Sonntag, 23. Juli 2017

Samstagsfragmente #94 - feucht-klebrige Woche(n)



Gestern 


waren wir am See Genezareth auf einer Bat Mitzva-Feier. Schön ist es da oben ja schon, aber im Hochsommer lässt es sich kaum aushalten, die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind so heftig, dass selbst ich kaum wusste, wo ich mich lassen sollte, dem Gatten graute es vor der Reise schon Tage vorher. Ist aber alles gut verlaufen, die Straßen waren zum Glück frei und die Strecke ist inzwischen auch so gut ausgebaut, dass es keine elend lange Fahrerei über Land mehr ist.

Immerhin waren wir dadurch weit weg von all dem Elend, das zur Zeit in und um Jerusalem tobt. Man möchte abwechselnd heulen und wütend um sich schlagen.


Die Woche 



Woche für Woche fliegt dieser Sommer dahin, so wie das ganz Jahr eigentlich, und ich komme mit nichts mehr hinterher. Heidenei! Die erste Hälfte der Sommerferien ist schon beinahe wieder um (woran mich das Mädchen fast täglich traurig seufzend erinnert..) und wir haben sie bisher eigentlich ganz gut hinter uns gebracht, finde ich. Ok, dass das Mädchen eine fiese Halsentzündung von den Pfadfindern mitbringt, war so nicht geplant, aber dank Penicillin dann auch schnell wieder ausgestanden. Letzte Woche war das Kind mit einer gemischten Kindergruppe aus Israel und der Palästina in einem Kibbutz und hat viele spannende Erlebnisse mit nach Hause gebracht. Außerdem möchte sie jetzt unbedingt Arabisch lernen 💙

Während ihrer Abwesenheit konnten der Gatte und ich wieder einiges unternehmen, waren auf einem feinen Konzert der Band EinsHoch6 in einer Bar in Tel Aviv und an einem anderen Abend Luxushamburger essen, gleich bei uns um die Ecke. Beim Kinder- und Jugendfilmfestival in Tel Aviv hatte ich die Gelegenheit mir Tschick anzusehen, eine ganz wunderbare Verfilmung des Jugendbuches von Wolfgang Herrndorf, das ich schon vor einigen Jahren mit Vergnügen gelesen habe.


Erfreulichkeiten 

  • einige gute Bücher gelesen 
  • mit dem Gatten schon wieder eine sturmfreie Woche verlebt 
  • ein Familienessen ohne größere Katastrophen überstanden (es war richtig nett!) 
  • Post von Litographs bekommen ! Drin war ein buchiges Geschenk meiner Lieblingsfreundin 💜
  • nur noch vier Tage bis zu unserem Urlaub


Erlesenes 


Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke von Karen Joy Fowler ist ein wahnsinnig berührendes Buch, das ich sehr gerne gelesen habe.

Aktuell schlinge ich an Kluftingers neuestem Fall Himmelhorn und amüsiere mich recht gut dabei. Ich lese die Krimis von Volker Klüpfel und Michael Kobr in erster Linie wegen der skurill-gemütlichen Allgäuer Kulisse, aber der Mordfall im Bergsteigermilieu klingt dieses Mal auch ganz interessant.

Von Kira Minttu kommt am 1. August ein e-Short über Jako, eine der Hauptpersonen aus Keep on Dreaming für Kindle auf den Markt. Ich habe es schon mal vorab gelesen und war sehr gefesselt.


Foto der Woche 


das Foto meiner Parisplanungen wurde auf Instagram gerne gemocht, hier im Beitrag ist es auch zu sehen: Paris statt Guns


Webfragmente 


ein uraltes Fundstück aus der Harald Schmidt Show hat mich dieser Tage Tränen lachen lassen: Schwäbischkurs


Samstag, 15. Juli 2017

Paris statt Guns

Heute Abend geben die Guns 'n Roses ein einziges Konzert in Israel. Das erste seit 23 Jahren in legendärem Line-up mit Axl, Slash und Duff.

Mei, wäre ich da gerne hingegangen, aber der Gatte hat's mit Rock leider gar nicht und bei den Ticketpreisen macht es wenig Sinn, nur aus Gefälligkeit mitzugehen. Geschmerzt hat es mich aber schon vor ein paar Wochen, als ich akut hin und her überlegt habe, ob ich womöglich alleine hingehen soll oder doch den Gatten mitschleppen - horrende Preise hin oder her - aber ein Open Air in der israelischen Mid-Juli-Hitze ist vermutlich auch für hartgesottene Fans anstrengend, für Klassikliebhaber Ende 40, die es schon Zuhause auf dem Balkon im Sommer kaum aushalten, gerät es wahrscheinlich zur Tortur. Und wer weiß, ob die, ja nun auch nicht mehr ganz taufrischen, Rocker nicht im letzten Moment entscheiden, dass es ihnen eigentlich zu heiß ist und die Fans mit halber Leistung abspeisen?

Ihr merkt schon, ich rede mir diese verpasste Chance schön, vor allem gerade jetzt, wo mir Facebook die Fotos der glücklichen Konzertgänger in die Timeline spült, aber ich reiße mich zusammen, denn ich habe damals im April oder Mail, als es noch Tickets gab, sehr erwachsen und vernünftig (spießig!) entschieden, dass wir uns dieses Geld sparen, weil wir ja schließlich auch im Sommerurlaub noch ein bisschen Reserven für schöne Familienerlebnisse haben wollen.

In diesem Zusammenhang kam mir die Idee mit Paris. Eigentlich war ich gerade dabei, einen Besuch im Europapark zu planen (mit Übernachtung? Falls ja, in welchem Hotel? Mit Oma und Opa? Ohne? etc. etc.) als aus den Tiefen meines Unterbewusstseins die Schlagwörter "Disneyland!" - "Paris!" an die Oberfläche schwebten und ihre Widerhaken in mein Planungszentrum schlugen. Disneyland wäre für meinen Moana-Elsa-Rapunzel-Belle-Arielle-und-wie-sie-alle-heißen-Fan thematisch noch wesentlich passender als Europapark, und ich habe ja bekanntlich auch eine feministisch-völlig-unkorrekte Schwäche für Disney..

Also erstmal nach Busunternehmern gegoogelt, die Disneyreisen aus Deutschland anbieten. Gleich einen gefunden für günstiges Geld, aber die Bewertungen haben mich derart verschreckt, dass ich das unmittelbar wieder abgehakt habe. Eine Nachtfahrt im engen Reisebus mit zig Zwischenstops, womöglich ohne Pausen, einem übernächtigten Aufenthalt im Disneyland und anschließender Nachtfahrt zurück, wieder mit zig Zwischenstops etc. scheint dann doch eher weniger familienfreundlich.

Wie gut, dass Google auch von einem Sparangebot der Bahn für den TGV nach Paris wusste, sonst wäre womöglich alles im Sande verlaufen und ich hätte niemals in Erwägung gezogen, die Schnapsidee mit Disney zu einem kleinen Hauptstadttrip* auszubauen.



Die Planung steht dann jetzt also soweit:

1. Tag - Ankunft in Paris
Spazieren an der Seine, Louvre-Gelände, Tuilerien, Arc de Triomphe und Eiffelturm. Übernachtung im Hotel L'Elysée in unmittelbarer Nähe zum Disneyland
2. Tag - Disney bis in die Puppen, das Hotel hat netterweise einen Shuttle-Service bis kurz vor Mitternacht
3. Tag - Ausschlafen und zurück nach Paris
Île de la Cité, Notre Dame, Le Marais, eventuell Centre Pompidou und abends mit dem TGV zurück


Drei Tage Paris statt drei Stunden Konzert. Ich halte das für einen guten Deal. Doch.


*In Berlin und London waren wir ja schon erfolgreich...

Mittwoch, 12. Juli 2017

#12von12 im Juli 2017 - wie schade, dass man die Luftfeuchtigkeit nicht abbilden kann

Meine 12 Alltagsschnappschüsse von heute habe ich wieder auf Instagram als Story eingestellt, die Funktion gefällt mir für die 12 von 12 wirklich sehr gut und hilft mir auch während des Tages besser am Ball zu bleiben.

1: Ferienzeit = Kindaufbewahrungsproblemzeit, heute Ferienprogramm bei Savta in Tel Aviv
2: einfach eine Tageskarte auf Mädchens ÖV-Smartcard geladen und schon kann ich sie im Zug mitnehmen. (Die letzte Tarifreform hat wirklich vieles vereinfacht, man glaubt es kaum in Israel! Mit einem Guthaben kann man jetzt alle Verkehrsmittel nutzen und die Smartcards sogar per App aufladen)



3: am ersten Bahnhof in Tel Aviv steigt das Mädchen aus und wird von der Savta in Empfang genommen. Ich fahre noch ein Stück weiter. Auf dem Weg ins Büro fällt mir auf, dass meine Lieblingshochhäuser sich im Nachbarbürogebäude spiegeln. Nachdem ich schon fünf Jahre lang jeden Morgen daran vorbei schlurfe..
4: eine Kollegin hat Lieblingsschokolade mitgebracht <3




5: auch nach der Arbeit nehme ich heute den Zug, das Mädchen wird dort wieder zusteigen, wo ich sie morgens abgegeben habe
6: die Werbung für den BayernMarket (sic!) ist mir die Tage schon mal aufgefallen: Klassische Motive wie Dirndl, Wurst und Weißbier funktionieren offenbar auch mitten im trendigen Tel Aviv




7: Zuhause muss ich ein bestimmtes Papier in unserem Balagan suchen, nervig sowas
8: danach ist eine Lektion Französisch dran ....



9: ... bevor ich dieses tolle Buch anfangen kann, das mir ausgeliehen und nachdrücklichst empfohlen worden ist.
10: zwischendurch seit langem mal wieder die Nägel lackiert, der Gatte und das Mädchen kühlen sich derweil im Freibad ab


11: Wäsche gab es heute keine, dafür eine Spülmaschine auszuräumen und ein Abendessen zusammen zu improvisieren ....
12: ... und der Hund muss, so leid es mir tut, die Tiefenentspannung zu stören, auch noch schnell raus.



Wie war euer 12. Juli ?



// Die "12 von 12" sind ein Projekt, das Caro auf Draußen nur Kännchen einmal im Monat ausrichtet. Jeweils am Monatszwölften lädt sie die Teilnehmer dazu ein, 12 Fotos aus ihrem ganz normalen Alltag zu fotografieren und mit der Bloggerwelt zu teilen. Ich nehme seit 2012 regelmäßig an diesem Projekt teil. //