im Innenstadtraum außer Betrieb ist und wir stattdessen eine weitere Metro nehmen müssen. Ätzend.


Inzwischen sind wir fix und alle. Proviant für morgen wollten wir eigentlich auch noch besorgen, wie gut, dass es im Bahnhof einen Marks & Spencer's gibt, bei dem wir das nötigste zusammenraffen können. Als wir endlich die RER-Station erreichen, sehen wir, dass der nächste Zug erst in einer knappen Stunde geht - ächz. Wir rufen das Hotel an, erklären, dass wir später kommen und harren tapfer in diesem stickigen Bahnhof aus, bis wir endlich in die RER einsteigen können. Das Mädchen schläft sofort ein, der Gatte und ich dösen ebenfalls vor uns hin, aber erst nachdem wir uns dreimal versichert haben, dass wir wirklich im richtigen Zug sind...

Eine gute halbe Stunde später erreichen wir endlich unser Ziel und stellen erleichtert fest, dass die Hotelbeschreibung nicht übertrieben hat, denn das Elysée-Hotel ist wirklich nur ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt. An der Rezeption wird uns trotz später Stunde freundlich der Schlüssel für unser "Premiumzimmer" (Frühbucherbonus..) im vierten Stock ausgehändigt. Der Gatte holt nebenan noch schnell zwei Pizzen, die wir uns vollkommen ausgehungert reinziehen, dann stecken wir das Mädchen ins Bett und ich weiche meine müden Knochen in der Badewanne ein, bevor wir uns ebenfalls unter die Decken kuscheln.


Mehr Paris:

Paris Tag 1.1 - Sacre Coeur, Montmartre, Tuileries, Louvre





Dienstag, 12. September 2017

#12von12 im September - wieder voll im Alltag

Wer meine Monatszwölf regelmäßig verfolgt wird kaum überrascht sein, dass ich - mal wieder - den ganzen Vormittag verpennt und mich erst um die Mittagszeit erinnert habe, dass ich vielleicht ein paar Fotos machen sollte. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass ich bis zum Anschlag mit Arbeit ausgelastet war und überhaupt kommt nicht viel interessantes rum an so einem Bürotag voller Zahlenkolonnen und Papier.



1. wenn man um 12:00 immer noch nicht gefrühstückt hat, 
wird es höchste Zeit
2. dienstliches Kaffeetreffen 




3. Buchhalterdroge: die besten Pfefferminzbonbons die ich kenne
4. manche nehmen den Zug in ihren Feierabend...




5. ... andere fahren zum Flughafen mit knalligem Gepäck
6. Erste!





7. vom Bus aus beobachte ich die untergehende Sonne ...
8. ... und auf dem Weg von der Haltestelle 
nach Hause gehen die Straßenlaternen an




9. zuhause wartet ein Hundeblick 
10. die Betten wollen bezogen werden 
(danach will ich am liebsten direkt 
in die Kissen sinken, aber ich muss leider noch mal los) 



11. wieder zuhause schnell einen Tee aufgebrüht
12. und jetzt im Schlafanzug noch eben die Fotos hochgeladen  


Ein langer, anstrengender Tag war das. Beim nächsten Mal hätte ich die 12 gerne wieder am Wochenende oder in den Ferien, ich gehe gleich mal nachsehen, wie sie im Oktober fallen....


// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //